Mo., 16.12.2019

Heimatministerium zeichnet Projekt aus Kalletal-Langenholzhausen aus „Dorf+Punkt“ ist vorbildlich

Der parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz überreicht die Auszeichnung am Montag im Berliner Ministerium an Bürgermeister Mario Hecker und Architektin Ute Seidemann.

Der parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz überreicht die Auszeichnung am Montag im Berliner Ministerium an Bürgermeister Mario Hecker und Architektin Ute Seidemann.

Berlin/Kalletal (WB). Hohe Auszeichnung für das Kalletal: Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat am Montag die lippische Gemeinde im Rahmen des Wettbewerbs „Menschen und Erfolge – Lebenswerte Stadt- und Ortskerne in ländlichen Räumen“ für ihr Projekt „DORF+punkt … medizinische Versorgung und mehr!“ ausgezeichnet.

In Langenholzhausen war es der Gemeinde Kalletal binnen vier Monaten gelungen, aus einem alten kommunalen Gebäude, der ehemalige Grundschule, und mit Beteiligung verschiedener Personengruppen ein innovatives Dorfzentrum unter dem Projekttitel „DORF+punkt“ zu verwirklichen. Das hat die Jury in Berlin überzeugt.

Ärztliche Versorgung und Sprachtherapie

Ärztliche Versorgung, Sprachtherapie für die Kleinsten im Dorf, Aktivitäten der Sportvereine, Treffpunkt der Seniorinnen und Senioren sowie der Jugend seien hier sinnvoll zusammengeführt worden und hätten so die Attraktivität des Wohnumfeldes deutlich gesteigert.

Einem alten kommunalen Gebäude neues Leben einzuhauchen und gleichzeitig die medizinische Versorgung sicherzustellen, hielt das Bundesministerium für vorbildlich und preiswürdig. Eine solche Initiative habe Vorbildfunktion für Wohn- und Lebensqualität. Sie lasse sich, so die Auffassung des Ministeriums, in ganz ähnlicher Form auch auf andere Gemeinden und Kleinstädte übertragen. Eine solches Projekt wie im Kalletal zeige, dass es nicht immer die groß angelegten, aufwendigen Maßnahmen und Aktionen sein müssen, die ein Umfeld positiv verändern.

Bürgermeister Hecker in Berlin

Unterstützung hatte die Gemeinde Kalletal durch die „OWL GmbH“ im Rahmen des Regionale-2022-Prozesses erhalten. „Als lokaler Held“ sei Kalletal von „aktiven Dorfgemeinschaften und umfassenden Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe“ geprägt, stellte Annette Nothnagel von der Leitung der „Regionale 2022“ fest.

Der parlamentarische Staatssekretär Marco Wanderwitz nahm die Auszeichnung im BMI in Berlin vor. Bürgermeister Mario Hecker und Architektin Ute Seidemann aus dem Fachbereich Planen und Bauen nahmen die Urkunde entgegen. Mit ihnen freute sich der lippische Bundestagsabgeordnete Christian Sauter, der an der Preisverleihung teilnahm.

Ende November war die freudige Nachricht im Kalletaler Rathaus eingegangen. Bundesminister Horst Seehofer hatte mitgeteilt, dass man sich für eine Anerkennung der Gemeinde ausgesprochen habe. Eine unabhängige und fachübergreifende Jury hatte zuvor die besten Projekte aus 136 Einsendungen ausgewählt.

Wettbewerb „Menschen und Erfolge“

Im Mai hatte Seehofers Ministerium den Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ ausgelobt, der als Teil der Initiative „Nationale Stadtentwicklungspolitik 2019“ mit dem Fokus „Wohnen in Kleinstädten und Gemeinden ländlicher Räume“ einen Beitrag zur Wohnraumoffensive der Bundesregierung darstellt. Der Bund prämiert damit innovative Beiträge zum guten und modernen Wohnen in Kleinstädten, die eine beispielhafte Zukunftsperspektive für ländliche Räume bieten. In Zeiten des demografischen Wandels, der Landflucht und der Vereinsamung tragen neben einem bedarfsgerechten und qualitätsvollen Wohnangebot nach Auffassung des Bundes auch öffentliche Räume als Orte der Zusammenkunft und Freizeitgestaltung in hohem Maße zu lebenswerten Kleinstädten und Gemeinden bei.

Das Projekt in Langenholzhausen

Ende Januar hatte eine junge Ärztin eine Zulassung für den neuen Standort in Langenholzhausen erhalten, jedoch mit der Vorgabe der Behandlung der ersten Patienten bis zum 31. Mai 2019. Das Projekt wurde noch im Februar unter Hochdruck geplant, im März fand der Umzug der Offenen Ganztagsschule statt und im April und Mai wurden aus den vorhandenen, bis dato von der OGS genutzten Klassen, moderne Praxisräume.

Dort praktiziert nun die Ärztin mit ihrem Team seit Ende Mai, zusätzlich nahm eine Pädagogin für frühkindliche Sprachtherapie im August ihre Tätigkeit in einem weiteren, als Praxis umgebauten Klassenraum auf.

Mit den im Untergeschoss beheimateten Jugendzentrum KJK e.V. sowie der ortsansässigen AWO-Gruppe und den Sportvereinen, die die angrenzende Sporthalle nutzen, sei eine kreative und innovative Form eines Dorfzentrums zur Begegnung, stellt das Ministerium fest.

 

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