Sina Lehmann aus Bielefeld, Sebastian Fischer aus Leopoldshöhe und Peter Schoppe aus Oerlinghausen erhalten Auszeichnung
Sie retteten der Kollegin das Leben

Bielefeld (WB). Als ihre Arbeitskollegin am 12. März vergangenen Jahres bewusstlos zusammenbrach, haben Sina Lehmann aus Bielefeld, Sebastian Fischer aus Leopoldshöhe und Peter Schoppe aus Oerlinghausen nicht gezögert, sondern rasch gehandelt.

Donnerstag, 16.07.2020, 12:21 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 15:26 Uhr
Regierungspräsidentin Judith Pirscher (rechts) hat Peter Schoppe aus Oerlinghausen (von links), Sebastian Fischer aus Leopoldshöhe und Sina Lehmann aus Bielefeld die Ehrenurkunde über die Belobigung des Landes Nordrhein-Westfalen übergeben. Foto:
Regierungspräsidentin Judith Pirscher (rechts) hat Peter Schoppe aus Oerlinghausen (von links), Sebastian Fischer aus Leopoldshöhe und Sina Lehmann aus Bielefeld die Ehrenurkunde über die Belobigung des Landes Nordrhein-Westfalen übergeben.

Sie reanimierten ihre Kollegin und retteten so ihr Leben. Ministerpräsident Armin Laschet hat den drei Helfern dafür eine öffentliche Belobigung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. Regierungspräsidentin Judith Pirscher übergab ihnen jetzt in Detmold ihre Ehrenurkunden.

Einsatztraining beim Hauptzollamt Bielefeld: Eine Reihe von Mitarbeitern absolviert das Training, darunter auch die Kollegin von Sina Lehmann. Die erste Übung ist beendet, als der Kollegin übel und schwindelig wird. Nicht lange, und sie bricht bewusstlos zusammen. Sina Lehmann läuft zu ihr, stellt aber weder Puls noch Atmung fest. Sofort beginnt sie mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage.

Peter Schoppe und Sebastian Fischer sind nebenan, hören von dem Vorfall und eilen zur Hilfe. Peter Schoppe greift sich einen Defibrillator – er weiß von der Herzerkrankung der Kollegin. Seit sieben Jahren lebt diese mit einem Herzschrittmacher. Der soll das Herz bei einem Kammerflimmern eigentlich am Schlagen halten.

Gemeinsam gelingt es den Dreien, Herz und Atmung der Kollegin wieder in Gang zu bringen. In diesem Zustand übergeben sie sie an die Rettungskräfte. Auch danach helfen sie dabei, den Rettungseinsatz schnell und zielführend abzuwickeln. Und: Während der gesamten Zeit sind sie für ihre Kollegin da, die inzwischen wieder bei Bewusstsein ist.

„Sina Lehmann, Sebastian Fischer und Peter Schoppe haben beherzt und fachgerecht eingegriffen“, stellte Regierungspräsidentin Judith Pirscher bei der Übergabe der Ehrenurkunden in Detmold heraus. „Es ist ihrer Hilfe zu verdanken, dass die Gerettete am Leben blieb und keinerlei Folgeschäden davongetragen hat.“

Kommentare

Hermann  schrieb: 16.07.2020 12:56
Ein toller Erfolg! Wenn es nur immer so schnell ginge und beherzte Menschen (und AED / Defibrillatoren, etwa in Fußgängerzonen usw.) schnell auffindbar und in der Nähe wären, könnten viele Menschen gerettet werden.

Die Vernetzung und Verbreitung der Geräte in der Öffentlichkeit ist noch längst nicht optimal abgeschlossen. Hauptproblem: Wie finde ich innerhalb kürzester Zeit den nächsten Defibrillator (etwa in einem Geschäft oder einer Bankfiliale...). Hinweisschilder (zum nächsten Gerät) in Fußgängerzonen usw. könnten helfen, ebenso Hinweise der Einsatzleitstelle beim Notruf oder die Polizeistreife in der Nähe, die vielleicht noch vor dem Rettungsdienst mit einem AED aus einem nahegelegenen Geschäft vor Ort sein und die Passanten/Ersthelfer unterstützen/ablösen kann. Eine (v. a. zeitkritisch) optimale Vernetzung der Hilfsdienste/Behörden wäre naklar die Grundvoraussetzung dafür.
Und wenn es letztlich nur zwei Minuten Zeitersparnis waren, die das Leben eines Menschen am Ende gerettet haben.
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