Jäger finden tote und sterbende Rehe
Wilderer quälen Tiere am Rafelder Berg

Kalletal (WB). Der junge Rehbock hat keine Chance gehabt. Gewehrkugeln fetzten ihm die Vorderläufe weg und ließen ihn qualvoll verenden. Der Jährling ist nicht das einzige Wildereiopfer dieses Jahres im Kalletaler Wald.

Donnerstag, 09.10.2014, 09:28 Uhr aktualisiert: 09.10.2014, 12:40 Uhr
Jäger finden tote und sterbende Rehe : Wilderer quälen Tiere am Rafelder Berg
Bittet die Bevölkerung um Aufmerksamkeit: Forstamtsrat Frank Homuth steht neben einem der Warnhinweise, die rings um den Rafelder Berg aufgehängt worden sind. Dort haben sich die bislang bekannt gewordenen Wildereifälle ereignet. Foto: Jelka Bock

Frank Homuth schwankt zwischen Betroffenheit und Wut. Der Forstamtsrat, der als Revierförster für den Kalletaler Wald zuständig ist, hat das Tier am Rafelder Berg gefunden. »Eigentlich war ich nur unterwegs, um nachzuschauen, was der Borkenkäfer treibt«, sagt er. »Dann sah ich das Blut auf dem Boden.«

Frank Homuth fand  einen jungen Rehbock, »der mühsam auf blutigen Stümpfen über den Waldboden robbte.« Er sei nach Hause gefahren und habe sein Gewehr geholt. »Dann habe ich ihn erlöst.«

Eine Ricke in der Schonzeit waidwund geschossen

Als nächstes informierte der Revierförster die örtlichen Jagdpächter, denn eines war ihm sofort klar: »Das war Wilderei. Kein ausgebildeter Jäger würde sich so verhalten.« Denn die sind verpflichtet, einem verwundeten Tier nachzuspüren. Wilderer scheren sich nicht darum – das mussten die Jagdpächter feststellen, die ihrerseits einige Zeit später das nächste tote Reh fanden. »Eine Ricke«, sagt Frank Homuth, »ein weibliches Reh, das in der Schonzeit geschossen wurde.«

Das geschossene Reh hatte einen Treffer in den Bauch bekommen, waidwund nennen das die Jäger, und konnte offenbar noch ein Stück weit flüchten. Dann verendete es qualvoll. »Wenn sie Kitze hatte«, sagt Frank Homuth, »dann sind die ohne ihre Mutter natürlich auch eingegangen.«

Jäger erstatten Anzeige

Rund um den Rafelder Berg sind Schilder aufgehängt worden, die die Bevölkerung darum bitten, Augen und Ohren offen zu halten. Zudem wurde Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Lesen Sie mehr im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe 9. Oktober, Vlotho

Kommentare

R. Pohlenz  schrieb: 10.10.2014 06:41
Nicht nur Wilderer schießen daneben
Ich selbst habe vor einigen Jahren ein Rehkitz gefunden mit abgeschossenem Maul
(und es war nicht die Zeit, in der irgendetwas "gemäht" wurde)
Nachdem der Tierarzt, zudem ich das Tier schnellstens gebracht hatte, dann das kleine Wesen
eingeschläfert hatte erhielt ich ein paar Tage später dann ein Schreiben der Jagdbehörde indem man mir "Wilddieberei" und "Aneignung von Wild" vorwarf. Zu meinem großen Bedauern aber wurde diese Anzeige nicht gefertigt und an mich überstellt, denn die Redaktion der Bildzeitung und ich warteten schon darauf, diesen Sachverhalt zu veröffentlichen. Auch der geschockte Tierarzt war damals der Meinung, dass es sich um einen Fehlschuß handeln mußte. Und auch in diesem Fall wurde offenbar nicht "nachgesucht" denn sonst wäre uns dieser grausame Anblick erspart geblieben. Man sollte also grundsätzlich sehr vorsichtig sein mit der Behauptung, dass Jäger fachkundige und verantwortungsvolle Leute wären. Wieviel, bzw. wie wenig Verantwortung diese Leute haben und wie egal Fehlschüsse offenbar sind, kann man nachlesen wenn man einmal nach "Jagdunfällen" googelt. Es ist immer leicht, nach Bekanntwerden von Jagdfreveln, diese dann von sich zu weisen und in die Schuhe von Wilderern zu schieben.
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