Mi., 27.02.2019

Altenbeken im April fünf Tage abgeschnitten – Folgen für OWL Bauarbeiten lähmen Zugverkehr

Auch am Bielefelder Hauptbahnhof werden die Auswirkungen der Modernisierungsarbeiten in Altenbeken und an den Brücken in Lage spürbar sein. Der zuständige Zweckverband NWL verspricht ausreichenden Ersatzverkehr.

Auch am Bielefelder Hauptbahnhof werden die Auswirkungen der Modernisierungsarbeiten in Altenbeken und an den Brücken in Lage spürbar sein. Der zuständige Zweckverband NWL verspricht ausreichenden Ersatzverkehr. Foto: Christian Köster/Keolis

Von Jan Gruhn

Altenbeken/Lage (WB). Kunden müssen mit massiven Beeinträchtigungen rechnen: Der Bahnhof in Altenbeken (Kreis Paderborn) ist vom 1. April an für fünf Tage vom Zugverkehr abgekoppelt.

Grund dafür ist die Inbetriebnahme eines neuen elektronischen Stellwerks, mit dem der Schienenverkehr künftig von Hamm aus gesteuert werden soll, wie Stefan Honerkamp vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) am Dienstag mitteilte.

RRX betroffen

Stefan Honerkamp vom NWL.

Bereits ab 29. März, 22 Uhr, werden demnach die Gleise im Bahnhof Altenbeken gesperrt. Am 1. April sollen dann ab 4 Uhr morgens sämtliche Gleise von Paderborn über Benhausen, Altenbeken, Langeland bis Himmighausen beziehungsweise Buke durchgehend dicht gemacht werden. In dieser Zeit verkehrten keine Züge von Paderborn in Richtung Kassel beziehungsweise Hannover, hieß es am Dienstag von Seiten der Deutschen Bahn, die für die Umbaumaßnahmen zuständig ist.

Von den Ausfällen betroffen sind die Linien RE11 (Rhein-Ruhr-Express/RRX), RB 72, RE 82, RB 84, RB 85, RB 89 und S5 sowie der Fernverkehr im Abschnitt Hamm bis Kassel-Wilhelmshöhe. Verschiedene Ersatzverkehre werden Honerkamp zufolge eingerichtet. Weil zum Beispiel der RE11 zwischen Paderborn und Willebadessen ausfällt, soll es einen zweistündlichen Schienenersatzverkehr-Bus mit Halt in Altenbeken geben. Zudem würden zwei zusätzliche Fahrten Willebadessen–Kassel-Wilhelmshöhe angeboten, kündigt der NWL an.

Brückenarbeiten in Lage

Doch nicht nur die Arbeiten in Altenbeken werden die Bahnfahrer in Ostwestfalen-Lippe in der nächsten Zeit beschäftigen – denn auch in Lage (Kreis Lippe) wird demnächst kräftig gebaut. Anfang April beginnt die Deutsche Bahn mit der Sanierung von vier Eisenbahnbrücken. Betroffen sind die Brücke »Bega« in Schötmar (Baujahr 1880), das Kreuzungsbauwerk (1903), die Brücke »Feldweg« in Lage-Wissentrup (1902) und die Überführung »Werre« in Lage-Ehrentrup (1903). Insgesamt investiert die verantwortliche DB Netz AG eigenen Angaben zufolge 21 Millionen Euro.

Das Bahnnetz und der Ersatzverkehr.

Drei Linien betroffen

Ab dem 5. April, 22 Uhr, bis einschließlich 13. Oktober werde der Bahnhof in Lage nur noch aus südlicher Richtung anzufahren sein, sagte Honerkamp. Mit einem »opulenten Schienenersatzverkehr« (Honerkamp) wollen NWL und das betroffene Verkehrsunternehmern Keolis mit seiner Marke Eurobahn die daraus resultierenden Ausfälle abfangen. Die Kosten dafür beliefen sich auf eine etwa siebenstellige Summe.

Betroffen sind die Linien RB 72, RB 73 und RE 82. Letztere ist bereits durch die Brückenbauarbeiten in Bielefeld eingeschränkt.

Neben diversen Verkehrsalternativen entlang der Strecke richtet der NWL eigenen Angaben zufolge einen Schnellbus zwischen Bielefeld und Lage ein. Dieser Bus soll keinen Zwischenstopp machen. Es bleibe zudem die schon jetzt bestehende Schnellverbindung zwischen Bielefeld-Sieker (Stadtbahn) und Detmold bestehen.

Kritik von Pro Bahn

Unverständnis für den Zeitpunkt der Sperrungen in Folge der Baumaßnahmen in Altenbeken herrscht derweil beim Fahrgastverband Pro Bahn in OWL. Regionalvorsitzender Willi Wächter kritisiert in einem Brandbrief an DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, dass die Region bereits von der 54-stündigen Vollsperrung des Bahnhofes Bielefeld ab dem 15. März hart getroffen sei. Laut Pro Bahn wäre es besser gewesen, die Arbeiten zusammenzulegen und so vor allem die Berufspendler von den Störungen zu verschonen. Sprecher des NWL und der Bahn wiesen diese Kritik jedoch mit Verweis auf die technischen Abläufe zurück.

Detaillierte Informationen zu allen Ersatzverbindungen gibt es dem NWL zufolge im Internet.

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