Ein Informationsabend trägt den Status Quo mehrerer Projekte im Kalletal zusammen
Menschlich und digital vernetzt

Kalletal (WB). Im ländlichen Raum will die Gemeinde Kalletal mit Digitalem punkten. Der Lippische Heimatbund und die Gemeinde haben unter dem Titel »Pilgern, Podcast, Postfossil« im Multifunktionshaus Erder über zukunftsträchtige Projekte informiert.

Mittwoch, 16.10.2019, 06:02 Uhr aktualisiert: 16.10.2019, 06:10 Uhr
André Bierbaum, Tim Hartmann, Yvonne Huebner, Ramona Lampe, Ute Seidemann, Siegmund Hirtreiter und Bürgermeister Mario Hecker (von links) präsentierten fortschrittliche Projekte in der Gemeinde Kalletal. Foto: Gisela Schwarze
André Bierbaum, Tim Hartmann, Yvonne Huebner, Ramona Lampe, Ute Seidemann, Siegmund Hirtreiter und Bürgermeister Mario Hecker (von links) präsentierten fortschrittliche Projekte in der Gemeinde Kalletal. Foto: Gisela Schwarze

André Bierbaum, Vorsitzender vom Erderaner Heimatverein, begrüßte Bürgermeister Mario Hecker, Yvonne Huebner, Geschäftsführerin des Lippischen Heimatbundes, Blogger Tim Hartmann sowie die Referentinnen Ute Seidemann und Ramona Lampe.

Mario Hecker zeigte sich über erfolgreiche Projekte in Kalletal äußerst erfreut: »Erder hat sich gut entwickelt. Ein Beispiel ist das Multifunktionshaus, in dem 5000 Arbeitsstunden freiwilliger Helfer stecken.« Als Bonbon konnte er verkünden: »Die Baugenehmigung für den vom Heimatverein initiierten Mehrzweckpavillon am Multifunktionshaus ist da.«

Kirchhof und Berggarten neu geplant

Den Lippischen Heimatbund stellte Yvonne Huebner vor. »Wir haben 12500 Mitglieder in 73 Ortsvereinen, verteilt über ganz Lippe.« Der Heimatbund kümmere sich um Heimatpflege, Umweltschutz, Radwanderwege und die regionale Wirtschaft.

Auch Talle hat große Pläne: Man will ein Begegnungs- und Besinnungsort werden. Ute Seidemann aus dem Presbyterium stellte den Status Quo vor. 1,5 Millionen Euro Fördergelder seien sinnvoll für den Fortschritt zu verwenden. Bereits im Jahr 2016 sei die Renovierung des Außenfassade und des Daches der Peterskirche erfolgt. Ein Anbau für WC und Heizung wurde fertiggestellt, die Feuchtigkeit im Innenraum des Gotteshauses bekämpft und Beleuchtungen mit unterschiedlichen Farbnuancen installiert.

»Bei der Renovierung brauchten im Gelände um die Peterskirche Gerüst, Baukran und Baustofflagerung Platz. Deshalb wurde der Bereich stark in Mitleidenschaft gezogen«, berichtete Ute Seidemann. Das war der Grund für komplett neue Planungen in Bezug auf den Kirchhof Talle und den Berggarten. Die vorhandenen Grabsteine sollen wieder aufgestellt und von einer Thymian-Wiese umhüllt werden.

Grabinschriften mit QR-Codes

QR-Codes leiten den Besucher zur Webseite mit Informationen. Der Vorteil dieser QR-Codes besteht darin, dass ein Erleben des Kirchhofs möglich ist mit einer religiösen, pädagogischen Zeitreise. »Grabinschriften könnten gelesen werden. Die Geschichte der betreffenden verstorbenen Person mit ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Zeit ist so erlebbar. Davon können Schulklassen, Pilgergruppen oder Wanderer profitieren«, so Ute Seidemann.

Ein steinernes Labyrinth auf dem Boden des Dorfmittelpunkts, dort, wo früher der Festplatz für Talle war, wird Ende 2020 fertig. »Die Ausschreibungen laufen«, so Ute Seidemann.

E-Dorfautos vorgestellt

Siegmund Hirtreiter, der Vorsitzende vom Heimatverein Lüdenhausen, verwies darauf, dass E-Fahrzeuge das Dorf mobil machen. Ramona Lampe aus der Gemeindeverwaltung erklärte den Modus, wie die Ausleihe der beiden E-Dorfautos möglich ist. »Standorte der Fahrzeuge sind an den Seniorenheimen ›Rose im Kalletal‹ und ›Eichenhof‹. Durch die Dorf-App sind die Autos zu buchen.« Fahrzeugschlüssel gibt es in den Senioreneinrichtungen.

»Bei Bedarf weist der jeweilige Hausmeister ins Führen eines E-Autos ein. Immerhin gibt es 1000 Nutzer der Dorf-App. Das ist bei 14000 Einwohnern ein beachtlicher Anteil«, meinte Ramona Lampe.

Blogger Tim Hartmann überzeugte mit seiner positiven Einstellung zur dörflichen Heimat. Das Leben auf dem Dorf sei durch die Digitalisierung einem Wandel unterworfen. Seine Erfahrung: »Mein Lebensbereich ist die dörfliche Umgebung. Dort bin ich vernetzt, menschlich und digital.«

Aufgewachsen sei er in einem Dorf in der Nähe von Hameln, jetzt wohne er der Liebe wegen in einer kleinen Ortschaft bei Kamen. »Sie fühlen sich mit Ihrem Dorf als Heimat verbunden. Nutzen Sie einen Wandel als Chance«, wandte er sich an die Veranstaltungsbesucher. Wichtig sei es, nicht daneben zu stehen, sondern Neues aktiv zu unterstützen.

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