Dr. Balázs Méhes spielt Musik aus fünf Jahrhunderten ungarischer Kirchenmusik 
Diese Orgel klingt romantisch 

Kalletal-Langenholzhausen (VZ). Ein Kleinod deutscher Orgelbaukunst ist in der Langenholzhauser Kirche beheimatet. Die von Christian Clausing im Jahr 1752 gebaute Orgel war am Samstag das Instrument, auf dem Dozent an der Kirchlichen Hochschule im ungarischen Nágykõrös gemeinsam mit dem Kammerchor der Stadt Tiszakécske ein eindrucksvolles Konzert gab.

Dienstag, 15.07.2014, 04:03 Uhr aktualisiert: 15.07.2014, 14:51 Uhr
Der Organist, Dozent und Chorleiter Dr. Balázs Méhes sitzt an der mehr als 250 Jahre alten Orgel. Auf ihr spielt er zum Abschluss das Gloria von Zoltán Kodály.
Der Organist, Dozent und Chorleiter Dr. Balázs Méhes sitzt an der mehr als 250 Jahre alten Orgel. Auf ihr spielt er zum Abschluss das Gloria von Zoltán Kodály.

 Es war ein Konzert der Extraklasse. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte die Kirchengemeinde, organisiert wurde das Konzert von Magdalene Lange, der Frau des ehemaligen Pastors aus Hohenhausen.

 Dr. Balázs Méhes war von 2001 bis 2002 mit Unterstützung der Westfälischen Landeskirche Stipendiat an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford. Er wohnte in dieser Zeit im Kalletal und leitete den Kirchenchor in Hohenhausen – daher stammen die noch immer guten Kontakte der Langenholzhauser Kirchengemeinde nach Ungarn. Dr. Balázs Méhes ist zur Zeit auf einer Konzertreise im Kreis Herford und nutzte den Aufenthalt zu einem Auftritt im Kalletal.

 Eröffnet wurde der Abend an der Orgel mit dem »Präludium in F-Dur« von Heinrich Scheidemann. Der Chor betrat danach unter gregorianischen Vokalgesängen das Kirchenschiff, um, vom Chorleiter und Organisten geführt, in den Chorabend einzutreten. Immer wieder wechselte der Orgelkünstler zwischen dem Chor in der Kirche und seinem Platz an der schmucken Orgel hin und her. Mit weiteren Stücken, etwa der Romantiker Anton Bruckner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Edvard Grieg, wurde der Konzertabend zu einem Erlebnis für die Gäste in der gut gefüllten Kirche. Zum fulminanten Abschluss griff Dr. Méhes noch einmal in die Tasten und Register der Clausingschen Orgel und spielte das »Gloria« von Zoltán Kodály.

 Neben seiner Dozententätigkeit ist Dr. Balázs Méhes auch Leiter des Kammerchores von Tiszakécske. Als Orgelkünstler gab der Musiker bereits zahlreiche Konzerte in Siebenbürgen, der Schweiz und in Deutschland. Als Stipendiat nahm er im Jahr 2000 erfolgreich am Meisterkurs der Sommerakademie in England teil. 2010 erwarb er seinen Doktortitel an der Budapester Musikakademie. Der mit ihm reisende Ókécsker Kirchenchor der reformierten Gemeinde wurde im Jahre 1888 als Männerchor gegründet, der fast ausschließlich bei Gottesdiensten und Beerdigungen mitwirkte. Später wurde dieser Chor durch Frauenstimmen erweitert.

 Der jetzige Kammerchor zählt 20 Sänger und zeichnet sich durch seine fröhliche Vielfalt aus. Ziel ist es, die ungarischen reformierten kirchenmusikalischen Traditionen zu pflegen und gleichzeitig den Gemeindemitgliedern und Zuhörern sowohl musikalische als auch spirituelle Erfahrungen und Erlebnisse anbieten. Der Chor trägt den Namen des ehemaligen Pfarrers und Dichters Mihály Szabolcska. Dr. Balázs Méhes ist der zehnte Chorleiter seit der Gründung 1888.

 Nach den Auftritten in der Schweiz und Siebenbürgen sang der Chor zum ersten Mal in Deutschland.

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