Di., 02.07.2019

Entsorger lässt im Kreis Lippe Biomüll wegen zu vieler Fremdstoffe stehen Hunderte Tonnen nicht abgeholt

Diese Plastikflasche stammt aus einer Biomüll-Lieferung, die im Kompostwerk Lemgo einging.

Diese Plastikflasche stammt aus einer Biomüll-Lieferung, die im Kompostwerk Lemgo einging. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Lemgo (WB). Hunderte Mülltonnen pro Tag sind im Kreis Lippe in den vergangenen Wochen nicht geleert worden. Der Grund: zu viele Stoffe, die nicht in den Bioabfall gehören.

Bei zum Teil mehr als 35 Grad Außentemperatur ist das Öffnen einer Biotonne alles andere als ein Genuss. Doch was passiert erst, wenn der Behälter auch noch zwei Wochen länger als geplant stehen bleibt? Vor gut zweieinhalb Wochen hatten die Abfallbeseitigungs-GmbH Lippe (ABG) und das Entsorgungsunternehmen Pre Zero angekündigt, den Bioabfall im Kreis verstärkt zu kontrollieren – technisch, aber auch mit Hilfe von mehr Personal (wir berichteten). Sind zu viele Fremdstoffe drin, sollten die Müllwerker die Tonnen stehenlassen. »Zwischen fünfzig und mehr als hundert Behälter täglich haben wir nicht geleert«, erklärt am Montag René Filla, Niederlassungsleiter bei Pre Zero.

Doch es seien weniger böse Anrufe eingegangen als erwartet, sagt Ulrich Frohmann von der ABG. Die Tatsache, dass die »Tonnensünden« von den Mitarbeitern fotografisch festgehalten würden, schrecke offenbar viele ab, schätzt der Geschäftsführer. »Dennoch gab es den einen oder anderen Anrufer, der sehr aufgebracht war« und seiner Wut freien Lauf gelassen habe.

Kostenpflichtige Beistellsäcke

Besonders viele Müllsünder gebe es in Lage und Lemgo, in Bad Salzuflen hingegen sei der Müll eher sortenrein.

Bleibt die Tonne stehen, hängen die Müllwerker ein rotes Hinweisschild daran. Darauf werden die Haushalte aufgefordert, den Abfall nachzusortieren – gerade beim Biomüll keine appetitliche Angelegenheit. Die nächste Abholung erfolge im Rhythmus des Abfuhrkalenders, sagt Frohmann. Für den in der Zwischenzeit anfallenden Müll, der nicht mehr in die Tonne passe, müssten die kostenpflichtigen Beistellsäcke genutzt werden.

Frohmann warnt erneut davor, die im Supermarkt als kompostierbar beworbenen Biomüllbeutel aus Plastik zu verwenden. Die bräuchten deutlich länger als der Rest des Abfalls, um zersetzt zu werden. Zumal es für die Müllwerker schwierig zu unterscheiden sei, ob es sich um kompostierbares oder herkömmliches Plastik handele. Deshalb sollten Verbraucher lieber zu Varianten aus Papier greifen.

Wer die Beutel verwendet, weil die Biotonne so sauberer bleibe, dem empfiehlt Frohmann sein ganz persönliches System: »Nach der Abholung legen wir bei uns zu Hause zuerst einen Eierkarton auf den Boden des Behälters.« Dieser sauge etwaige Flüssigkeit auf. »Dann stellen wir einen Pappkarton in die Tonne«, erklärt Frohmann weiter. So vorbereitet, falle der Abfall bei der Abfuhr ohne Probleme aus der Tonne. Nichts bleibe kleben. Ein Ausspülen der Tonne nach der Abfuhr sei in der Regel nicht notwendig.

Kommentare

Naja, irgenwann wird sich der Müll in der Landschaft wiederfinden... Auch nicht das Beste. Da sollte man doch besser eine zusätzliche Sortierung im Unternehmen durchführen. Die kann zum größten Teil automatisiert erfolgen.

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