Bürgermeister planen gemeinsames Ausbildungsportal
400 Firmen angeschrieben

Kalletal/Vlotho (WB). Die Stadt Vlotho und die Gemeinde Kalletal haben ein gemeinsames Problem: den demografische Wandel. Und sie haben ein gemeinsames Ziel: junge Leute dauerhaft als Einwohner zu behalten. Mit einem Internetportal wollen sie auf die Ausbildungsplätze vor Ort hinweisen.

Sonntag, 29.01.2017, 15:13 Uhr aktualisiert: 29.01.2017, 15:15 Uhr
Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken (links) und Kalletals Bürgermeister Mario Hecker unterzeichnen Briefe an die Firmen. Foto: Jürgen Gebhard
Vlothos Bürgermeister Rocco Wilken (links) und Kalletals Bürgermeister Mario Hecker unterzeichnen Briefe an die Firmen. Foto: Jürgen Gebhard

Viele Schulabgänger zieht es nach dem Schulabschluss in die größeren Städte. Mit Beginn des Studiums oder spätestens nach Abschluss der Ausbildung kehren sie dann ihren Heimatorten Vlotho oder Kalletal auf Dauer den Rücken. »Es gibt aber auch bei uns viele Möglichkeiten, in interessante Berufe einzusteigen und weiterzukommen«, sagen die Bürgermeister Rocco Wilken (Vlotho) und Mario Hecker (Kalletal).

Sie haben etwa 400 Firmen in Vlotho und Kalletal angeschrieben, um die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten abzufragen und unter www.vlotho.de und www.kalletal.de in einem » Ausbildungsatlas « zu bündeln. Ausbildungsbetriebe, die dieses Schreiben nicht erhalten, werden gebeten, sich in den Verwaltungen zu melden.

Vorbild ist der »Ausbildungsatlas« der sauerländischen Gemeinde Marsfeld. Für die heimische Region sei er allerdings ein Pilotprojekt, erläutern die beiden Bürgermeister. Bei der Umsetzung setzen sie auf die Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Rechenzentrum. An den Start gehen soll das Angebot voraussichtlich im kommenden Frühjahr.

Kostenfrei für Unternehmen und Nutzer

Die heimischen Unternehmen erhalten auf diesem gemeinsamen Portal kostenfrei Gelegenheit, die angebotenen Ausbildungsberufe, die Anzahl der angebotenen Stellen, Kontaktdaten und einige weitere Informationen zu veröffentlichen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich damit einen möglichst umfassenden Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten vor Ort verschaffen können.

»Viele Firmen haben erhebliche Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden. Gleichzeitig sinken seit Jahren die Übergangsquoten von der Schule in die duale Ausbildung. Damit auch in Zukunft genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, haben wir uns zum Ziel gesetzt, gemeinsam alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um hier eine Verbesserung zu erreichen«, sagen Rocco Wilken und Mario Hecker. Sowohl Vlotho als auch Kalletal seien attraktive Orte zum Leben und zum Arbeiten.

Kommunen wollen weiter zusammenarbeiten

Oft sei es überhaupt nicht notwendig, Arbeits- und Ausbildungsstellen außerhalb zu suchen. Der neue »Ausbildungsatlas« möchte auf die Vielfalt der in Vlotho und Kalletal angebotenen Berufe hinweisen.

Es geht auch ohne Studium. Eine solide Ausbildung kann der Grundstock für eine Karriere sein. Das wissen Rocco Wilken und Mario Hecker aus eigener Erfahrung – die beiden Bürgermeister starteten zunächst als Kfz-Mechaniker beziehungsweise als Maurer.

Weitere gemeinsame Projekte der Nachbarorte sollen folgen.

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