Mi., 07.08.2019

Unbekannte spannen Plastikfolie – Naturschützer sehen Tiere bedroht Illegale Graffiti im Wald

Graffiti-Sprüher spannen Plastikfolien in Wäldern auf, wie hier an den Externsteinen.

Graffiti-Sprüher spannen Plastikfolien in Wäldern auf, wie hier an den Externsteinen. Foto: Landesverband Lippe

Horn-Bad Meinberg (WB/ca). Unbekannte haben in lippischen Wäldern an mehreren Stellen Plastikfolien zwischen Bäumen gespannt und mit Graffiti besprüht, unter anderem an den Externsteinen in Horn-Bad Meinberg – eine neue Methode, um in Wäldern sprühen zu können. »Sehr zum Schaden der Natur und der Besucher, die diese Natur einfach genießen wollen«, sagt eine Sprecherin des Landesverbandes Lippe.

Die Externsteine werden jährlich von etwa 500.000 Gästen besucht . Wegen der illegalen Graffiti und Störungen durch verbotenes Grillen befürchtet man jetzt, dass die Uhus, die dort seit mehr als zehn Jahren zu Hause sind, ihren Brutstandort aufgeben könnten. Man sehe sich gezwungen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, sagen Ralf Noske und Peter Gröne, die Geschäftsführer der Denkmal-Stiftung des Landesverbandes Lippe.

Mit Grillausrüstung und Plastikfolien im Wald

Mit Grillausrüstung und Plastikfolien im Wald sei eine neue Dimension der Verschmutzung eines der ältesten Naturschutzgebiete der Region erreicht. In Zeiten, in denen über das Eindringen von Mikroplastik in die Naturkreisläufe diskutiert werde, sei das »besonders verantwortungslos«. Genauso sieht es auch die Schutzgemeinschaft Externsteine, die sich neben der Erforschung auch die Bewahrung des Gebietes zur Aufgabe gemacht hat. »Plastikfolien und die abblätternde Farbe stellen eine erhebliche Gefahr für wild lebende Tiere dar«, sagt Robin Jähne von der Schutzgemeinschaft. Er kennt zahlreiche Beispiele, bei denen sich Tiere in solchen Folien verfangen und qualvoll sterben. »Außerdem zerfällt die Folie mit der Zeit und rieselt zu Boden, wo sie von Tieren versehentlich gefressen werden kann.«

Waldbrandgefahr durch illegales Grille

Nicht zu unterschätzen sei auch die Waldbrandgefahr durch illegales Grillen. »Auch wenn zwischendurch mal ein Regenschauer fällt, im Wald herrscht Wasserdefizit«, sagt Jähne. Das sei besonders an den Fichten zu erkennen, die wegen der Trockenheit und dem damit im Zusammenhang stehenden Borkenkäferbefall absterben. Ralf Noske ergänzt: »Schon ein umkippendes Teelicht oder eine Glasscherbe in der Sonne können einen Waldbrand verursachen. Oder einen Schwelbrand im Untergrund, der sich ausbreitet.« Er appelliert daher: »Helft uns, die Natur so zu bewahren, wie sie ist.«

Kontrollen sollen verstärkt werden

Wer bemerkt, dass im Wald gegrillt wird, dass Feuer gemacht oder gezeltet wird oder dass Müll zurückgelassen wird, kann seine Beobachtungen den Mitarbeitern des Landesverbandes Lippe im Infozentrum Externsteine melden.

Der Landesverband Lippe plant zudem, die Kontrollen im Naturschutzgebiet künftig zu verstärken. So werden Mitarbeiter auf Patrouille gehen und ein Sicherheitsdienst Streifenfahrten auch nachts unternehmen. »Das geschieht im Interesse der Menschen, denen die Felsen und die Natur wirklich wichtig sind, und im Interesse der Natur«, sagte Peter Gröne.

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