Do., 29.08.2019

Paar aus Horn-Bad Meinberg soll Tochter vergewaltigt haben Missbrauch? Ehepaar vor Gericht

Die Polizei hat im März das Haus des Ehepaars in Horn-Bad Meinberg durchsucht und anschließend versiegelt.

Die Polizei hat im März das Haus des Ehepaars in Horn-Bad Meinberg durchsucht und anschließend versiegelt. Foto: Althoff

Von Florian Weyand

Horn-Bad Meinberg (WB). Ein Ehepaar aus Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe soll die damals 14 Jahre alte Tochter mehrfach missbraucht haben . Am 10. September wird der Fall vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts Detmold verhandelt.

Missbrauch in 36 Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem 51-Jährigen Stiefvater vor. Die 38-jährige Mutter muss sich laut Anklage in zehn Fällen wegen Beihilfe verantworten. Fünfmal soll die leibliche Mutter selbst Taten an ihrem Kind vollzogen haben. Der Missbrauch des Mädchens soll zwischen Sommer 2017 und März 2019 stattgefunden haben. Die Taten flogen auf, weil die Frau einem Bekannten davon erzählt haben soll. Dieser Zeuge informierte am 15. März die Polizei.

Kinder seit Festnahme nicht gesehen

Die Herforder Rechtsanwälte Christian Thüner und Deborah Weinert vertreten das Paar, das seit März dieses Jahres in Untersuchungshaft sitzt. »Beide befinden sich in verschiedenen Haftanstalten«, sagt Christian Thüner, der den Ehemann verteidigt. Seine Kollegin vertritt die Frau. Beide haben neben der heute 15 Jahre alten Tochter noch ein weiteres gemeinsames Kind, das sechs Jahre alt ist. Dieses Kind soll aber kein Opfer von Missbrauch geworden sein. »Auch mit dem Fall Lügde habe dieses Verfahren nichts zu tun«, stellt der Rechtsanwalt klar.

Die angeklagten Eltern haben beide Kinder seit ihrer Festnahme im März nicht mehr gesehen. Das 15 Jahre alte Opfer und ihre Schwester wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Jugendamt Lippe in Obhut genommen. »Das ist sehr dramatisch für die Kinder – aber auch für die Eltern. Beide machen sich viele Gedanken um ihre Kinder«, sagt Christian Thüner.

Vater will aussagen

Zudem hat im Wohnhaus der Familie, das in einer bürgerlichen Gegend von Horn-Bad Meinberg liegt, eine Durchsuchung stattgefunden. »Die Polizei hat umfangreich durchsucht, es wurden auch Dinge beschlagnahmt«, sagt Thüner. Dabei sollen auch Datenträger sichergestellt worden sein. Diese wurden von den Ermittlern ausgewertet.

Vor Gericht möchte der 51 Jahre alte Vater aussagen, kündigt der Rechtsanwalt an. »Der Mann wird sich in weiten Teilen geständig zeigen und sich zu den Anklagepunkten einlassen«, sagt Thüner. Damit möchte der Angeklagte der Stieftochter eine Aussage vor Gericht ersparen. Noch sei die Tochter aber offiziell als Zeugin vorgeladen worden. Die 15-Jährige ist in dem Verfahren auch als Nebenklägerin zugelassen.

Ein zweiter Termin für das Verfahren ist bereits angesetzt worden. Es ist geplant, dass die Stieftochter am Dienstag, 24. September, vor dem Landgericht Detmold aussagen soll.

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