Do., 06.06.2019

Im Missbrauchsfall werden Verfahren gegen 22 Beschuldigte geführt Fall Lügde: Ermittlungskommission wird verkleinert

Archivfoto: Auf dem Campingplatz Eichwald, in der damals noch eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters, hängt vor dem versiegelten Campingwagen eine Banderole mit der Aufschrift: Polizeiabsperrung. Mittlerweile ist der Campingwagen abgerissen worden.

Archivfoto: Auf dem Campingplatz Eichwald, in der damals noch eingezäunten Parzelle des mutmaßlichen Täters, hängt vor dem versiegelten Campingwagen eine Banderole mit der Aufschrift: Polizeiabsperrung. Mittlerweile ist der Campingwagen abgerissen worden. Foto: Guido Kirchner/dpa

Lügde/Bielefeld (dpa). Im Missbrauchsfall von Lügde ist die rund 80-köpfige Ermittlungskommission nach der Vorlage der Anklageschriften gegen drei Beschuldigte verkleinert worden. Das sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags in Düsseldorf.

Derzeit hat die Besondere Aufbauorganisation (BAO) »Eichwald« im Bielefelder Polizeipräsidium nach Angaben des Ministeriums noch 53 Mitglieder, die Zahl werde weiter reduziert.

Es werden Verfahren gegen 22 Beschuldigte geführt

Die Vorlage der Anklageschriften sei die »erste Zäsur« in dem umfassenden Ermittlungskomplex zu Lügde, sagte Reul. Die Ermittlungen gegen weitere Beschuldigte würden aber fortgesetzt und das umfangreiche digitale Beweismaterial weiter ausgewertet. Reul zufolge werden bei der Staatsanwaltschaft Detmold im Fall Lügde Verfahren gegen 22 Beschuldigte geführt, davon zwei Polizeibeamte und acht Behördenmitarbeiter.

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg mehr als 40 Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Dem 56-jährigen Hauptverdächtigen wirft die Anklage 298 Fälle vor. Angeklagt sind zudem ein 34-jähriger Komplize sowie ein 49 Jahre alter Mann, der an Webcam-Übertragungen des Kindesmissbrauchs teilgenommen haben soll. Der Prozess soll Ende Juni beginnen.

Reul: Es wurde gut und schnell gearbeitet

Reul bezeichnete es als »Spitzenleistung«, dass inzwischen drei Anklagen in dem Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs erhoben worden seien. Das zeige, dass »gut und schnell gearbeitet wurde und dass auch die Beweislage gut ist«.

Die Aufklärung des Falls war von Pannen begleitet worden, unter anderem waren Beweismittel bei der Kreispolizei Lippe verschwunden. Die Ermittlungen waren schließlich dem Polizeipräsidium Bielefeld übertragen worden.

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