Mi., 17.10.2018

Super-Apfeljahr – Premiere am Kreisaltenheim in Oesterholz Senioren pressen leckeren Saft

Freuen sich über frischen Saft: (von links) Martina Winkelmann (Sozialer Dienst), Bewohner Alfred Tetzner, Heimleiter Thomas Plate, Jörg Opiola sowie die Bewohner Martin Fleege-Althoff, Hannelore Menning und Wolfgang Kleine-Depenbrok.

Freuen sich über frischen Saft: (von links) Martina Winkelmann (Sozialer Dienst), Bewohner Alfred Tetzner, Heimleiter Thomas Plate, Jörg Opiola sowie die Bewohner Martin Fleege-Althoff, Hannelore Menning und Wolfgang Kleine-Depenbrok. Foto: Klaus Karenfeld

Von Klaus Karenfeld

Schlangen (WB). Jörg Opiola spricht von einem »Super-Apfeljahr 2018«. Der nicht enden wollende Sommer habe den Obstbauern eine besonders gute Ernte beschert – mit einer Einschränkung: »Die Saftqualität ist zwar sehr gut. Die vielen Sonnenstunden ließen die Äpfel aber vorzeitig reifen. Der Saftertrag ist deshalb geringer als in den Vorjahren.«

Opiola hat 2013 die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) in Schlangen gegründet, der aktuell neun Mitglieder angehören. Im Herbst ist der Nebenerwerbslandwirt gelegentlich auch auf regionalen Apfel- und Bauernmärkten zu Gast. Und zwar als überzeugter Werbebotschafter für die Solawi. Gleichzeitig nutzt er die Möglichkeit vor Ort, die Besucher von den Vorzügen des heimischen Direktsafts zu überzeugen. Opiolas 100 Jahre alte Saftpresse darf da natürlich nicht fehlen. »Vor etwa eine Woche war ich noch beim Schlänger Alleentag zu Gast, einen Tag später habe ich das Apfelfest in Detmold besucht«, erzählt der 55-Jährige.

Jüngst war sein Ziel das Kreisseniorenheim in Oesterholz. Insgesamt 330 Kilogramm Äpfel sollen an diesem Tag zu leckerem Apfelsaft vermostet werden. »Für uns ist das heute eine Premiere«, betont Thomas Plate, Leiter der Einrichtung. »Bisher haben wir unsere Äpfel regelmäßig zu einer Mosterei nach Horn gebracht. Jetzt führen wir das erstmals in Eigenregie durch.«

Zehn Bewohner helfen tatkräftig mit

Opiola kann den Tag über auf ein aktives Helferteam setzen; etwa zehn Heimbewohner lassen sich die einmalige Chance nicht entgehen und packen fleißig mit an. Die notwendigen Vorarbeiten haben bereits tags zuvor begonnen. Nicht nur die zehn hauseigenen Apfelbäume werden über Stunden leer gepflückt. Auch auf den zahlreichen Streuobstwiesen in Schlangen ist die Ausbeute überaus groß. Ob Cox Orange, Elster, Boskop oder Jakob Lebel – die mitgebrachten Körbe und Wannen füllen sich schnell. »Je mehr Apfelsorten verarbeitet werden, umso abgerundeter und vollmundiger ist am Ende der Geschmack des Safts«, weiß Opiola.

Bevor seine 100 Jahre alte Saftpresse zum Einsatz kommt, müssen die Äpfel noch gründlich gewaschen werden. Obst, das deutliche Fäulnisstellen aufweist, wird konsequent aussortiert. Und noch etwas fällt dem Obstexperten auf: »Dank reichlich Sonnenschein und Hitze sind die Äpfel in diesem Jahr zwar schnell reif geworden. Das hatte aber auch Einfluss auf ihr Wachstum. Viele Äpfel sind auffällig klein.« Die Saftausbeute liege deshalb etwa zehn Prozent unter der der Vorjahre.

Etwa 25 Minuten dauert der erste Pressvorgang, drei weitere sollen an diesem Tag noch folgen. Die Heimbewohner dürfen sich am Ende über 180 Liter besten Apfelsafts freuen, die in Tetra-Paks abgefüllt werden. Am Ende des ereignisreichen Tages verstaut Jörg Opiola die Saftpresse wieder in seinem Transporter. Zeit zum Ausruhen bleibt ihm nur wenig. Am nächsten Morgen ist der Landwirt aus Leidenschaft wieder unterwegs. Am Naturfreundehaus in Feldrom stellt er seine Apfelsaftpresse auf und wirbt für das gesunde Naturprodukt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6129292?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198397%2F2516024%2F