Ordnungsämter bitten um Verzicht auf Bollerwagentouren – Online-Party statt Tanz-Event im Kreis Herford – Kundgebung ohne Demo in Bielefeld
Kein geselliger Maifeiertag in der Pandemie

Düsseldorf/Höxter/Herford (dpa/igs) -

Bäumchen für die Liebste und feucht-fröhliche Touren mit dem Bollerwagen: Corona macht aus den Mai-Traditionen ein einsames Vergnügen. Die Behörden appellieren, sich auch am Feiertag zu beschränken - um ein Bollerwagenverbot wird noch gestritten.

Freitag, 30.04.2021, 12:06 Uhr aktualisiert: 30.04.2021, 12:44 Uhr
Die Stadt Hamm hat für das Maiwochenende ein «Bollerwagen- und Musik-Verbot» auf öffentlichen Plätzen, Parks und Wegen in den geltenden Corona-Regelkatalog aufgenommen. Dagegen läuft allerdings noch Eilverfahren.
Die Stadt Hamm hat für das Maiwochenende ein «Bollerwagen- und Musik-Verbot» auf öffentlichen Plätzen, Parks und Wegen in den geltenden Corona-Regelkatalog aufgenommen. Dagegen läuft allerdings noch Eilverfahren. Foto: dpa

 Kontaktregeln, Ausgangssperren und das Partyverbot verhindern in der andauernden Corona-Pandemie viele sonst so gesellige Traditionen zum 1. Mai. Die Regeln der Bundesnotbremse und Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelten auch am Maifeiertag, appellierten die Krisenstäbe und Ordnungsbehörden mehrerer Kreise und Städte in NRW an ihre Bürger. So ist im Kreis Höxter am Maifeiertag beispielsweise das Feiern am Godelheimer See verboten .

Die Stadt Hamm nahm sogar ausdrücklich für das Maiwochenende ein «Bollerwagen- und Musik-Verbot» auf öffentlichen Plätzen, Parks und Wegen in den geltenden Corona-Regelkatalog auf. Bollerwagen, Handkarren oder ähnliches dürfen nicht mitgeführt werden, es sei denn es handelt sich um einen Bollerwagen für kleine Kinder, den Eltern ziehen. Auch Lautsprecheranlagen und Ghettoblaster sind tabu, verboten sind Picknicks und das Grillen im Park, für einige Bereiche gilt ein Alkoholverbot.

Nach Auskunft der Stadt Hamm sind gegen die Regelung aber noch Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Arnsberg anhängig. Hamm gehört mit einer auf 300 zusteuernden Sieben-Tage-Inzidenz zu den NRW-Spitzenreitern bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Die bunten Bänder eines Maibaumes flattern vor dem blauen Himmel im Wind. Wegen der geltenden Kontaktbestimmungen und Ausgangssperren kann der 1. Maifeiertag nicht traditionell gesellig gefeiert werden.

Die bunten Bänder eines Maibaumes flattern vor dem blauen Himmel im Wind. Wegen der geltenden Kontaktbestimmungen und Ausgangssperren kann der 1. Maifeiertag nicht traditionell gesellig gefeiert werden. Foto: Federico Gambarini/dpa

Unter Verweis auf die bereits geltenden Regeln belassen es die meisten Kreise und Städte bei dem Appell, diese auch bei Maitraditionen einzuhalten: «Das Amt für öffentliche Ordnung bittet Verliebte, die Birkenbäumchen vor 21 Uhr oder nach 5 Uhr am Haus ihrer Angebeteten aufzustellen, damit die Ausgangsbeschränkung eingehalten wird», teilte beispielsweise ein Sprecher der Stadt Köln mit. In vielen Regionen gilt ein Maibaum als Liebesbeweis.

Anderswo steht der erste Maifeiertag im Zeichen feucht-fröhlicher Wanderungen oder Tänze in den Mai - normalerweise. Weil Treffen in den meisten Regionen NRWs auf den eigenen Haushalt mit einer weiteren Person beschränkt und Partys ohnehin gänzlich verboten sind, teilte beispielsweise Soests Kreisdirektor Dirk Lönnecke mit: «Größere Treffen sind also nicht denkbar, auch die Grillparty mit Gästen im heimischen Garten ist untersagt.»

Kein Demonstrationszug in Bielefeld

Polizei und Ordnungsämter seien im Einsatz, um die Einhaltung zu kontrollieren, heißt es exemplarisch aus dem Kreis Borken: Am besten sei es daher für alle, auf Ausflüge ganz zu verzichten. Denn der Infektionsschutz erfordere es, Kontakte möglichst zu vermeiden, so der Landrat Kai Zwicker (CDU).

Darum wird in Bielefeld auch kein großer Demonstrationszug zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai organisiert. Allerdings wird es eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes geben – mit Maskenpflicht und einem Abstandsgebot von mindestens eineinhalb Metern.

Der Herforder Go Parc geht in Pandemiezeiten ebenfalls andere Wege und veranstaltet einen rein digitalen „Tanz in den Mai“. Aus dem benachbarten Enger gibt es Live-Musik zum „Tanz in den Mai“ – bei der Übertragung eines Konzerts aus dem Gartenhallenbad.

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