Hof Klemme aus Kalletal stellt neues Projekt vor – Anbau auf 15 Hektar
„TeutoMohn“ kommt aus Lippe

Kalletal (WB). Bald ist er in aller Munde – als Körnerstreusel auf dem Frühstücksbrötchen, als Öl oder als würziger Senf: Unter dem Label „TeutoMohn ... natürlich aus Lippe“ hat sich das Ehepaar Werner und Sabine Klemme vom Hof Klemme in Kalletal-Dalbke einem neuen Projekt verschrieben. Seit zwei Jahren bauen sie auf einer Fläche von etwa 15 Hektar Mohn an. In dieser Woche erreichen die Felder ihre volle Blüte.

Dienstag, 16.06.2020, 18:00 Uhr
Werner und Sabine Klemme (vorn) präsentieren ihre Mohnpflanzenfelder. Die geernteten Körner werden auch für Mohnbrötchenstreusel verwendet. Mario Hecker, Henrike Sieker, Corinna Will und Ewa Hermann (Gemeinde Kalletal) und Landrat Dr. Axel Lehmann sind begeistert. Foto: Joachim Burek
Werner und Sabine Klemme (vorn) präsentieren ihre Mohnpflanzenfelder. Die geernteten Körner werden auch für Mohnbrötchenstreusel verwendet. Mario Hecker, Henrike Sieker, Corinna Will und Ewa Hermann (Gemeinde Kalletal) und Landrat Dr. Axel Lehmann sind begeistert.

„Ist das nicht ein herrlicher Anblick“, schwärmten Bürgermeister Mario Hecker und Landrat Dr. Axel Lehmann, der auch Vorsteher des Naturparks Teutoburger Wald/Egge ist, bei der offiziellen Vorstellung des Projekts. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Naturparks, Birgit Hübner, und Vertretern der Gemeinde, die sich derzeit im Modellprojekt „Globale nachhaltige Kommune NRW befindet, besichtigten sie eines der Felder, das an der Straße Echternhagen zwischen Echternhagen und Bentorf gelegen ist und wo das Meer der zartlila Blüten derzeit einen Blickfang für Spaziergänger und Wanderer bietet.

„Gerade mit unserem Engagement als Naturpark-Kommune und für Nachhaltigkeit freuen wir uns, durch diese Felder für einige Tage im Jahr hier einen Hot-Spot zu haben, von dem wir auch touristisch profitieren können“, sagte Bürgermeister Hecker.

Auch Landrat Dr. Axel Lehmann sprach in diesem Zusammenhang das Thema Biodiversität und Artenschutz an und lobte das Engagement der Familie Klemme. „Der Naturpark Teutoburger Wald begreift Natur auch als Kulturraum, der für die Menschen schützenswert ist. Wir wollen solche Projekte daher auch als Tourismus-Attraktion bewerben, zum Beispiel als Wanderziel oder können uns vorstellen, dass die benachbarte Naturpark-Grundschule am Teimer hier eine mobile Lernstation einrichtet“, so der Landrat.

Alternative zum Raps

„Wir haben mit diesen speziellen Mohnpflanzen, die aus Tschechien stammen und nicht morphinhaltig sind, eine gute Alternative zum Raps gefunden, der beim Anbau mit Insektiziden behandelt werden muss“, sagte Werner Klemme. Da dieser Mohn in Deutschland bisher kaum angebaut werde, gebe es auch keine Schädlinge, die den Einsatz solcher Mittel erforderten. Klemme: „Daher haben wir aufgrund seiner Natürlichkeit und der Nähe zum Teutoburger Wald für unser Produkt das Label ‚TeutoMohn – natürlich aus Lippe‘ gewählt. Die Produkte aus den Körnern dieses Mohns, die wir über unseren Hofladen und gemeinsam mit Bäckereien vertreiben wollen, sind unter anderem die Mohnkörner, Mohnöl oder auch einen aus ihnen hergestellten Senf.“

Klemme räumte ein, dass dieses Projekt auch ein unternehmerisches Experiment sei, da diese Mohnpflanze schwer anzubauen sei. Der Ertrag schwanke daher. Im optimalen Fall könne der Hof eine Tonne Körner pro Hektar ernten. „Bei zu trockenen Boden zum Beispiel kann es aber auch schief gehen. Diese Befürchtung hatten wir sogar zunächst in diesem Jahr, aber nun hat es doch geklappt“, freute sich der junge Landwirt über den Erfolg. Laufe es weiter so gut, könne im August gedroschen werden, ist er zuversichtlich. Für das kommende Jahr plane er sogar eine Erweiterung der Flächen auf etwa 30 Hektar.

 

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