Mi., 27.03.2019

NRW-Stabsstelle zur Bekämpfung von Kinderpornografie und Missbrauch Schweigeaktion für Kinder von Lügde in Hameln

Niedersachsen, Hameln: Menschen halten bei einer Schweigeaktion Transparente. Für jedes der mutmaßlich missbrauchten Kinder stellten die Demonstranten symbolisch ein Paar kleiner Schuhe auf.

Niedersachsen, Hameln: Menschen halten bei einer Schweigeaktion Transparente. Für jedes der mutmaßlich missbrauchten Kinder stellten die Demonstranten symbolisch ein Paar kleiner Schuhe auf. Foto: dpa

Düsseldorf/Lügde/Hameln (dpa). Nach dem massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde sollen Fälle von Kindesmissbrauch und Kinderpornografie künftig sorgfältiger von den Polizeibehörden bearbeitet werden.

Eine Stabsstelle im Innenministerium solle dafür Lösungsvorschläge erarbeiten, kündigte Ressortchef Herbert Reul (CDU) am Mittwochabend in Düsseldorf an. Die Leitung soll Kriminaldirektor Ingo Wünsch übernehmen. Der 53-Jährige ist als Sonderermittler in dem Polizeiskandal um verschwundene Datenträger eingesetzt worden.

Die Stabsstelle, die ihre Arbeit noch im April aufnehmen werde, solle zunächst eine Bestandsaufnahme machen: Wie sind die Standards im Umgang mit solchen Fällen? Wie ist die Ausstattung oder der Stand der Fortbildung? Anschließend sollen Lösungen für professionellere Arbeitsabläufe erarbeitet werden. Dabei könne auf der Arbeit einer seit Herbst 2018 eingerichteten landesweiten Ermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie aufgebaut werden, sagte Reul.

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Wer die Rattenfänger-Sage kennt, der weiß, dass die Erwachsenen hier schon einmal nicht auf die Kinder aufgepasst haben.

Schweigeminuten-Mitorganisatorin Ina Tolksdorf

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Ein Mann legt nach der Schweigeaktion für die »Kinder von Lügde« eine Kerze neben die Kinderschuhe. Foto: dpa

Mit einer Schweigeaktion in der Innenstadt von Hameln haben indes am Mittwoch rund 30 Bürger auf das Schicksal der missbrauchten Kinder von Lügde aufmerksam gemacht. »Wir wollen damit unserem Entsetzen, unserer Trauer und unserer Scham öffentlich Ausdruck verleihen«, sagte Mitorganisatorin Ina Tolksdorf. »Wer die Rattenfänger-Sage kennt, der weiß, dass die Erwachsenen hier schon einmal nicht auf die Kinder aufgepasst haben«, sagte sie. Dies sei bei den Missbrauchsfällen von Lügde erneut der Fall gewesen.

Für jedes der mutmaßlich missbrauchten Kinder stellten die Demonstranten symbolisch ein Paar kleiner Schuhe auf. »Wir wollen damit zeigen, wie viele Kinder zu Opfern wurden, sagte Tolksdorf. Die Schweigeaktion soll vorerst wöchentlich wiederholt werden. Bislang gehen die Ermittler von mindestens 35 Opfern und zusätzlich von 16 Verdachtsfällen aus.

 

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