Fr., 07.06.2019

Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiterinnen Hameln-Pyrmont: Justiz prüft neue Vorwürfe gegen Jugendamt

Schauplatz Lügde: Die Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald im Ortsteil Elbrinxen wurde abgerissen.

Schauplatz Lügde: Die Parzelle des mutmaßlichen Täters auf dem Campingplatz Eichwald im Ortsteil Elbrinxen wurde abgerissen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Hannover (WB/ca). Gegen Mitarbeiter des Jugendamts Hameln-Pyrmont, das bereits im Missbrauchsfall Lügde in die Kritik geraten war, gibt es neue Vorwürfe. »Wir prüfen Hinweise, wonach das Jugendamt nicht auf eine Behördenanzeige aus Nordrhein-Westfalen reagiert haben soll«, sagte Behördensprecher Thomas Klinge dem WESTFALEN-BLATT.

»Ermittelt wird gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamtes«. Bei dem Anfangsverdacht gehe es um die Frage, ob durch pflichtwidriges verspätetes Eingreifen Misshandlungen ermöglicht wurden.« Dieser Verdachtsfall habe allerdings nichts mit dem Fall Lügde zu tun, stelle Klinge klar.

Ob die jetzt beschuldigten Mitarbeiterinnen auch die seien, die im Fall Lügde pflichtwidrig gehandelt haben sollen, wollte Klinge nicht sagen.

Das Jugendamt war zuvor bereits im Fokus, da es bereits im Jahr 2016 Hinweise auf Pädophilie erhalten hatte und dennoch den 56 Jahre alten Hauptverdächtigen als Pflegevater für ein kleines Mädchen eingesetzt hatte.

Missbrauch durch verspätetes Eingreifen ermöglicht?

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen sollen über Jahre hinweg mehr als 40 Kinder schwer sexuell missbraucht worden sein. Die Anklage wirft dem Hauptverdächtigen 298 Fälle vor. Angeklagt sind zudem ein 34 Jahre alter Komplize sowie ein 49 Jahre alter Mann, der an Webcam-Übertragungen des Kindesmissbrauchs teilgenommen haben soll. Der Prozess soll Ende Juni beginnen .

Verfahren gegen 22 Beschuldigte

Erst am Donnerstag war vermeldet worden, dass die 79-köpfige Ermittlungskommission im Missbrauchsfall von Lügde nach der Vorlage der Anklageschriften gegen drei Beschuldigte auf 53 verkleinert worden ist .

Derzeit werden bei der Staatsanwaltschaft Detmold im Fall Lügde Verfahren gegen 22 Beschuldigte geführt, darunter zwei Polizeibeamte, acht andere Behördenmitarbeiter und Mitarbeiter von Familienhilfeorganisationen..

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