Naturfilmer Robin Jähne und Sarah Herbort begleiten die ersten Wochen der größten Eulen-Art
Allein unter Uhus

Schlangen (WB). Uhus gelten als scheue Tiere, der Kontakt mit Menschen ist eine echte Seltenheit. Mit spezieller Kameratechnik, einer Menge Geduld und einem feinen Gespür ist es Robin Jähne und Sarah Herbort jetzt gelungen, die ersten Wochen im Leben einer kleinen Uhu-Familie zu begleiten. Das sich die beiden Naturfilmer diesem Projekt überhaupt gewidmet haben, war allerdings purer Zufall.

Donnerstag, 07.08.2014, 16:39 Uhr aktualisiert: 07.08.2014, 16:46 Uhr
Naturfilmer Robin Jähne und Sarah Herbort begleiten die ersten Wochen der größten Eulen-Art : Allein unter Uhus
Große Augen: Mit so genanntem LED-Kaltlicht haben Robin Jähne und Sarah Herbort die Brutstelle des Uhu-Nachwuchses in der Nacht ausgeleuchtet. Da die Tiere nachtaktiv sind, ist es den beiden Naturfilmern dadurch gelungen, die ersten Schritte sowie Fütterungen der Mutter auf der Kamera festzuhalten. Foto: Robin Jähne

»Eigentlich hatten wir ein Filmprojekt mit Schwarzstörchen geplant«, berichtet Robin Jähne. Da ein Sturm jedoch genau den Horst zerstörte, an dem der 44-Jährige und seine Kollegen Sarah Herbort filmen wollten, musste ein Plan B her. »Wir haben von einem befreundeten Förster den Tipp bekommen, dass im Beller Holz eine Uhu-Familie brütet. Das war unsere Chance«, sagt Jähne.

 Einziges Problem: Im Gegensatz zum Schwarzstorch sind Uhus nachtaktiv, tagsüber passiert in den Brutmulden absolut gar nichts. Somit mussten die beiden Tierfilmer also kurzfristig ihre Kameras für Nachtaufnahmen umrüsten, schließlich legen beide Wert auf eine gute Qualität. »Bisher gab es lediglich Webcam- oder Infrarotaufnahmen. Unsere Idee waren also kleine LED-Kaltlichtstrahler, mit denen wir den Bereich um die Brutstätte vorsichtig ausgeleuchtet haben«, erläutert Robin Jähne. Gesagt, getan. Jetzt mussten die beiden »Besucher« nur noch von den Uhus akzeptiert werden. Doch zur großen Überraschung der beiden Filmer, die bereits gemeinsam ein aufwendiges Projekt über Rotmilane abgedreht haben, gehörten sie nach kurzer Zeit quasi zur Familie. »Die Tiere haben uns überhaupt nicht als Eindringlinge oder Gefahrenquelle wahrgenommen«, erinnert sich Sarah Herbort.

Und auch mit den Kameras, die die Filmer aus einer Entfernung von bis zu 500 Metern steuern, konnten sich die Uhus schnell anfreunden. »Die Bewegungen werden wie Zweige, die im Wind rascheln, wahrgenommen«, erläutert Herbort. Im Laufe der Wochen seien die Eulen dann sogar direkt vor oder auf den Kameras gelandet – allerdings nicht ganz ohne Mithilfe der beiden Naturfilmer. »Wir haben etwas Futter in der Nähe platziert, um solche Aufnahmen zu bekommen«, erklärt Robin Jähne.

Dank modernster Technik – alles »Marke Eigenbau« – sind Aufnahmen im Zeitraffer oder Zeitlupe entstanden, die in dieser Qualität bisher deutschlandweit einzigartig sind.

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