Stimmen aus Vlotho und Kalletal zu möglichen Silvester-Beschränkungen
Geht es auch ohne Feuerwerk?

Vlotho/Kalletal (WB) -

Wegen der Corona-Pandemie hat die Politik ein generelles Feuerwerks-Verbot zu Silvester in die Diskussion gebracht. Was sagen Menschen in Vlotho und Kalletal zum Silvesterfeuerwerk in Zeiten von Corona?

Mittwoch, 25.11.2020, 09:10 Uhr
Ein Jahreswechsel ohne Feuerwerk ist auch für viele Menschen in Vlotho unvorstellbar. Die Politik will heute Einschränkungen verkünden.
Ein Jahreswechsel ohne Feuerwerk ist auch für viele Menschen in Vlotho unvorstellbar. Die Politik will heute Einschränkungen verkünden. Foto: Dr. Claus Sassenberg

„Als Erwachsener brauche ich das nicht. Die Kinder und die Jugendlichen haben ihren Spaß daran“, stellt der Valdorfer Gemeindepfarrer Christoph Beyerfest, „der Knackpunkt ist doch, ob man sich in großen Gruppen trifft oder ob man das im eigenen Garten macht. Natürlich kann man immer darüber diskutieren, ob ein Feuerwerk ökologisch vertretbar ist.“ Für viele Menschen stehe in diesem Jahr nicht die Frage im Vordergrund, ob es ein Feuerwerk gibt, sondern wie und und in welchem Kreis man Silvester überhaupt feiern könne.

Ratsmitglied Anke Hollensteiner aus Vlotho hält nichts von Verboten, zumal die kaum zu kontrollieren seien: „Vielmehr sollte man an die Menschen appellieren, den Notaufnahmen zuliebe aufs Feuerwerk zu verzichten oder es zu reduzieren. Im Jahr 2020 haben die meisten von uns ohnehin auf vieles verzichtet – warum nicht auch auf ein riesiges Feuerwerk zuliebe derer, die in den Krankenhäusern für die Bevölkerung die Stellung halten? Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Anschaffung von Feuerwerk für manche Familien dieses Jahr eine finanzielle Überlegung sein wird.“

Einschränkungen beim Silvesterfeuerwerk, um Krankenhäuser zu entlasten, könne er nachvollziehen, meintSven Tschötschelaus der Q1 des Weser-Gymnasiums. Andererseits, so gibt er zu bedenken, sei 2020 für viele Menschen wegen der Corona-Pandemie ein schlechtes Jahr: „Silvester ist der Höhepunkt und ein Stück Normalität, worauf sich viele freuen und da gehört das Feuerwerk einfach dazu.“

Ein generelles Feuerwerksverbot hält  Merle Stemmer aus Vlotho für nicht angemessen. Sie sagt: „Ich habe schon als Kind geliebt zu böllern. Natürlich weiß ich als Tierbesitzerin, dass das für Tier und Natur eine starke Belastung ist. Aber trotzdem ist für mich ein Feuerwerk ein ganz besonderes Silvester-Highlight. Ich könnte zugunsten eines zentralen Feuerwerks auf eigenes Zünden verzichten.“

Eine durchaus differenzierte Meinung hat Vlothos FeuerwehrchefTorsten Sievering: „Es gibt sicherlich Argumente, die für eine solche Einschränkung sprechen. So kann ich diese Maßnahme für große Feste in den größeren Städten gerade in dieser Corona-Krise nachvollziehen.“ In Vlotho habe es in den vergangenen Jahren nur vereinzelt einen durch Böller verursachten Mülltonnen- oder Heckenbrand gegeben. Sievering: „Aber in Corona-Zeiten ist auch hier die Situation eine besondere. Da wir die Einheiten wegen der Infektionsgefahr nicht mischen dürfen, wird es dieses Jahr keine spezielle Silvester-Bereitschaft geben. Der Feuerwehr würde ein Verzicht aufs Feuerwerk daher natürlich entgegenkommen.“ Auf der anderen Seite bestehe aber bei einem Verbot auch immer die Gefahr, dass verstärkt illegale Feuerwerke mit gefährlichen, selbst gebauten Böllern gezündet würden.

„Ich kann das Knallen nicht ab und viele Tiere leiden darunter“, sagtBarbara Weitkamp (Tierschutz). Auch in anderen Zeiten könne sie gut aufs Feuerwerk und auf die Böllerei zu Silvester verzichten: „Sich dafür oder dagegen auszusprechen, hat nicht mit der aktuellen Diskussion in der Corona-Pandemie zu tun.“

„Das Silvester-Feuerwerk gehört zur Tradition“, sagt Olaf Hundeloh,Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft. Er selbst kaufe immer wegen der Kinder ein paar Raketen: „Dass die Politik nun Feuerwerk und Corona verbindet, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar.“

Ähnlich sieht es Kalletals Bürgermeister Mario Hecker: „Meiner Meinung nach sollte man keine offizielle Verbotsregelung treffen. Die Leute im Land haben während der Lockdown-Phasen sich überwiegend an die bestehenden Regeln gehalten. Ich denke, jeder Einzelne ist so vernünftig, dass er für sich entscheiden kann, ob er in diesen Zeiten ein Feuerwerk haben muss.“

Zwiegespalten ist Simon Prüßner, Ratsmitglied im Kalletaler: „Für die Entlastung der Rettungskräfte in Corona-Zeiten und auch für die Tiere fände ich so ein Verbot sinnvoll. Andererseits wäre es gerade für die Kinder und Jugendlichen, die sich an Silvester darauf freuen, sehr schade.“

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