Viele nehmen Anteil am Schicksal des krebskranken Oliver. Der Siebenjährige Schlänger bekommt von Quadfahrern aus Paderborn ein eigenes Quad geschenkt.
Quadfahrer erfüllen Herzenswunsch

Schlangen (WB). Olivers Schicksal berührt viele Menschen.  Der siebenjährige Schlänger leidet wie berichtet unheilbar an Krebs. Die Ärzte wissen nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Dabei steckt er so voller Leben. Einmal mit einem Quad fahren war zum Beispiel ein Herzenswunsch von ihm. Und der ging jetzt in Erfüllung.

Mittwoch, 14.09.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.09.2016, 06:47 Uhr
Eine Gruppe Quadfahrer aus Paderborn hat dem krebskranken Oliver (vorne mitte) einen Wunsch erfüllt und ihm ein eigenes Kinderquad geschenkt. Darauf fühlt er sich sofort pudelwohl. Foto: Sonja Möller
Eine Gruppe Quadfahrer aus Paderborn hat dem krebskranken Oliver (vorne mitte) einen Wunsch erfüllt und ihm ein eigenes Kinderquad geschenkt. Darauf fühlt er sich sofort pudelwohl. Foto: Sonja Möller

Nach dem das WESTFALEN-BLATT über das Schicksal des Jungen berichtet hatte, meldeten sich viele Quadfahrer, die ihn für einen Ausflug auf ihrem Fahrzeug mitnehmen wollten.

Auch eine Gruppe Quadfahrer aus Paderborn erfuhr über die Facebook-Seite »Oliver der kleine Kämpfer aus Schlangen« vom Schicksal des Jungen – und legte kurzerhand zusammen: für Olivers eigenes Quad.

Die Überraschung ist gelungen

Es war eine große Überraschung: Oliver wusste von nichts, saß auf den Steinen des Dorfbrunnens und hörte es nur knattern. Plötzlich fuhren zehn Quads um die Ecke – mittendrin sogar ein Rettungsquad vom DRK Hövelhof – und bildeten einen Halbkreis um den kleinen Jungen. Der guckte fragend in die Runde: »Wer seid ihr denn?« Sascha Seifarth begrüßte Oliver stellvertretend und sagte: »Wir haben dir etwas mitgebracht.«

Auf einem Anhänger stand ein dunkelblaues Kinder-Quad. Die Männer luden es ab. »Setz` Dich mal drauf«, ermunterte Sascha Seifarth ihn. Er erklärte die Grundkniffe, dann bekam Oliver einen Helm aufgesetzt und fuhr langsam an. Anfangs noch gehalten, drehte er schnell alleine seine Runden.

»Die Resonanz war riesig. Zwei Tage später hatten wir das Geld für Olivers eigenes Quad zusammen.«

Ivonne Seifarth

Die Idee zu der Aktion kam von Sascha und Ivonne Seifarth, die in Paderborn eine Firma für Ersatzteile und Zubehör von Motorrädern und Quads betreiben. Sie erfuhren über die Facebook-Seite von Olivers Schicksal. »Ich musste erst mal schlucken. Ich habe selbst zwei Kinder«, erzählt Ivonne Seifarth. Sie stellte eine Spendendose in ihrer Firma auf und machte die Aktion in der Facebook-Gruppe »Quads in Paderborn« publik.

»Die Resonanz war riesig. Zwei Tage später hatten wir das Geld für Olivers eigenes Quad zusammen«, berichtet sie. Der Lieferant spendete die Versandkosten, den Aufbau übernahmen Seifarths. Und es war klar: Das Quad überbringen wir mit allen zusammen.

Quadfahrer wollen Oliver seinen Wunsch erfüllen

Ein absoluter Gänsehaut-Moment, der nicht nur Oliver sprachlos machte. Doch die Zurückhaltung währte nur kurz. Der Siebenjährige mag es schließlich schnell und fuhr, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht.

Die Eltern des Siebenjährigen sind sich sicher: »Wir sind fest davon überzeugt, dass es ihm besser geht.« Sie glauben an das Wunder und wollen jeden guten Tag, den Oliver hat, voll auskosten. Dabei hilft das Geld, das bis jetzt auf dem Spendenkonto eingegangen sind. »Ich hätte nie damit gerechnet, dass die Aktion so explodiert«, erzählt die Initiatorin des Spendenkontos strahlend. Ihr Name ist der Redaktion bekannt.

Die Resonanz sei gewaltig. Viele wollen Oliver persönliche Herzenswünsche erfüllen. »Mittlerweile sind so viele Spenden eingegangen, dass die Kosten für seine letzte Reise über den Regenbogen abgedeckt sind«, sagt die Schlängerin im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Damit sei der Familie eine große finanzielle Sorge genommen worden.

Siebenjähriger hat noch viel vor

Bis es soweit ist, soll der Siebenjährige noch jede Menge erleben und jeden guten Tag so verbringen, wie er möchte. Der Besuch der Quad-Fahrer war nicht die einzige Überraschung. »Es stehen noch einige Aktionen an, die wir durch Spenden realisieren können«, sagt die Spendenkonto-Initiatorin und betont: »Jeder Cent kommt Oliver zugute. Das Geld bekommt er immer exakt für die Unternehmungen zugeteilt, die anstehen. Falls am Ende etwas übrig bleibt, wird es weiter gespendet.«

Ein Punkt, der ihr sehr wichtig ist. Denn schon vermehrt wurden Stimmen laut, dass sich die Familie auf Kosten ihres Sohnes bereichere. »Das ist falsch«, sagt sie.

»Oli ist wie ausgewechselt. Wir sind überzeugt, dass er es schafft.«

Mutter von Oliver

Eins haben die Spender jetzt schon erreicht: Oliver blüht von Tag zu Tag mehr auf. Das Leben macht ihm Spaß und er kostet es voll aus. »Oli ist wie ausgewechselt. Das ist es, was die Psyche macht. Wir sind überzeugt, dass Oliver es schafft«, sagt seine Mutter.

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