Henning Schwarze und Robin Jähne sind von ihren Dreharbeiten aus dem Oman zurückgekehrt
Bei 50 Grad dem Falken auf der Spur

Schlangen/Detmold (WB). Heiß! Das ist die erste Assoziation mit dem Oman, wenn man den Schlänger Unternehmer Henning Schwarze und den Detmolder Filmemacher Robin Jähne fragt. Temperaturen von fast 50 Grad mussten die beiden aushalten, als sie mit ihren Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm über den Schieferfalken im Oman begannen.

Freitag, 17.07.2015, 11:12 Uhr aktualisiert: 17.07.2015, 17:42 Uhr
Henning Schwarze und Robin Jähne sind von ihren Dreharbeiten aus dem Oman zurückgekehrt : Bei 50 Grad dem Falken auf der Spur
Zum Sonnenaufgang schon mehr als 35 Grad: Filmemacher Robin Jähne aus Detmold hatte wie sein Equipment einiges auszuhalten während der Dreharbeiten im Oman. Foto: Jähne Naturfilm

»Schon zu Sonnenaufgang  waren es über 35 Grad. Die verschwitzten Klamotten trocknen gar nicht mehr, auch nachts nicht. Alles ist nass, bleibt nass und klebt«, schildert Robin Jähne. Auf einsamen Inseln hat er zusammen mit Henning Schwarze und seinem Kameraassistenten Ralf Pieper in Zelten übernachtet, per Fischerboot wurden Stromaggregate herübergeschafft.

Acht Stunden Filmmaterial

Mit etwa acht Stunden Filmmaterial sind die drei von ihrer ersten Reise im Rahmen der Dreharbeiten über die Falkenart zurückgekehrt, Ende Juli steht bereits die zweite Reise an. Dann werden Robin Jähne und Henning Schwarze vom Schlänger Mark Schäferjohann begleitet, der beim zweiten Trip den Job als Kameraassistent übernehmen wird.

Bis dahin ist hoffentlich auch das Equipment wieder komplett, denn der ersten Reise fielen nicht nur zwei iPhones dank eines unfreiwilligen Bades im Meer zum Opfer. Auch die Kameraausrüstung von Robin Jähne wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. Zum einen, weil eine Kameradrohne  abstürzte. Und zum anderen, weil seine teure Hochgeschwindigkeitskamera, mit der er Aufnahmen von einem Boot aus machte, den Kampf gegen die  aufspritzende Gischt verlor. »Ich habe die Kamera jetzt eingeschickt und hoffe, dass sie bis zu unserer nächsten Reise wieder einsatzfähig ist«, sagt der Naturfilmer.

Dann soll nämlich das Brutverhalten und die Jungtieraufzucht des Schieferfalkens gefilmt werden, später im Jahr stehen dann Reisen nach Madagaskar an, wo der Falke sein Winterquartier bezieht.

Auftrag der omanischen Regierung

Bei der ersten Reise  ging es Robin Jähne auch darum, ein Gespür für die Umgebung im Oman zu bekommen, in der der Schieferfalke lebt. Denn auch das soll später in den Film, der im Auftrag der omanischen Regierung entsteht, einfließen. So gelangen tolle Aufnahmen von der Rußseeschwalbe. »Da kamen wir bei der Fütterung ganz nah heran«, sagt Jähne.

Drei Tage verbrachten sie auf den Inseln vor der Küste, sahen auch Schildkröten oder so genannte Schlammspringer, das sind Fische, die eine gewisse Zeit auch auf dem Trockenen leben können. »Einige Randaspekte eines Films ergeben sich immer erst vor Ort, die können nicht von vornherein im Drehbuch stehen, weil man erst abwarten muss, was einen  vor Ort erwartet«, erklärt   der Filmemacher.

Ihre Arbeitszeiten mussten die drei Lipper der Tierwelt anpassen. »Meist war das morgens so zwischen 4.30 und 9.30 Uhr und dann am späten Nachmittag nochmal bis zum Sonnenuntergang. Dazwischen war es einfach zu heiß. Diesen Temperaturen passen sich auch die Tiere an, tagsüber sind da kaum Aktivitäten zu verzeichnen«, sagt Robin Jähne.

Abenteuer Rückflug

Der Schlänger Unternehmer Henning Schwarze, auf dessen Kontakte in den Oman der Auftrag für den Dokumentarfilm zurückgeht, fungierte vor Ort als Organisator: »Er hat sozusagen die Aufgaben eines Produzenten übernommen, hat zum Beispiel Verhandlungen mit den Behörden oder der Polizei geführt. Und er hat auch dafür gesorgt, dass ich schnell an meine Filmkameras kam, die nach unserer Landung nämlich erstmal beim Zoll feststeckten«, so Jähne.

Das größte Abenteuer allerdings war nicht das Zelten auf der einsamen Insel – das größte Abenteuer war der Rückflug mit Oman Air. Dort hatte man sich nämlich entschlossen, zwei Flüge, den nach Frankfurt und den nach Mailand, zusammenzulegen – dabei allerdings das Nachtflugverbot in Frankfurt nicht bedacht. Die Filmcrew aus dem Lipperland musste eine unfreiwillige Zwischenübernachtung in Mailand eingelegen und kam erst mit einem Tag Verspätung in Schlangen an. Doch selbst aus diesem Chaos konnte Robin Jähne am Ende für sich noch etwas Positives ziehen: »Über Italien konnten wir ein riesiges Unwetter vom Flugzeug aus verfolgen, aus dem sich sogar ein Tornado entwickelte.« Jähne hat natürlich alles gefilmt – und auch daraus bereits eine Sequenz für sein Internetblog zusammengestellt.

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