Di., 24.09.2019

Stiefvater muss mehr als vier Jahre ins Gefängnis – auch Mutter erhält Haftstrafe Missbrauch: Ehepaar verurteilt

Im Gericht (von links): Die Mutter mit Anwältin Deborah Weinert sowie der angeklagte Stiefvater (51) des 15 Jahre alten Opfers und Rechtsanwalt Christian Thüner

Im Gericht (von links): Die Mutter mit Anwältin Deborah Weinert sowie der angeklagte Stiefvater (51) des 15 Jahre alten Opfers und Rechtsanwalt Christian Thüner Foto: Lukas Brekenkamp

Von Florian Weyand und Lukas Brekenkamp

Detmold/Horn-Bad Meinberg (WB). Wegen Missbrauchs der eigenen Tochter (15) ist ein Ehepaar aus Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) vom Landgericht Detmold zu Haftstrafen verurteilt worden. Der 51-jährige Stiefvater muss vier Jahren und drei Monaten ins Gefängnis. Die leibliche Mutter (38) wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Für sie scheint die Geschichte jedoch noch nicht vorbei zu sein.

Gericht folgt Forderungen der Staatsanwaltschaft

Mit dem Urteil folgte das Gericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft, wie Wolfram Wormuth, der Pressesprecher des Landgerichts, mitteilt. Der Stiefvater hatte die

Die Polizei hat das Haus nach der Durchsuchung versiegelt. Foto: Althoff

heute 15-Jährige in mindestens 36 Fällen missbraucht. Die Mutter selbst soll die Tochter fünf Mal sexuell misbraucht haben, 10 Mal ist sie der Beihilfe des sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen worden.

»Die Angeklagten haben sich geständig gezeigt«, sagt Wormuth. Damit habe man der Tochter eine längere Aussage vor Gericht erspart. Dies sei strafmildernd in die Urteilsfindung eingegangen.

Auch Christian Thüner, Anwalt des Vaters, berichtet von der Einlassung. Demnach sei in dieser betont worden, dass es keine Anwendung von Gewalt gegeben habe. Des Weiteren hätten die Eltern angeboten, den Gerichtssaal freiwillig während der Aussage der Tochter zu verlassen – »damit sie so frei wie möglich berichten konnte«, sagt Thüner.

Zeuge alarmiert die Polizei im März 2019

Der Missbrauch des Mädchens soll zwischen Sommer 2017 und März 2019 stattgefunden haben. Ans Licht gekommen ist der sexuelle Missbrauch Im März 2019. Die Mutter soll einem Bekannten gegenüber Bemerkungen gemacht haben, in denen es um Sex mit der jugendlichen Tochter ging.

Der Bekannte machte sich Sorgen um das Mädchen und informierte die Polizei Lippe, die sofort reagierte. Nur Stunden später nahm sie die Eheleute fest, und die Töchter wurden vom Jugendamt in Obhut genommen. Seitdem saßen Mutter und Stiefvater in Untersuchungshaft.

Weiteres Verfahren gegen die Mutter

Wie Oberstaatsanwalt Christopher Imig auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, läuft gegen die Mutter ein weiteres Verfahren – wegen versuchter Anstiftung zum Mord. Sie soll versucht haben, einen Bekannten dazu anzustiften, ihren Ehemann zu töten.

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