Projekt „Soziale Dorfentwicklung: Lüdenhausen zieht Bilanz
Das Ziel ist erreicht

Kalletal (WB). Vier Jahre, 75.000 Euro und zahlreiche Aktionen, die Lüdenhausen voran gebracht haben: Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt „Zukunft Lüdenhausen 2050 eG“ der „Sozialen Dorfentwicklung“ ist ausgelaufen.

Freitag, 11.09.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 05:01 Uhr
Sie haben sich federführend um die soziale Dorfentwicklung in Lüdenhausen gekümmert (von links): Catharina Hempelmann vom Kreis Lippe, Michaela Lehnert vom Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe und Ute Seidemann von der Gemeinde Kalletal. Foto: Frank Lemke
Sie haben sich federführend um die soziale Dorfentwicklung in Lüdenhausen gekümmert (von links): Catharina Hempelmann vom Kreis Lippe, Michaela Lehnert vom Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe und Ute Seidemann von der Gemeinde Kalletal. Foto: Frank Lemke

„Dieses Projekt zeigt, wie viel in einem ländlichen Raum möglich ist“, sagt Cajus Caesar, der sich vor vier Jahren als Mitglied des Bundestages für den Antrag auf Fördermittel eingesetzt hat. Der ging am 9. September 2016 beim BMEL ein. Zwölf Tage später kam die Zustimmung als Antwort. Bereits einen weiteren Tag später veranstaltete die Gemeinde einen Infoabend über das Projekt.

Sorgfältige Investitionen

Das Dorf hat die insgesamt 75.000 Euro Fördermittel sorgfältig investiert. Am 7. April 2017 gründete Lüdenhausen die Dorfgenossenschaft „Zukunft Lüdenhausen 2050 eG“. Die Möglichkeiten der Genossenschaften sprachen sich herum. Im Herbst sammelte die neunjährige Beyza Türken Unterschriften für eine Basketballanlage im Dorf, die so finanziert werden konnte. Dank des Projekts wurde auch der „Senioren Informationsdienst Lippe“ (SinfoL) aufgebaut, der ältere Menschen unterstützt. Lüdenhausen bekam zwei Elektroautos, um die Dorfgemeinschaft zu unterstützen. Mit der Dorfapp „DORFnet“ bekamen Lüdenhausen und das Kalletal ein eigenes Portal im Internet, welches die Dörfer miteinander verbindet und den Alltag mit verschiedenen Angeboten erleichtert: ein Buchungsportal für das Elektroauto, ein digitaler Müllkalender oder ein Leerstands-Live-Guide.

Die Maßnahmen haben sich mit den Jahren entwickelt. Die Elektroautos haben großen Zuspruch erfahren. Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Einzugsgebiet des SinfoL neben Lüdenhausen, Asendorf, Henstorf, Niedermeien und Herbrechtsdorf auch auf die Dörfer Bavenhausen, Talle, Westorf und Osterhagen ausgeweitet.

Hunderte Software-Nutzer

Die Dorfapp wurde erweitert. Täglich nutzen Hunderte Kalletaler die Software. Zahlreiche weitere Aktionen wie der „Tag des Nachbarn“, mobile Notfalldosen oder die „Veener Dorfgespräche“ haben das Kalletal bereichert.

„Die Zielgerade ist erreicht“, sagte Bürgermeister Mario Hecker. Schön sei unter anderem, dass aus dem Projekt eine feste Arbeitsstelle beim SinfoL hervor gegangen ist. Die einzelnen Bausteine der sozialen Dorfentwicklung Lüdenhausen werden noch lange Früchte tragen.

 

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