Feuerschutz- und Rettungsleitstelle Lippe zieht Bilanz
109.029 Anrufe

Lemgo (WB). 365 Tage im Jahr rund um die Uhr koordiniert die Feuerschutz- und Rettungsleitstelle des Kreises Lippe in Notsituationen Hilfe. Wählen Anrufer in Lippe die 112, landen sie automatisch in der Leitstelle am Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo. Die Disponenten in der Leitstelle alarmieren die erforderlichen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr.

Mittwoch, 29.01.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 12:44 Uhr
Verwaltungsvorstand Jörg Düning-Gast, Landrat Dr. Axel Lehmann, Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier und Leitender Notarzt Daniel Fischer (von links) vor dem Atemschutzcontainer, dem Ausbildungsrettungswagen und dem Notarzteinsatzfahrzeug des Kreises. Foto:
Verwaltungsvorstand Jörg Düning-Gast, Landrat Dr. Axel Lehmann, Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier und Leitender Notarzt Daniel Fischer (von links) vor dem Atemschutzcontainer, dem Ausbildungsrettungswagen und dem Notarzteinsatzfahrzeug des Kreises.

Im Jahr 2019 haben die Mitarbeiter 46.010 (2018: 47.140) Rettungsdiensteinsätze, 4346 (2018: 4780) Brand- und Hilfeleistungseinsätze der Feuerwehr sowie 27.859 (2018: 21.664) sonstige Telefondienste und Beratungen disponiert. „Hinzu kommen 30.814 Beratungen und Aufträge an den Bereitschaftsarzt, die die Leitstellenmitarbeiter über die Telefonnummer 116117 ausgeführt haben“, erläutert Landrat Axel Lehmann. „Diese Zahl belegt, dass der Ärztliche Bereitschaftsdienst inzwischen gut angenommen wird, Notaufnahmen entlastet und somit lebensbedrohliche Notfälle schneller behandelt werden können.“ Insgesamt hat die Leitstelle im vergangenen Jahr 109.029 (2018: 88.308) Anrufe entgegengenommen, aus denen 50.356 Einsätze resultierten. Durchschnittlich ist damit 299 Mal am Tag (2018: 242) ein Hilferuf in der Leitstelle eingegangen.

Aus- und Weiterbildung

Rund 2300 Feuerwehr- und Rettungskräfte aus Lippe und darüber hinaus haben 2019 am Feuerwehrausbildungszentrum die Brandsimulationsanlage und die Atemschutzstrecke zur Aus- und Weiterbildung genutzt. Das Thema Ausbildung schreibt auch der Kreis Lippe selbst groß: „Die ersten vier Kollegen haben ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgreich abgeschlossen“, berichtet der Leiter Bevölkerungsschutz, Meinolf Haase. „Fünf weitere Kollegen haben ihren Abschluss im mittleren feuertechnischen Dienst als Disponent gemacht.“

Für die lippischen Kommunen haben die Mitarbeiter in Lemgo 9961 (2018: 3487) Atemschutzgeräte gereinigt und instand gesetzt, 5399 (2018: 6549) Atemschutzflaschen befüllt und 6154 (2018: 7924) Schläuche gereinigt und geprüft.

Auch im Katastrophenschutz ist der Kreis Lippe auf den Ernstfall gut vorbereitet: 19 Übungen mit rund 1100 Übungsteilnehmern (2018: 19.750 Teilnehmer) verzeichnete der Kreis im vergangenen Jahr.

Neu: Handyortung

Neu für die Leitstellen im Land ist die Handyortung eines Hilfesuchenden mittels sogenanntem „AML-Notruf“: „Seit Oktober 2019 übertragen Smartphones beim Absetzen der 112 automatisch die Standortdaten an die zuständige Leitstelle“, erklärt Verwaltungsvorstand Jörg Düning-Gast, zuständig für den Bereich Bevölkerungsschutz beim Kreis Lippe. „Gerade in unbekannter Umgebung kann der Einsatz der ‚Advanced Mobile Location‘ lebensrettend sein.“

Mit Blick auf 2020 möchte der Kreis Lippe besonders die interkommunale Zusammenarbeit mit den Kreisen Höxter und Paderborn weiter ausbauen: „Um stark frequentierte Standorte zu entlasten, werden wir gemeinsam ein Telenotarztsystem einführen“, gibt Axel Lehmann einen Ausblick. Darüber hinaus sollen die drei Leitstellen soweit miteinander vernetzt werden, dass sie als gemeinsame Leitstelle agieren können. „Wenn durch ein erhöhtes Einsatzaufkommen eine Leitstelle nicht unmittelbar erreichbar ist, nimmt eine andere Leitstelle aus diesem Verbund den Ruf entgegen und leitet entsprechende Maßnahmen ein.“ In Lage fällt der Startschuss für den Neubau einer Rettungswache, und auf dem Gelände des Feuerwehrausbildungszentrums soll ein neues Verwaltungsgebäude entstehen.

 

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