Sparkasse Paderborn-Detmold steigert Bilanzsumme auf 8,4 Milliarden Euro
Baukredite waren der „absolute Wachstumstreiber“

Paderborn -

Die Sparkasse Paderborn-Detmold hat Dank der Fusion mit der Sparkasse Blomberg und stark wachsender Kundeneinlagen ihre Bilanzsumme 2020 von 7,4 auf 8,4 Milliarden Euro heraufgeschraubt. Damit ist das Institut (1186 Mitarbeiter, 251.000 Privatkunden, 18.000 Geschäftskunden) die deutlich größte Sparkasse in Ostwestfalen-Lippe – vor der Sparkasse Bielefeld mit einer Bilanzsumme von 7,4 Milliarden Euro und Herford (5,9 Milliarden).

Samstag, 20.02.2021, 04:00 Uhr
„Digital mit Herz“ beim digitalen Jahrespressegespräch der Sparkasse Paderborn-Detmold (von links): Hubert Böddeker, stellvertretender Vorsitzender, Vorstandsmitglied Andreas Trotz, Vorstandsvorsitzender Arnd Paas sowie Sprecher Holger Wehmeyer.
„Digital mit Herz“ beim digitalen Jahrespressegespräch der Sparkasse Paderborn-Detmold (von links): Hubert Böddeker, stellvertretender Vorsitzender, Vorstandsmitglied Andreas Trotz, Vorstandsvorsitzender Arnd Paas sowie Sprecher Holger Wehmeyer. Foto: Sparkasse

Arnd Pass, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Paderborn-Detmold, zeigte sich am Freitag bei der Vorlage der Bilanz auch mit der Ertragslage des vergangenen Jahres zufrieden. So habe die Sparkasse Paderborn-Detmold ein Ergebnis vor Bewertung von 65,3 (2019: 62) Millionen Euro erzielt. Paas nannte diesen Gewinn „stattlich“ und ist auch für 2021 zuversichtlich.

Von einem „überragenden Kreditgeschäft“ sprach Hubert Böddeker, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes. Das gesamte Kreditvolumen der Sparkasse stieg um fast 9 Prozent und erreichte mit 6,3 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Das Neukreditgeschäft mache gut 1,5 Milliarden Euro aus.

Das starke Wachstum sei sowohl auf das gewerbliche Kreditgeschäft (plus 650 Millionen Euro) als auch auf die Wohnungsbaufinanzierungen zurückzuführen. Hier habe die Sparkasse 2300 Familien ihre eigenen vier Wände finanziert. „Hausfinanzierungen waren 2020 für uns ein absoluter Wachstumstreiber“, sagte Böddeker. Viele Kunden nutzten das historisch niedrige Zinsniveau und die „noch erschwinglichen Immobilienpreise in der Region“.

Daneben hätten auch Firmenkunden deutlich investiert. So sei das Kreditvolumen bei gewerblichen Kunden um 7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gestiegen. Böddeker: „Die Unternehmer nutzen die Krise auch für Investitionen in ihre Betriebe und machen die Firmen fit für die Zukunft.“

Besonders auffällig war 2020, dass das anhaltend niedrige Zinsniveau das Anlageverhalten der Privatkunden verändert hat. „Die Kunden denken um und investieren zunehmend auch in Wertpapiere“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Trotz. Insgesamt sei der Bestand an Kundeneinlagen um 10 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro gestiegen. Das für Kunden verwaltete Wertpapiervermögen wuchs sogar um 12 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Trotz: „Die Anzahl der Wertpapierdepots hat sich dabei auf fast 44.000 erhöht.“

Ein Dauerthema sei der Minuszins. Da die Sparkassen und Banken für ihre unter anderem bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkten Rücklagen einen Minuszins von 0,5 Prozent zahlen müssen, versuchen sie dies an Kunden mit Vermögen von mehr als 100.000 Euro weiterzugeben. Gerade Neukunden seien davon betroffen.

Für die Sparkasse selbst gibt es noch weitere Auswirkungen: Der Zinsüberschuss sank von 128,7 (2019) auf 127,1 Millionen Euro – ein Rückgang von 1,5 Millionen Euro. Auf der anderen Seite konnte die Sparkasse ihren Provisionsüberschuss von 48,9 auf 49,7 Millionen Euro steigern.

Coronabedingt hat die Sparkasse derzeit nur 32 ihrer 57 Filialstandorte in Betrieb. Vorstandsvorsitzender Arnd Paas sagte, dass das Filialnetz aufgrund des geänderten Kundenverhaltens – immer mehr Kunden nutzen Online-Banking – auf Sicht „ausgedünnt“ werden müsse. „Dafür gibt es derzeit aber keine konkreten Entscheidungen.“

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