Sa., 17.08.2019

Scherben im neuen Mutterboden – Gutachten liegt nächste Woche in Kalletal vor Sportplatzsanierung missglückt

Im neu aufgebrachten Mutterboden befinden sich auch Glasscherben. Der Platz ist deshalb gesperrt.

Im neu aufgebrachten Mutterboden befinden sich auch Glasscherben. Der Platz ist deshalb gesperrt. Foto: Reiner Toppmöller

Von Reiner Toppmöller

Kalletal (WB). Sie hatten es gut gemeint, die Verantwortlichen der SG Kalldorf, als sie im Frühjahr ihren Sportplatz ausbessern wollten. Doch statt den Platz wieder bespielbar zu machen, ist er jetzt auf unabsehbare Zeit gesperrt. Auch das jährliche Sportfest am 31. August wird darunter leiden. Es wird bereits als »No Sports Fest« angekündigt.

Was ist passiert? Im März sollte der Sportplatz mittels Rasensamen und Kunstdünger aufgefrischt werden. Das brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg, da der Platz mit Unebenheiten und Stolperfallen übersät war. Ende Mai bestellte der Abteilungsleiter Fußball, Rolf Kutkowski, dann nach einem Vorstandsbeschluss 60 Tonnen Mutterboden, um die Sportfläche zu begradigen und aufzufüllen.

In der Woche vor Pfingsten wurde der Mutterboden von den Sportlern abgeholt und danach mit einem Kalkstreuer auf dem Sportplatz verteilt. Rasensamen wurde eingebracht und der Mutterboden wurde glatt gezogen. Zum Schluss wurde der Sportplatz gewalzt.

Nach Beendigung der Arbeiten stellte man jedoch fest, dass sich in dem Mutterboden eine Menge Fremdkörper wie Keramik, Plastik, Steine, aber auch Metallreste und Glasscherben befanden. Daraufhin wurde der Platz sofort für die Öffentlichkeit gesperrt und der Verein informierte umgehend die Lieferfirma über den Vorfall.

Die Firma versuchte dann eine Woche später, mit einer LKW-Saug-/Kehrmaschine, die Fremdkörper vom Sportplatz zu entfernen. Dies gelang nicht. Die Lieferfirma habe sich vom Beginn an sehr kooperativ gezeigt, habe auch die Minderwertigkeit des Bodens anerkannt und die Versicherung informiert, sagt Vorsitzende Christian Pischczan. Dennoch sei der Platz bis auf weiteres nicht bespielbar. Die Fußballmannschaft spielt wahrscheinlich bis zum Frühjahr in Westorf

Drei Möglichkeiten

Ein Gutachter hat gerade den Schaden unter die Lupe genommen. Das Ergebnis liegt nächste Woche vor. Pischczan: »Wir werden uns sofort mit der Gemeinde zusammensetzen und überlegen, was zu machen ist.« Um den Platz wieder nutzen zu können, gibt es drei Möglichkeiten: 1. Rollrasen. Dazu muss die Fläche zunächst auf einer Stärke von rund zehn Zentimetern abgetragen werden. Der Platz kann erst nach etwa acht Wochen wieder bespielt werden. 2. Einsäen mit Gras. Der Aufwand ist wie beim Rollrasen, allerdings muss nach dem Abtragen eine neue Mutterbodenschicht aufgebracht werden. Der Platz wäre dann erst in einigen Monaten wieder bespielbar. 3. Kunstrasen. Das ist die teuerste Variante.

»Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, wie hoch der Schaden ist und was möglicherweise von der Versicherung gezahlt wird. Dann können wir entscheiden, ob wir eine Förderung des Kunstrasenplatzes beantragen werden«, sagt der erste Vorsitzende.

Kalldorf oder Bentorf?

Allerdings hat auch bereits der SV Bentorf die Förderung eines Kunstrasenplatzes aus dem Programm »Moderne Sportstätte 2022« beim Gemeindesportverband Kalletal beantragt. Im Haushalt der Gemeinde stehen 120.000 Euro zur Verfügung, sofern der Verein eine Förderung aus einem neuen Förderprogramm des Landes bekommen würde.

Kalldorf oder Bentorf? Bürgermeister Mario Hecker: »Der Gemeindesportverband muss eine Empfehlung an den Rat aussprechen, welcher Platz gefördert werden soll.« Hecker weist darauf hin, dass der ausgewählte Verein auch erhebliche Eigenmittel aufbringen müsste.

Für die SG Kalldorf steht jetzt erst einmal am 31. August das jährliche Sportfest an. Unter dem Motto »Trocken bleibt nur der Rasen« gibt es nur ein großes Boule-Turnier und Spiel und Spaß für die Kleinen und ab 18 Uhr , Wein und Musik für die Großen.

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