Detmolder Gericht verurteilt 47-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe
Ein Jahr Haft für Benzinanschlag

Kalletal/Detmold(WB). Wegen des Vorwurfes der gefährlichen Körperverletzung und dem Versuch eine Sprengstoff-Explosion herbeiführen zu wollen, hat sich am Donnerstag ein 47-jähriger Syrer vor dem Amtsgericht in Detmold verantworten müssen. Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Haftstrafe von einem Jahr ohne Bewährung.

Freitag, 29.07.2016, 14:40 Uhr aktualisiert: 29.07.2016, 14:43 Uhr
Nach der Benzin-Attacke sind der Flur und die betroffenen Diensträume im Kalletaler Rathaus noch lange abgesperrt. Foto: Reiner Toppmöller
Nach der Benzin-Attacke sind der Flur und die betroffenen Diensträume im Kalletaler Rathaus noch lange abgesperrt. Foto: Reiner Toppmöller

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten zur Last gelegt, dass er im Sozialamt der Gemeinde Kalletal am 25. Februar durch Verschütten von etwa einem Liter Benzin eine Explosionsgefahr geschaffen habe, die sich dann aufgrund der Bedingungen vor Ort nicht realisiert habe. Durch das vergossene Benzin und die dadurch entstandenen giftigen Dämpfe hätten zwei Bedienstete Verletzungen erlitten, hieß es in der Anklage. Der Tat war ein Streit mit den Gemeindebediensteten um eine Vorschussleistung vorausgegangen.

In der Verhandlung am Donnerstag habe ein psychiatrischer Gutachter zwar dem Angeklagten verminderte Schuldfähigkeit aufgrund einer Erkrankung attestiert, dennoch habe ihn das Gericht angesichts der Gefährlichkeit seiner Tat zu der Haftstrafe verurteilt, teilte der stellvertretende Leiter des Amtsgerichts, Martin van der Sand, auf Anfrage mit. Die Verteidigung hatte für ein Strafmaß von neun Monaten Haft auf Bewährung plädiert. Das Urteil wurde schließlich angenommen. Der Angeklagte bleibt in Haft. Die Untersuchungshaft wird auf die Haftstrafe angerechnet.

Was war an jenem Februarmorgen im Kalletaler Rathaus passiert? Bei einem Streit mit den Sachbearbeitern hatte der Asylbewerber aus dem Kalletal sein Taschengeld verlangt. Das sei ihm aber nicht gewährt worden, da seine Duldung bereits abgelaufen war und er Deutschland verlassen sollte. Der Mann hatte sich darüber aufgeregt, war aus dem Zimmer gelaufen und kurze Zeit später mit einer Kunststoffflasche Benzin ­wiedergekommen. Deren Inhalt hatte er vor seiner Sachbearbeiterin ausgeschüttet und versprüht. »Ob er die Flüssigkeit anstecken wollte, können wir nicht sagen«, hatten die beiden betroffenen Verwaltungsmitarbeiterinnen damals im Gespräch mit der dieser Zeitung gesagt.

Nachdem die beiden Frauen zunächst Kollegen alarmiert hatten, konnte die dann herbeigerufene Polizei den Mann festnehmen. Er wurde ins Polizeipräsidium Bielefeld gebracht, wo der Staatsschutz die Ermittlungen übernahm.

Im Kalletaler Rathaus hatte der Vorfall Spuren hinterlassen. Der Linoleum­boden wurde beschädigt. Und noch Stunden nach der Tat war trotz geöffneter Fenster im Gebäude die versprühte Flüssigkeit zu riechen gewesen.

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