Do., 05.09.2019

Was den Besuchern des Denkmals gefällt und was sie nervt So wird der Hermann geliebt

Das Hermannsdenkmal wird jährlich von rund 500.000 Menschen besucht. 539 Besucher nahmen nun an einer Umfrage teil.

Das Hermannsdenkmal wird jährlich von rund 500.000 Menschen besucht. 539 Besucher nahmen nun an einer Umfrage teil. Foto: imago

Von Hendrik Fahrenwald

Detmold (WB). Er ist 44 Jahre alt, zahlt 14,39 Euro und fährt mit seinem Auto gerne montags zum Hermannsdenkmal. Die Beschreibung trifft auf den Durchschnittsbesucher der höchsten Statue Deutschlands zu. Die kommt bei den jährlich 500.000 Besuchern gut an, doch es gibt auch Kritik. Ein Überblick.

Weiterempfehlung: Eines vorweg: Der Hermann wird geliebt. Alle 539 Befragten haben bei der Besucherumfrage der Lippe Tourismus & Marketing GmbH angegeben, dass sie das Denkmal wieder besuchen würden und einen Besuch weiterempfehlen. »Das werten wir als großen Erfolg«, sagt Ralf Noske, Geschäftsführer der Denkmalstiftung. Der Erfolg ist aber nicht überraschend. Seit 2009 wird die Umfrage jährlich durchgeführt, seitdem liegt der Wert stets über 96 Prozent.

Was kommt gut an? Die Natur (36 Prozent), die Sauberkeit (15 Prozent) und die Aussicht vom Denkmal (14 Prozent) ist den Besuchern des Hermanns positiv aufgefallen. Die Besucher bewerten die Anlage insgesamt mit einer Schulnote von 1,2.

 

Wer besucht wann den Hermann? Knapp 75 Prozent aller Gäste kommen aus NRW, 2 Prozent reisen aus dem Ausland an. Der Großteil (60 Prozent) war schon mehrmals am Hermann. Interessant: Die meisten Besucher kommen gar nicht am Wochenende. 15 Prozent der Befragten besuchen die Statue montags und freitags, während 14 Prozent Samstag und Sonntag als Besuchstage angaben. Die Altersklasse 21 bis 30 Jahren ist mit 25 Prozent die Altersklasse, die den Hermann am meisten besucht. Einige von ihnen sind mit ihren Eltern oder Großeltern gekommen, andere schauen sich mit Freunden das Mondscheinkino an. Die 51- bis 60-Jährigen folgen mit rund 23 Prozent als zweitstärkste Gruppe.

Eine Statue allein ist zu langweilig: Das zumindest scheinen die Jüngeren zu finden. Die Altersklasse bis 20 Jahre ist mit rund sieben Prozent die Besuchergruppe, die Gruppe, die am wenigsten den Hermann besucht. Doch das soll sich ändern, spätestens mit der »Erlebniswelt Hermannsdenkmal«, die 2021 eröffnet werden soll. Unter anderem ist ein 360-Grad-Kino ist geplant. »Damit werden wir auch bei der Altersklasse bis 20 Jahre punkten«, sagt Brand. Er ist der Vertreter der Verbandsvorsteherin.

 

Das stört die Besucher: Bei den Eintrittspreisen wünschen sich 34 Prozent der Befragten Verbesserungen. Vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder seien zu viel Geld für die Besteigung des Denkmals. Das Parkticket von drei Euro für ein Auto ist 14 Prozent der Befragten zu viel. Doch warum sind die Preise so hoch? Weil die Denkmalstiftung keine Steuermittel oder Zuschüsse erhält, muss sich das Denkmal und die Infrastruktur aus diesen Einnahmen finanzieren, sagt Noske. 17 Prozent finden, dass die Toiletten zu weit weg sind. Jeweils fünf Prozent bemängeln volle Mülleimer, schmutzige Tafeln und Zigarettenkippen an Bänken.

 

Wer profitiert vom Hermann?

Vor Ort ist die Gastronomie gefragt: 55 Prozent der Befragten holen sich etwas zu essen oder zu trinken. Für die Gastronomie gibt’s von den Besuchern übrigens die Durchschnittsnote 2,0. Durchschnittlich 14,39 Euro bezahlen sie bei ihrem Besuch für Eintritt, Gastronomie und Parken. Als nächstes Ziel haben die meisten (35 Prozent) die Externsteine auf ihrer Liste.

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