Mo., 10.09.2018

Kabarettist Sebastian Krämer tritt zum Jubiläum des Vlothoer Gymnasiums auf Zurück in seiner alten Schule

Spielt 25 Lieder für 150 Geburtstagsgäste seiner alten Schule: Sebastian Krämer ist zurück im Weser-Gymnasium.

Spielt 25 Lieder für 150 Geburtstagsgäste seiner alten Schule: Sebastian Krämer ist zurück im Weser-Gymnasium. Foto: Frank Lemke

Von Frank D. Lemke

Vlotho (WB). Das Weser-Gymnasium feiert sein 150-jähriges Bestehen. Der bekannte Kabarettist und Chansonnier Sebastian Krämer hat dort 1995 Abitur gemacht. Unterstützt von seinem Bruder Felix (Abi-Jahrgang 1981) hat er am Freitagabend mit 25 Liedern im Gepäck ein Konzert gegeben.

Eines dieser 25 Lieder handelte von der engen Bindung unter Brüdern. »Gott sprach zu Kain: ›Nanu, so allein? Hatt‘st du nicht mal einen Bruder?‹«, sang Sebastian Krämer am Klavier und 150 Gäste applaudierten lachend. Das Lied sang der Musiker, bevor er seinen eigenen Bruder Felix vorstellte und sie gemeinsam für das Publikum spielten. Für beide war das Konzert ein Heimspiel. Die Brüder Krämer sind im Kalletal aufgewachsen und im Weser-Gymnasium zur Schule gegangen.

Poetischer Intellektueller

Schon als kleiner Junge hatte sich das musikalisches Talent gezeigt. Im WGV trat Sebastian Krämer regelmäßig auf. Heute gilt er als poetischer Intellektueller und als (selbst-)ironischer Sprachartist, dessen tiefgründige Pointen von verschmitzten Unter- und Zwischentönen leben.

An sich selbst stellt er den Anspruch, mit seinen Auftritten im Menschen etwas zu bewegen. Es sei ein Unterschied, ob er mit dem Individuum oder mit einer breiten Masse spreche. Die Masse sei dumm. Der Einzelne könne alles mögliche sein: charmant, intelligent, schön, abscheulich oder böse. Der größte gemeinsame Nenner, der alle miteinander verbinde, sei die Dummheit. Deswegen sollte man sich nicht an der Masse ausrichten, sondern am Einzelnen.

Lied aus der Heimat

»Wollen sie ein Lied aus der Heimat hören?«, fragte Sebastian Krämer sein Publikum, welches mit einem Applaus antwortete. »Es handelt aber nicht von Vlotho, sondern vom Kalletal«, sagte er und etwa ein Drittel der Gäste klatschten noch mal in die Hände. Tritt Sebastian Krämer in Städten wie Wuppertal oder Bern auf, erklärt er dem Publikum, was es mit dem Kalletal auf sich hat: »Ist landschaftlich sehr schön.«

In Vlotho kannten viele die Geschichten aus eigener Erfahrung, von denen Sebastian Krämer sang: Vom Hund, der sich vor Freude wälzt, von den Feldern, der Ernte und den Rindern auf der Weide. Dann trat ein Überraschungsgast auf, ein alter Schulfreund von Sebastian Krämer: Wolfgang Kersting sang auf der Gitarre von Beziehungen, Erfolg und vom Scheitern.

Reise in die Vergangenheit

Das Publikum im nicht ausverkauften Pädagogischen Zentrum hat Sebastian Krämer und seinen Begleitern am Ende lange applaudiert. Für viele war es eine Reise in die eigene Vergangenheit, als Sebastian Krämer am Weser-Gymnasium seine Berufung fand: das Kabarett, Chansons und die Musik. »Poesie ist etwas sehr Individuelles. Als Einzelner kann ich etwas vorleben, was in meinem Gegenüber eine positive Veränderung auslösen kann. Darin sehe ich meine Berufung als Dichter«, sagte Sebastian Krämer.

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