Großes Interesse an Führungen zum Tag des offenen Denkmals – Christophorus-Ausstellung geplant 
Dem Heiligen auf der Spur 

Schlangen (SZ). Es ranken sich viele Legenden um ihn. Und selbst das Bildnis im Turm der Schlänger Kirche zeigt den Heiligen Christophorus eher schemenhaft. Zumindest das Rätsel, wie dieses Werk entstanden ist, wurde gestern beim Tag des offenen Denkmals erhellt.

Montag, 15.09.2014, 04:03 Uhr aktualisiert: 15.09.2014, 15:50 Uhr
Großes Interesse an Führungen zum Tag des offenen Denkmals – Christophorus-Ausstellung geplant  : Dem Heiligen auf der Spur 
Falko und Astrid Sieker zählten zu den vielen Besuchern der Trafoturmstation. Ihnen erklärte Reinhard Fleege-Althoff Wissenwertes.

 Ortschronist Heinz Wiemann begrüßte am Vormittag nicht nur zahlreiche interessierte Besucher am Kirchturm, sondern auch die Diplom-Restauratorin Marion Christiane Rausch aus Witten. Sie hatte auf Wunsch von Wiemann hin das Bildnis untersucht und festgestellt: Das Schlänger Abbild des Heiligen ist kein Fresko, als das es bisher eingeordnet worden war, sondern ein Secco (wir berichteten).

 Heinz Wiemann wies die Besucher zunächst in die Entstehungsgeschichte der Schlänger Kirche ein. Er berichtete, wie Archäologen 1969 auf Reste eines Kirchenbaus aus der Zeit um das Jahr 950 gestoßen sind. Wiemann: »Die Kirche könnte allerdings noch älter sein. Sie könnte schon um das Jahr 800 als Holzkirche gebaut worden sein.« Einen Turm habe sie damals noch nicht gehabt. Dessen Errichtung werde erst für die Zeit um 1200 datiert. Mit 800 Jahren sei der Turm jetzt das älteste Bauwerk in Alt-Schlangen. Der Ortschronist berichtete auch, dass das Christophorus-Secco wohl Szenen aus dem Leben des Heiligen darstellen soll. Gefertigt worden sei die Darstellung um 1250. Somit gilt es heute als ältestes Christopherus-Bildnis in Westfalen.

 »Bei einem Fresko wird Mörtel an die Wand geworfen und dann wird in den feuchten Putz hinein gemalt. Bei einem Secco wird auf trockenen Putz aufgetragen. Hier handelt es sich um eine Kalkmalerei«, klärte Marion Christiane Rausch die Besucher auf. Die Expertin für Putz und Wandmalerei hatte vier Musterplatten ausgestellt, anhand derer sie die Techniken anschaulich erläuterte. Meistens sei Kalk als Bindemittel genommen worden, um Farbe aufzutragen. Rausch: »Manchmal wurde aber auch Magermilch oder Quark anstatt Kalk verwendet.« Und auch zur Pigmentierung verriet die Expertin Interessantes. »Schwarz wurde als Farbe ganz viel benötigt und genommen. Dazu wurden Tierknochen verbrannt.«

 Im Mai kommenden Jahres soll es laut Heinz Wiemann eine Ausstellung zum Christopherus-Secco in Schlangen geben, die anschließend als Wanderausstellung vielen Interessierten zugänglich gemacht werde. Etliche Besucher nutzten gestern auch die Gelegenheit, in den Kirchturm hinauf zu steigen, um die Glocken zu besichtigen. Darunter befindet sich die zweitälteste Glocke in Lippe.

 Regen Besuch stellte sich auch an der Trafoturmstation ein. Dort führte Reinhard Fleege-Althoff die Gäste durch das Strommuseum, am Nachmittag vertrat ihn Günter Richtermeier. Reinhard Peukert stellte an der Trafoturmstation »Glühbirnen-Plakat-Kunst« aus.

 Einen ruhigen Tag erlebte hingegen Familie Bludau in Kohlstädt. Die Wassermühle Starcke hatte zwar ebenfalls geöffnet. Den Weg dorthin fanden am Tag des offenen Denkmals aber nur wenige Interessierte.

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