Fr., 17.05.2019

Schnelle und laute Fahrzeuge an den Wochenenden sorgen für Ärger bei Anwohnern Lärmbaden in Heidelbeck

Marita Dittberner-Hardt und Helmut Hardt können sich nur die Ohren zuhalten, wenn es mal wieder zu laut vor ihrem Haus an der Heidelbecker Straße wird.

Marita Dittberner-Hardt und Helmut Hardt können sich nur die Ohren zuhalten, wenn es mal wieder zu laut vor ihrem Haus an der Heidelbecker Straße wird. Foto: Jürgen Gebhard

Kalletal (WB). In der Nähe soll demnächst zum gesundheitsfördernden Waldbaden eingeladen werden. An der Heidelbecker Straße ist jedoch Lärmbaden angesagt. Ganz besonders an den Wochenenden, wenn dort viel zu schnelle Motorrad- und Autofahrer unterwegs sind.

Marita Dittberner-Hardt (70) und Helmut Hardt (66) haben sich dort vor einiger Zeit ein Haus gekauft. Die Besichtigung sei an einem Wochentag gewesen. »Da konnten wir nicht ahnen, was hier an den Wochenenden los ist«, sagen sie. Beide stammen aus der Großstadt. Vorm Lärm des Düsseldorfer Flughafens seien sie aufs Land geflüchtet.« Die Landschaft rund um Heidelbeck sei wunderschön, die Luft gut und der Ausblick auf die Rehe am Waldesrand einmalig.

Kurvenreiche Straße

Die schmale Straße ist kurvenreich und führt durch Wälder und Felder. An den Wochenenden ist es vorbei mit der Idylle. Marita Dittberner-Hardt: »Motorradfahrer kommen dann von weit her in großen Gruppen.« Auch getunte Autos seien hier unterwegs – viel zu schnell und viel zu laut. Der Lärm sei kaum zu ertragen und für Fußgänger sei die gehweglose Straße dann viel zu gefährlich. Vor der Haustür gilt maximal Tempo 50, doch das Schild werde viel zu selten beachtet.

Wenn dann demnächst in der Nähe der Waldbade-Pfad eröffnet werde, sei auf der Straße noch mehr los und auch im Wald könne niemand Ruhe finden, befürchtet das Ehepaar: »Lärmbaden statt Waldbaden«.

Bei der Polizei hätten sie sich schon beschwert und einen Blitzer gefordert. Lediglich eine stationäre Geschwindigkeitsmess- und -zählanlage sei vor einigen Tagen aufgestellt worden. »Und als der Innenminister vor einigen Wochen die Motorradsaison eröffnet hat, habe ich ihn eingeladen, uns einmal zu besuchen. Geantwortet hat er nicht«, sagt Marita Dittberner-Hardt (70).

Das sagt der Bürgermeister

Bürgermeister Mario Hecker kennt die Situation. Das jetzt aufgestellte Messgerät sei ein erster Schritt. Das Gerät erfasse auch die Höchstgeschwindigkeiten und die Verkehrsbelastung an den verschiedenen Wochentagen. Gemeinsam mit Vertretern der Behörden und der Anwohner habe es schon einen Ortstermin gegeben. Er könne die Straße nicht für Motorräder sperren lassen und die Aufstellung eines Blitzers falle nicht in die Zuständigkeit der Gemeinde. Hecker: »Ich kann nicht versprechen, dass sich hier kurzfristig etwas ändern wird.«

Dass der Verkehrslärm negative Auswirkungen auf das geplante Projekt Waldbaden haben wird, glaubt er indes nicht: Der Weg werde in einiger Distanz zur Straße durch den Wald führen.

 

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