Fr., 22.03.2019

Nach Auskunft des NRW-Innenministeriums gibt es zahlreiche Angebote Lügde: Wer hilft den Opfern?

Lügde: Ein Polizeiauto steht vor dem versiegelten Campingwagen des mutmaßlichen Täters.

Lügde: Ein Polizeiauto steht vor dem versiegelten Campingwagen des mutmaßlichen Täters. Foto: dpa

Lügde (WB/ca). Tatort Campingplatz: Wie gut werden eigentlich die Opfer und ihre Eltern betreut? Das wollte der Landtagsabgeordnete Christian Dahm vom Innenministerium wissen. »Ich habe jetzt die Antwort bekommen und denke, das alles Notwendige getan wird«, sagt der Abgeordnete aus Vlotho.

Nach Auskunft des Ministeriums wurden alle Eltern informiert, dass für sämtliche Maßnahmen (Befragungen etc.), die ihre Kinder betreffen, zunächst ihre Zustimmung eingeholt werde. »Informationen gab es außerdem zum Ablauf des Strafverfahrens, über die Nebenklagemöglichkeit und das sogenannte Adhäsionsverfahren.«

Bei diesem Verfahren können Opfer den Strafprozess nutzen, um Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche gegenüber den Angeklagten durchzusetzen – ohne später noch einen Zivilprozess führen zu müssen.

Ärztlichen Beratungsstelle

Da Eltern ebenfalls mittelbar Opfer der Missbrauchstaten seien, habe das Polizeipräsidium Bielefeld über eine Frauenberatungsstelle deren Unterstützung sichergestellt, schreibt das Ministerium. Außerdem habe man einen Kontakt zwischen den betroffenen Familien und dem Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz und zu einer ärztlichen Beratungsstelle hergestellt.

Über ein Beratungszentrum sei zudem eine kurzfristige Terminvergabe bei Psychologen und Kinder-Psychotherapeuten gewährleistet.

Elternbriefe verteilt

Zur Begleitung und Betreuung der Opfer in Niedersachsen  haben nach Angaben des Innenministeriums inzwischen Koordinierungsgespräche mit der Polizeidirektion Göttingen stattgefunden . Darüber hinaus hat der Kreis Lippe nach eigenen Angaben weitere Maßnahmen veranlasst, um Opfern und ihren Familien Hilfe bereitzustellen.

So hat der Kreis Lippe über Kitas und Schulen Elternbriefe verteilt. Familien, Schulen und Kitas, die Beratungsbedarf haben, können ihre Kontaktdaten unter 05231/621633 hinterlassen und werden zurückgerufen.

In Lippe haben Jugendamt, Gesundheitsamt und Polizei nach Angaben von Landrat Axel Lehmann einen Arbeitskreis »Kinderschutz« gegründet, um die gegenseitige Information zu verbessern und im Ernstfall gemeinsame Maßnahmen zu ergreifen.

Darüber hinaus steht auch die Opferschutzorganisation »Weißer Ring« Betroffenen als erste Anlaufstelle zur Verfügung. Sie ist erreichbar unter 0151/55164837.

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