Hundeschule Kalletal sieht sich benachteiligt – MdL Jürgen Berghahn informiert sich bei Lutz Weitkamp
Corona erschwert Welpenerziehung

Kalletal (WB) -

Mit den ersten Lockerungen Ende Februar dürfen auch Hundeschulen in NRW wieder Einzel- und Spielstunden anbieten – aber keine Gruppentrainings. Davon betroffen ist auch die Hundeschule Kalletal. Inhaber Lutz Weitkamp hofft nun auf Unterstützung durch den Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn.

Montag, 12.04.2021, 19:05 Uhr aktualisiert: 13.04.2021, 08:58 Uhr
Landtagsabgeordneter Jürgen Berghahn (links) informiert sich bei Lutz Weitkamp über die aktuelle Situation.
Landtagsabgeordneter Jürgen Berghahn (links) informiert sich bei Lutz Weitkamp über die aktuelle Situation. Foto: SPD

Auf dem Gelände der Hundeschule Kalletal am Rande des Gewerbegebietes Echternhagen tummeln sich normalerweise Herrchen und Frauchen mit ihren Vierbeinern. Jetzt aber herrscht die meiste Zeit gähnende Leere. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll“, berichtet Hundeschulen-Betreiber Lutz Weitkamp. Mit den ersten Lockerungen Ende Februar dürfen auch Hundeschulen in NRW wieder Einzel- und Spielstunden anbieten – aber keine Gruppentrainings. Seitdem hat sich nichts verbessert. Jetzt hofft Lutz Weitkamp auf Unterstützung des SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Berghahn.

„Warum das bei uns auf dem Trainingsplatz im Freien nicht möglich sein soll, kann ich nicht verstehen. Wir haben hier genug Platz und sind an der frischen Luft“, sagt Weitkamp seinem Besucher. Zur Verdeutlichung hat er sechs farbige Hütchen auf seinem 900 Quadratmeter großen Gelände in der Runde verteilt – jedes mit mehreren Metern Abstand zueinander. „Man sieht, dass beispielsweise Junghundetrainings mit sechs Personen und Tieren hier gar kein Problem sind“, sagt der erfahrene Hundetrainer, der seit 2014 seine Schule in Echternhagen betreibt und schon vor Monaten ein von der Gemeinde abgesegnetes Hygienekonzept erstellt hat.

Hinzu kommt, dass die Vorgaben für Hundeschulen in anderen Bundesländern nicht so streng sind wie in NRW. „Nur wenige Kilometer von hier in Niedersachsen dürfen Hundeschulen manche Gruppentrainings anbieten. Wir aber nicht“, sagt Weitkamp. Er habe schon von mehreren gehört, dass sie deshalb nun beispielsweise nach Bückeburg führen, um dort die entsprechenden Gruppenangebote für ihre Vierbeiner in Anspruch nehmen zu können: „Das ist Wettbewerbsverzerrung.“ Denn: Allein von Einzel- und Spielstunden für Hunde könne er seine Schule nicht wirtschaftlich betreiben.

Dabei könne er sich vor Anfragen derzeit kaum retten. „Durch die Kontaktbeschränkungen in der Pandemie haben sich offenbar sehr viele Leute ein Haustier zugelegt. Viele Neu-Besitzer suchen sich bei der Erziehung Rat und treten an die Hundeschulen heran. „Doch da wir derzeit nur Einzelstunden anbieten dürfen, können wir die Nachfrage gar nicht bedienen“, sagt Weitkamp. Viele Herrchen und Frauchen würden außerdem Gruppenstunden bevorzugen, die derzeit aber nicht in NRW erlaubt sind.

„Auch in der Coronaschutzverordnung werden wir mit keiner Silbe erwähnt“, ärgert sich Weitkamp, der sich wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen im Stich gelassen fühlt.

Das kann der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn gut verstehen. „Ich habe das Gefühl, dass Hundeschulen von der Landesregierung schlicht und ergreifend vergessen wurden. Leider kein Einzelfall“, sagt Berghahn. Immer wieder würden manche Berufsgruppen nicht berücksichtigt: „Ein Beispiel dafür ist die Schausteller- und Eventbranche, die seit Monaten keine Einnahmen hat und für die es auch keine Rettungsschirm-Programme gibt.“ Das hätten er und die SPD im Landtag immer wieder gefordert.

Auch für Weitkamp und die anderen Hundeschulenbesitzer in NRW wird sich der Landtagsabgeordnete aus Blomberg einsetzen. In einem ersten Schritt hatte Berghahn bereits ein Schreiben an das Wirtschaftsministerium verfasst. Eine Reaktion steht noch aus. „Ich werde mich auf jeden Fall um das Thema weiter kümmern und mich dafür einsetzen, dass auch Hundeschulen in NRW Gruppentrainings anbieten dürfen. Warum das in Niedersachsen möglich ist und bei uns nicht, ist wie so vieles in der Pandemie kaum noch jemandem zu erklären.“

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