Fr., 19.07.2019

Der 23-jährge Lukas Zerbe ist der Neffe des TBV-Urgesteins Volker Zerbe Vom Einlaufkind an der Hand des Onkels zum Erstligaprofi

Im Trikot des TuS Ferndorf hat Lukas Zerbe eine Saison lang überzeugt. Jetzt ist er nach Lemgo zurückgelehrt.

Im Trikot des TuS Ferndorf hat Lukas Zerbe eine Saison lang überzeugt. Jetzt ist er nach Lemgo zurückgelehrt. Foto: imago

Von Hans Peter Tipp

Lemgo (WB). Der TBV Lemgo hat wieder einen Zerbe . Lukas heißt er, und natürlich nennt der Neffe des TBV-Urgesteins Volker Zerbe seinen Onkel, wenn er von Vorbildern spricht. Aber auch Tennisstar Roger Federer hat im Leben des 23 Jahre alten Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten schon eine Rolle gespielt.

Den berühmten Namen hat Lukas Zerbe nach eigener Einschätzung noch nie als Belastung empfunden. Manchmal kokettiert der jüngste Spross der lippischen Handballdynastie sogar mit der Familienhistorie. So hat er seinen Instagram-Account »Little Zebu« genannt, kleiner Zebu. Zebu? Das war doch, richtig, der Spitzname seines bekannten Onkels – aber den trug im Lemgo nicht Volker allein, wie Lukas Zerbe weiß: »Volker war Zebu, und mein Vater war Old Zebu. Da fand ich Little Zebu gar nicht schlecht.«

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»Der Name war für mich immer eine Motivation, ein Ansporn.«

Lukas Zerbe

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»Der Name war für mich immer eine Motivation, ein Ansporn«, erzählt der 1,84 Meter große Linkshänder, der als Mini vor 19 Jahren beim TBV mit dem Handball begann und jetzt als Rückkehrer nach einem Jahr beim TuS Ferndorf (2. Liga) erstmals fester Bestandteil des Lemgoer Erstligakaders ist: »Natürlich habe ich davon geträumt, auch mal so erfolgreich zu sein wie mein Onkel.«

Der prägte als Rekordtorschütze die erfolgreichste TBV-Ära mit Meistertiteln sowie nationalen und europäischen Pokalsiegen. Der 2,11 Meter große Volker Zerbe, 284-facher Nationalspieler, Olympiasilbermedaillengewinner und Europameister, der nie für einen anderen Verein als den TBV spielte, galt damals als einer der besten Handballer der Welt. Nach der turbulenten Trennung vom TBV als Geschäftsführer vor sieben Jahren ist der »Immer-Lemgoer« in Berlin heimisch geworden. Bei seinem Neffen hat sein Wort weiter großes Gewicht. Lukas Zerbe: »Ich tausche mich ab und zu mit ihm aus. Beim Wechsel nach Ferndorf war er ein Ansprechpartner, bei dem ich mir viele Tipps geholt habe. Aber nicht nur er. Mein Papa hat ja auch für den TBV in der ersten Liga gespielt.«

Natürlich führte Lukas Zerbes Weg früh in die Lipperlandhalle. »Als kleiner Junge habe ich vor den Spielen immer mit meinem Onkel, mit Blacky Schwarzer oder auch mit Florian Kehrmann und all den anderen rumgedölmert«, erinnert sich die 23-Jährige. Mehrfach lief er mit den TBV-Profis in die Arena ein – »ein Mal sogar an der Hand meines Onkels.«

Federer auf dem Spielplatz getroffen

Doch sportliche Vorbilder hat Lukas Zerbe als Jugendlicher nicht nur in der eigenen Familie gefunden. Tennisstar Roger Federer zählt auch dazu. Ihn hat der Handballer, der lange Fußball und Tennis gespielt hat, vor einigen Jahren in der Schweiz persönlich kennengelernt. Lukas Zerbe: »Wir waren zu Besuch bei meiner Tante, als es hieß, Roger Federer sei in der Nähe mit seinen Kindern auf einem Spielplatz. Da bin ich natürlich sofort hin und habe mir ein Autogramm geholt. Er hat sich sogar Zeit genommen und kurz mit uns gesprochen. Ich muss sagen: Er ist als Persönlichkeit ein echtes Vorbild.«

Doch mit jetzt 23 Jahren ist es für das Einlaufkind von einst, den Bankkaufmann und BWL-Studenten, an der Zeit, sich von Vorbildern zu emanzipieren und selbst einen Namen zu machen. In Ferndorf in der 2. Liga ist ihm das in zwölf Monaten gut gelungen. Lukas Zerbe erzielte in 38 Spielen 173 Tore, erhielt viel Spielzeit und durfte als Siebenmeterschütze Verantwortung übernehmen. Er habe »raus aus der Komfortzone und raus aus dem Hotel Mama« gewollt, begründet er den Wechsel, den er trotz der schnellen Rückkehr nach Lemgo als richtig, wichtig und lehrreich einstuft: »Ich habe mich persönlich und sportlich in diesem Jahr weiterentwickelt.«

So soll es auch beim TBV weitergehen. Hinter dem erfahreneren Neuzugang Bobby Schagen, startet Lukas Zerbe zunächst als Rechtsaußen Nummer zwei in die neue Saison. Folglich muss er sich täglich in den Übungsstunden beweisen, sich anbieten und bei Einsätzen überzeugen. Dabei spielt der bekannte Name endgültig keine Rolle mehr.

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