Kalletal erweitert seine Dorf-App um weitere Service-Angebote
Bürger rücken online zusammen

Kalletal (WB). Eigentlich steht die Corona-Krise im Zeichen von „Social-distance“, doch sie lässt auf der anderen Seite die Menschen näher zusammenrücken. Nachbarschaftshilfe ist angesagt, im Großen wie im Kleinen. Online-Portale und die digitale Technik machen vieles möglich. Die Gemeinde Kalletal hat daher ganz aktuell ihre Dorf-App um zwei Service-Bausteine erweitert.

Freitag, 17.04.2020, 16:00 Uhr

„Tausch & Plausch“ sowie eine „Streuobst-Börse“ stehen nun dort zur Verfügung. „Die Zugriffszahlen auf dieser Plattform zeigen uns, dass solche Angebote gerade in diesen Zeiten gefragt sind. Dort haben wir nach jüngsten Auswertungen 1035 regelmäßige Nutzer gezählt. Im Schnitt sind es derzeit etwa 900 Zugriffe am Tag“, bilanziert Bürgermeister Mario Hecker. Schon in Vor-Corona-Zeiten habe die Nachfrage bei etwa 500 täglichen Zugriffen gelegen. Die Erweiterung ist vorerst nur für Android erhältlich, die neue Version für IOS-Geräte wartet noch auf das OK von Apple.

Tausch & Plausch

„E-Mail-Adresse und Passwort reichen und schon ist man auf den Portalen der Dorf-App angemeldet“, beschreibt der Bürgermeister den unkomplizierten Zugang zu dem Angebot. Das Portal eigne sich gerade jetzt hervorragend dafür, Einkaufshilfe-Angebote einzupflegen beziehungsweise zu vermitteln. Da hoffen wir gerade jetzt auf eine weitere Steigerung der Anmeldungen“, so der Bürgermeister.

Streuobst-Börse

Dieser Baustein der Dorf-App sei gleichsam ein Kataster darüber, wo es Flächen mit Streuobstwiesen in der Gemeinde gebe und welche Sorten zu finden seien, ergänzt Bauamtsleiterin Ewa Hermann. Dort könnten sich sowohl Anbieter als auch Nutzer informieren. „Auch die Gemeinde Kalletal unterhält solche Streuobstwiesen, unter anderem auf Ausgleichsflächen oder an Wirtschaftswegen“, erläutert sie.

Dieses Angebot ist nicht nur in Verknappungszeiten wie in dieser Corona-Krise interessant, sondern kann uns auch später bei einem Umdenkungsprozess hin zu mehr Regionalität helfen“, sagt Bürgermeister Hecker. Die Vermarktung regionaler Produkte werde so einfacher und das Angebot dieser Börse könne dann auch um eine breite Palette anderer landwirtschaftlicher Produkte erweitert werden.

„dorfstattstadt“

Die Gemeinde Kalletal hat sich auch dem „Netzwerk vom Land“ des Bloggers Tim Hartmann angeschlossen. Der Web-Designer aus einem Dorf bei Kamen schafft für die ländlichen Gemeinden auf seiner Homepage dorfstattstadt.de ein deutschlandweites Netzwerk für die „Nachbarschaftshilfe“ der Dörfer untereinander. „Die Dorfbewohner sind ja gewöhnlich gut miteinander vernetzt, wenn es um die Nachbarschaftshilfe im eigenen Ort geht. Und genau das müsste doch auch im Großen funktionieren“, beschreibt der IT-Experte seine Idee. In seinem neuen Netzwerk will er die Menschen und die Dörfer miteinander vernetzen. Beispielsweise bietet dort der Bürgermeister, der mit Fördergeldern ein Dorfgemeinschafthaus oder ein Multifunktionshaus gebaut hat – wie im Kalletal – sein Wissen anderen Gemeinden an, die noch keine Erfahrung damit haben. „Ich vermittele dann die Mails von Anbieter und Nachfrager, damit sie miteinander ins Gespräch kommen. Dies kann dann auf Gemeinde- oder zum Beispiel auch auf Vereinsebene funktionieren. Das Wissen in den Dörfern ist da, auf den Austausch kommt es an“, erläutert Tim Hartmann in einer Videokonferenz mit dieser Zeitung. Derzeit hätten sich schon ein breites Spektrum an Teilnehmern angemeldet. Vom Bürgermeister, Ortsvorsteher über Feuerwehrleute bis hin zum Jugendsozialarbeiter seien bereits Fachleute aus allen Bereichen des dörflichen Lebens gelistet.

Für die Gemeinde Kalletal haben sich Bürgermeister Mario Hecker und Bauamtsleiterin Ewa Hermann angemeldet. „Wir wollen mit unserer gemeinsamen Erfahrung dabei helfen, die bürokratischen Hürden zu senken und das so genannte Kirchturmdenken in den Dörfern abzubauen, damit die Gemeinden von einander profitieren“, zeigt sich Mario Hecker begeistert.

 

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