Corona verhindert verlässliche Planungen in Kalletal – Entscheidung im August
Karnevals-Session vor dem Aus

Kalletal (WB). Die Kalletaler Karnevals-Session 2021 fällt sehr wahrscheinlich komplett aus. Schuld daran ist Corona. Die endgültige Entscheidung wird spätestens Ende August getroffen. „Noch haben wir nichts beschlossen. Aber die Tendenz ist ziemlich eindeutig“, sagt Frank Schwier, Pressesprecher der Karnevals-Abteilung der SG Kalldorf.

Mittwoch, 22.07.2020, 06:48 Uhr aktualisiert: 22.07.2020, 06:50 Uhr
Frank III. Schwier rechnet schon damit, gemeinsam mit Denise I. Luhmann als „Corona-Prinzenpaar“ in die Geschichte des Kalldorfer Karnevals einzugehen. Foto: Reiner Toppmöller
Frank III. Schwier rechnet schon damit, gemeinsam mit Denise I. Luhmann als „Corona-Prinzenpaar“ in die Geschichte des Kalldorfer Karnevals einzugehen. Foto: Reiner Toppmöller

Frank Schwier ist zugleich amtierender Karnevalsprinz der 63. Session. Als Frank III. Schwier steht er seit dem 11. 11. vorigen Jahres gemeinsam mit Prinzessin Denise I. Luhmann an der Spitze des närrischen Volkes der lippischen Großgemeinde. Die Nachfolger von Frank III. und Denise I. sollten eigentlich am 11. November 2020 gefeiert werden – also in etwa vier Monaten. Doch das könnte sehr eng werden, sagt Schwier: „Alle Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sind generell bis Ende Oktober abgesagt worden. Niemand weißt, wie sich Corona bis dahin entwickelt. Niemand weiß, ob danach tatsächlich wieder solche Veranstaltungen erlaubt sein werden.“

Küsschen, Alkohol und Menschenmassen

Für Frank Schwier ist es kaum vorstellbar, dass ab November wieder wie gewohnt Party gemacht werden kann. Gute Stimmung, Umarmungen, Küsschen, Alkohol, Menschenmassen – all das, was zum Karneval dazu gehöre, sei wegen Corona nicht möglich. Erforderliche Hygieneregeln und Abstände könnten nicht eingehalten werden. Selbst das sonst übliche schnelle Spülen der Gläser sei aus Gründen des Infektionsschutzes nicht erlaubt: „All das macht es sehr schwierig, Karneval zu feiern.“

Fraglich ist, wie die Lage im nächsten Jahr aussehen wird. Armin Laschet hatte vor einigen Tagen festgestellt, dass Straßenkarneval angesichts von Corona nicht in die Zeit passe. Ein generelles Karnevalsverbot des Landes gibt es (noch) nicht – allerdings Kritik zahlreicher Karnevalisten vor allem aus dem Rheinland an der Äußerung des Ministerpräsidenten. Sie bedauern, dass der dem närrischen Treiben zu frühzeitig eine Absage erteilt habe.

Eerhebliche finanzielle Risiken

Frank Schwier und andere Verantwortliche der SG Kalldorf sehen das etwas emotionsloser. Sie haben auch die erheblichen finanziellen Risiken im Blick, sollten sie die 64. Session allen Vorzeichen zum Trotz erst einmal wie gewohnt planen und dann später doch gezwungenermaßen absagen müssen. Die Veranstalter müssten für vieles in Vorleistung treten. Beispielsweise müsste demnächst der Vertrag für das große Festzelt unterschrieben werden. Wie schon zu Beginn der Session des Jahres 2020 wird nämlich auch im nächsten Februar die Sporthalle in Hohenhausen für die große Prunksitzung noch nicht wieder zur Verfügung stehen.

„Wir hatten eine tolle Session“, blickt der amtierende Karnevalsprinz auf die vergangenen Monate zurück: Am 11. November war Proklamation im Dorfgemeinschaftshaus, am 19. Januar die Kinderprunksitzung, am 15. Februar die große Karnevalsparty im Zelt und eine Woche später der Festumzug durch Hohenhausen – und kurz danach kam der Corona-Lockdown, der alles lahmlegte.

Frank III. Schwier rechnet schon damit, gemeinsam mit Denise I. Luhmann als „Corona-Prinzenpaar“ in die Geschichte des Kalldorfer Karnevals einzugehen. „Wir bleiben im Amt, bis wir abgelöst werden“, sagt Schwier. Wie es derzeit aussieht, könnte dem Paar eine zweijährige Regentschaft bevorstehen.

Kommentar

Das hat es in der mehr als 60-jährigen Geschichte des Kalldorfer Karnevals noch nicht gegeben: Am 11.11. nachts um 11.11 Uhr passiert – nichts. Keine Proklamation, keine Party, kein Start in eine neue Session. Noch haben die Verantwortlichen das letzte Wort in dieser Sache nicht gesprochen. Aber alles deutet darauf hin, dass der Kaneval ausfallen wird. Jede andere Entscheidung würde 1. ein sehr großes finanzielles Risiko bedeuten, 2. bei einer zu einem späteren Zeitpunkt verordneten Absage zu Frust bei den Ehrenamtlichen führen, die bis dahin viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt haben und 3. ein völlig falsches Signal sein. Corona ist längst noch nicht besiegt. Und deshalb muss der Spaß abgesagt werden. So traurig das auch ist. Jürgen Gebhard

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