Modehändler leiden unter Pandemie-Einschränkungen und gehen nun an die Öffentlichkeit
„Wir machen AUF-merksam“

Bielefeld/Halle (WB) -

Zahlreiche Modehändler machen an diesem Montag mit einer Aktion in den sozialen Medien von sich reden. Sie stellen vor ihre Geschäfte und halten Plakate. Auf denen steht: „Wir machen auf-“ – und etwas kleiner angefügt: „-merksam“.

Montag, 11.01.2021, 16:18 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 18:16 Uhr
„Wir machen auf-merksam“ heißt s auch auf dem Plakat von Silke Greitemeier. Sie ist Inhaberin des Textilgeschäftes „SIG – feine Wäsche für Sie und Ihn“ in Bad Driburg.
„Wir machen auf-merksam“ heißt s auch auf dem Plakat von Silke Greitemeier. Sie ist Inhaberin des Textilgeschäftes „SIG – feine Wäsche für Sie und Ihn“ in Bad Driburg. Foto: privat

Aufmerksam machen wollen sie mit Ihrer Kampagne und dem Slogan auf die schwierige Situation der Branche. Gerade erst hat an diesem Wochenende die Modekette Adler Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Mit zwei Standorten – Paderborn und Porta Westfalica – ist sie auch in Ostwestfalen-Lippe vertreten.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr dürfen die Modehändler vor Ort wochenlang ihre Geschäfte nicht öffnen. Da die Kundschaft einerseits ins Onlinebusiness ausweicht und Mode andererseits „verderblich“ ist, besteht kaum Hoffnung, dass die verlorenen Umsätze wieder wettgemacht werden können.

T

Mitarbeiterin der Gerry-Weber-Filiale in Herne mit dem Plakat: „Wir machen auf-merksam“.

Mitarbeiterin der Gerry-Weber-Filiale in Herne mit dem Plakat: „Wir machen auf-merksam“. Foto: Gerry Weber

atsächlich machen die teilnehmenden Modehändler auf – allerdings nur für ein Foto mit einem schwarz-weißen und gelben Plakat. Verbreitet werden sie unter den Hashtags #wirmachenAUFmerksam und #freundschaftsdienst.eu. Anschließend werden die Plakate noch in den Schaufenstern aufgehängt.

Mit dabei sind bei der Aktion auch 180 Filialen des Modekonzerns in Halle im Kreis Gütersloh. Das sind nach Angaben der Pressesprecherin Kristina Schütze 90 Prozent der eigenen Modehäuser in Deutschland. In Ostwestfalen-Lippe machen sogar alle mit; dazu zählt neben den Filialen in Herford, Bad Driburg, Bad Salzuflen und Lemgo auch das Outlet-Center in Halle selbst.

Alexander Gedat, Vorstandsvorsitzender von Gerry Weber, fordert, dass der Modehandel zumindest der Gastronomie gleichgestellt wird. „Mit unserer Teilnahme an der Aktion möchten wir ganz akut aufmerksam machen auf die absolut existenzgefährdende Lage, in der sich der Einzelhandel und die deutsche Modebranche befinden“, erläutert Gedats Vorstandsmitglied Angelika Schindler-Obenhaus.

Beide Manager fordern außer Ausgleichszahlungen auch eine „klare Perspektive, wann der Handel wieder öffnen kann, die Möglichkeit für spätere zusätzliche Sonntagsöffnungszeiten sowie die Schaffung einer rechtlichen Grundlage, Ladenmieten kürzen zu können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7761133?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2949427%2F
Brinkhaus: „Die Union hat in OWL auch eine konservative Handschrift“
Ralph Brinkhaus (CDU) aus OWL ist Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag.
Nachrichten-Ticker