Suchhund erschnüffelt Datenträger in Lügde – mit Video
Große Durchsuchungsaktion auf dem Campingplatz »Eichwald«

Lügde (WB/ca). Unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft Detmold hat am Mittwochmorgen auf dem Campingplatz »Eichwald« in Lügde die größte Durchsuchungsaktion begonnen, die es in diesem Missbrauchsfall bisher gegeben hat.

Mittwoch, 27.02.2019, 16:32 Uhr aktualisiert: 27.02.2019, 16:34 Uhr
Unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft Detmold hat am Mittwochmorgen auf dem Campingplatz »Eichwald« in Lügde die größte Durchsuchungsaktion begonnen, die es in diesem Missbrauchsfall bisher gegeben hat. Foto: Christian Althoff
Unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft Detmold hat am Mittwochmorgen auf dem Campingplatz »Eichwald« in Lügde die größte Durchsuchungsaktion begonnen, die es in diesem Missbrauchsfall bisher gegeben hat. Foto: Christian Althoff

Vor Ort waren drei Beamte der Staatsanwaltschaft, Polizisten der Einsatzhundertschaft Bielefeld und der Ermittlungskommmission »Eichwald«.

Wir haben sogar einen Suchhund aus Sachsen hier, der darauf abgerichtet ist, Datenträger zu erschnüffeln.

Oberstaatsanwalt Ralf Vetter

Oberstaatsanwalt Ralf Vetter: »Wir haben sogar einen Suchhund aus Sachsen hier, der darauf abgerichtet ist, Datenträger zu erschnüffeln. Bereits nach kurzer Zeit hat der Hund in einem Wohnwagen des Hauptbeschuldigten einen versteckten Datenträger aufgespürt.« Der Belgische Schäferhund »Artus«, der für gewöhnlich in Sachsen im Einsatz ist, fand in einer Sesselritze einen USB-Stick in der Behausung des Hauptbeschuldigten. Der Datenträger wurde noch nicht auf Inhalte geprüft.

Die Ermittlungskommission führt eine intensive und sehr kleinteilige Untersuchung der abgesperrten Tatorte durch und räumte heute schrittweise alle Gegenstände aus der vermüllten und chaotischen Behausung des Hauptbeschuldigten in einen Container. Ziel ist es, Beweismittelverluste zu verhindern. Dabei wurden neben dem USB-Stick noch weitere Datenträger gefunden. Staatsanwaltschaft und Polizei werten die heutigen, umfangreichen Maßnahmen daher als Erfolg.

Die Tatorte auf dem Campingplatz, wo mindestens 31 Kinder missbraucht worden sein sollen, waren zuvor bereits gesichert und versiegelt worden. Dabei waren offenbar bereits Gegenstände gefunden worden, die als Beweismittel in Betracht kommen. Gegen sieben Verdächtige wird derzeit ermittelt, darunter der Hauptbeschuldigte Andreas V aus Lügde sowie Mario S. (33) aus Steinheim.

Sichtschutzzäune aufgestellt

Die Polizisten wollen Mittwoch und Donnerstag sämtliches Inventar aus den beiden Wohnwagen und der Holzhütte des Beschuldigten katalogisieren, verpacken, und sichern.

Damit die Beamten weitgehend ungestört arbeiten konnten, hatten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Herford am Morgen Sichtschutzzäune um das betroffene Areal aufgestellt.

Nordrhein Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Dienstag nach den zahlreichen Pannen bei der Polizei Lippe den Chef der Polizei im Kreis Lippe, Polizeidirektor Bernd Stienkemeier, versetzt.

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