„Wege durch das Land“ stellt sich auch 2021 auf Schutzauflagen ein
Warten aufs Corona-Wunder

Detmold (WB). Die Macher des Literatur- und Musikfestivals „Wege durch das Land“ planen die Saison 2021 weitgehend unter den Corona-Bedingungen von heute. „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass auch im Frühjahr noch Abstandsregeln gelten könnten“, sagt Albrecht Simons von Bockum Dolffs. Man bereite eine normale Saison vor.

Mittwoch, 14.10.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 14.10.2020, 16:16 Uhr
Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs (hier auf dem Gutshof Schulte Drüggelte in Möhnesee) sind die Macher des Festivals „Wege durch das Land“. Beide gehen davon, dass die Saison 2021 unter Corona-Bedingungen läuft. Foto: Andreas Schnadwinkel
Helene Grass und Albrecht Simons von Bockum Dolffs (hier auf dem Gutshof Schulte Drüggelte in Möhnesee) sind die Macher des Festivals „Wege durch das Land“. Beide gehen davon, dass die Saison 2021 unter Corona-Bedingungen läuft. Foto: Andreas Schnadwinkel

„Dabei bedeutet ‚normal’ in gewohntem Umfang, also etwa 25 Vorstellungen von Mai bis Juli. Aber wir achten bei den Orten darauf, dass wir nicht zu kleine Orte nehmen. Dadurch fallen natürlich Locations mit Platz für nur 80 Besucherinnen und Besucher automatisch weg“, so der Dramaturg der etablierten Reihe.

„Das Wunder ist nicht geschehen“, sagt Helene Grass. Als klar gewesen sei, dass die „Wege“ wegen der Corona-Pandemie im Mai und Juni nicht würden stattfinden können, hätte sie noch gehofft, Veranstaltungen, die dieses Jahr auf keinen Fall stattfinden konnten, einfach um ein Jahr auf 2021 verschieben zu können. „Jetzt wissen wir, dass das 2021 noch zu früh ist. Wir hoffen, dass man 2022 wieder Schulter an Schulter sitzen kann, ohne sich gegenseitig zu gefährden“, so die künstlerische Leiterin der „Wege“.

Start am 12. Mai 2021

Das Motto für 2021 stehe zwar schon fest, aber verraten wird es noch nicht. Und die Zeit, das Festival vorzubereiten, ist schon ziemlich knapp. Das Programmheft der renommierten regionalen Kulturreihe geht bereits Anfang Februar in Druck. Am 12. Mai soll es los gehen. „Wir werden auf das reagieren, was unserer Gesellschaft in diesem Jahr passiert ist, machen aber keine Saison über Corona. Die literarische und musikalische Umsetzung der Pandemie spürt zum Beispiel nach, wo es Vergleichbares in der Geschichte gibt“, sagt die Schauspielerin und Tochter des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass (1927-2015).

Die ersten literarischen Reaktionen auf die Folgen von Corona seien zwar schon da, „wir wollen aber nicht auf Schnellschüsse reagieren, die literarisch nicht zu uns passen, nur weil sie halbwegs aktuell sind“, unterstreicht Al­brecht Simons von Bockum Dolffs. Sein Credo: „Wir gehen voll in die Offensive und wollen Kultur mit wehenden Fahnen verbreiten.“

Auftakt ist am 12. Mai in der Zionskirche in Bielefeld-Bethel. Dort werden in einer inszenierten Lesung die Texte vorgestellt, die zuvor in einem Schreib-Workshop mit Pflegenden und Betreuten entstanden sind. Mit fünf Veranstaltungen ist Bielefeld im kommenden Jahr der geografische Schwerpunkt der „Wege“. In diesem Jahr wäre es der Kreis Herford gewesen – ohne Corona.

Zu den geplanten Orten zählen neben der Zionskirche die Oetkerhalle, die Recycling-Börse und die Universitätsbibliothek. Die sechs OWL-Kreise werden je zwei- bis dreimal bespielt. Auch der Gutshof Schulte Drüggelte in Möhnesee (Kreis Soest) ist wieder dabei; nächstes Mal sollen die Besucher in der Scheune aber nicht frieren. Und am 10. Juli, einen Tag vor dem Finale der Fußball-Europameisterschaft, führen die Wege ins Stadion des Drittligisten SC Verl.

„Was dieses Jahr ausfallen musste, soll 2021 nachgeholt werden. Wir konzipieren einen Mix aus den Veranstaltungen, die wir wegen Corona leider nicht durchführen konnten, und neuen Ideen. Denn“, da denkt Albrecht Simons von Bockum Dolffs ganz kaufmännisch, „den Künstlerinnen und Künstlern bringt das geringere Ausfallhonorar nicht viel, und wir bezahlen Geld, ohne etwas dafür zu bekommen. Auch deswegen wollen wir so viel wie möglich nachholen.“

Das diesjährige Festival war am ersten Oktoberwochende beendet worden.

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