Fr., 14.02.2020

Kirchengemeinde Hohenhausen plant Bau eines zweiten Gemeindehauses Denkmal-Ensemble wird aufgewertet

Ute Seidemann und Hans-Peter Wegner präsentieren die Pläne für das neue Gemeindehaus II. Der Gebäudeteil mit dem Saal wird verputzt, der Anbau erhält eine verklinkerte Fassade.

Ute Seidemann und Hans-Peter Wegner präsentieren die Pläne für das neue Gemeindehaus II. Der Gebäudeteil mit dem Saal wird verputzt, der Anbau erhält eine verklinkerte Fassade. Foto: Joachim Burek

Von Joachim Burek

Kalletal (WB). Die Entwicklung des Ortskerns an der Hohenhauser Straße nimmt Gestalt an. Während die Sanierung der Straße zügig voranschreitet, wird nun das in diesem Bereich liegende denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble mit Kirche, Pfarrhaus, Alter Schule und Alberti-Haus durch eine weitere Baumaßnahme aufgewertet: den Bau eines zweiten Gemeindehauses.

Abriss Alte Pfarrscheune

Möglich gemacht hat dies der Abriss der nicht denkmalgeschützten alten Pfarrscheune im vergangenen Herbst. In diesem Zusammenhang dankte Hans-Peter Wegner, Vorsitzender des Bau- und Gebäudestrukturausschusses der Hohenhausener Kirchengemeinde, ausdrücklich dem Gemeindepädagogen Jörg Bönnemann, der gemeinsam mit den Jugendlichen in aufwendiger Arbeit die alte Pfarrscheune vor dem Abriss entrümpelt hatte.

Bau Gemeindehaus II

Auf dem Gelände der abgerissenen Pfarrscheune plant die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Hohenhausen nun den Bau eines zweiten Gemeindehauses. „Der Neubau wird ein eingeschossiger Flachbau, der das benachbarte denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble nicht mehr so verdeckt, wie es die marode zweigeschossige Pfarrscheune aus den 1860er Jahren getan hat“, erläuterte Hans-Peter Wegner.

Neue Räume für Senioren

Neben dem städtebaulichen Aspekt löse die Kirchengemeinde mit diesem Neubauprojekt gleich zwei weitere Probleme. „Zum einen erhalten wir mehr Platz für die Veranstaltungen unserer Seniorengruppen, zum anderen haben wir dort in dem Neubau die Möglichkeit, die Räume von vornherein senioren- und behindertengerecht barrierefrei zu konzipieren“, sagte Wegner. Dies sei im bisher für die Seniorengruppen genutzten Gemeindehaus I nicht gegeben gewesen. Dort könnten künftig dann die Jugendgruppen ausreichend Platz für ihre Gruppentreffen und Veranstaltungen finden. Wegner: „Die Notwendigkeit für den Neubau hatte sich unter anderem aus der Tatsache ergeben, dass eine Sanierung des leer stehenden und maroden Pfarrscheunengebäudes bei weitem teurer gekommen wäre, als Abriss und Neubau.“ Auch die energetischen Auflagen ließen sich bei einem Neubau besser umsetzen. Wegner dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich Saskia Schöfer vom Amt für Denkmalpflege des LWL in Münster und Ute Seidemann von der unteren Denkmalbehörde bei der Gemeinde Kalletal für die gute Zusammenarbeit bei der Planung des Projekts.

Die Finanzierung

Das Investitionsvolumen für den Erweiterungsbau beläuft sich nach Auskunft des Gemeindebauausschussvorsitzenden auf etwa 300.000 bis 330.000 Euro zuzüglich Abriss- und Kanalbaukosten. Finanziert wird der Bau des Gemeindehauses II unter anderem durch den Erlös des 2014 erfolgten Verkaufs des alten CVJM-Hauses neben der Volksbank und des Verkaufs des zweiten Pfarrhauses am Lohberg. „Dieses Geld war auf ein extra für dieses Projekt angelegtes Sonderkonto geflossen“, erläuterte Wegner. Fördermittel für den Neubau gebe es keine, bedauerte er.

Die Neubau-Gestaltung

Wie Planerin Ute Seidemann von der Gemeindeverwaltung ergänzte, sei der Neubau in enger Absprache mit Saskia Schöfer vom LWL-Denkmalamt und der Kirchengemeinde erfolgt. Nach gemeinsamen Terminen habe man sich für einen eingeschossigen Flachbau entschieden, der den Blick auf das denkmalgeschützte Pfarrhaus freigebe und mit ihm über einen Verbindungsgang verbunden sei. Der Bauantrag dazu liege vor. „Einig sind wir uns auch darüber gewesen, dass der Flachbau in seiner Außengestaltung deutlich als Neubau zu erkennen sein sollte“, sagte Ute Seidemann.

Auf einer Nutzfläche von 200 Quadratmetern wird dann ein Hauptgruppenraum/Saal mit bis zu 100 Plätzen entstehen. In dem Anbau werden das aus dem Gemeindehaus I verlegte Büro, eine Küche, Toilettenanlage und Behinderten-WC sowie Abstellräume untergebracht. Aller Räume werden barrierefrei und rollstuhlgerecht gebaut. „Das Gebäude bekommt zur Vorderseite große lichtdurchflutende Fenster und ist barrierefrei über einen Weg von der Hohenhauser Straße zum Eingang auf der Gebäuderückseite zu erreichen“, berichtete Ute Seidemann. Der Baubeginn ist für dieses Frühjahr vorgesehen. Die Fertigstellung soll voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen.

 

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