Mo., 12.11.2018

Senioreninformationsdienst Lippe startet im Januar mit zwölf Ehrenamtlichen Ältere Schlänger bekommen Besuch

Die Angebote und Informationen zu den Menschen bringen: Michaela Ottemeier (Dritte von links) beim SinfoL-Einsatz bei lippischen Senioren. Auch in Schlangen soll dieses Angebot in Kürze aufgebaut werden. Im Januar geht es los.

Die Angebote und Informationen zu den Menschen bringen: Michaela Ottemeier (Dritte von links) beim SinfoL-Einsatz bei lippischen Senioren. Auch in Schlangen soll dieses Angebot in Kürze aufgebaut werden. Im Januar geht es los.

Schlangen (WB/som). Die Senioren einer Gemeinde erreichen, einen persönlichen Kontakt herstellen und über alles wichtige informieren – das sind die Ziele des Senioreninformationsdienstes des Kreises Lippe (SinfoL). Von Januar an bekommen dann auch Schlänger, die älter als 75 Jahre sind, Besuch.

Der Senioreninformationsdienst ist 2012 in Augustdorf ins Leben gerufen worden. Inzwischen gibt es das Projekt in sechs lippischen Städten und Gemeinden. In Schlangen steht der SinfoL kurz vor der Einführung.

Der Kern sind die Hausbesuche bei den Senioren, die eine Altersgrenze überschritten haben: Ehrenamtliche vereinbaren Termine mit den älteren Mitbürgern und geben ihnen anhand eines auf die jeweilige Kommune zugeschnittenen Informationsordners einen Überblick über die Angebote und Initiativen vor Ort.

SinfoL soll damit ein Bindeglied zwischen den schon bestehenden vielfältigen Angeboten der Seniorenarbeit in den Kommunen und dem Bürger zu Hause sein. Ziel des Dienstes ist es, die Lebensqualität und Sicherheit in der häuslichen Umgebung zu erhalten oder wieder herzustellen.

Michaela Ottemeier ist Projektkoordinatorin

»Indem wir die Angebote zum Bürger bringen, verringern wir die Hemmschwelle und informieren sie darüber, welche Möglichkeiten man im Alter auch bei beginnenden Problemen hat«, sagt Michaela Ottemeier. Sie ist Projektinitiatorin beim Kreis Lippe und beschreibt den derzeitigen Stand der Dinge in Schlangen: »Bis jetzt haben sich zwölf Ehrenamtliche gemeldet, die bereits geschult worden sind.«

Bei der Schulung wurde zum Beispiel erläutert, wie die Besuche bei den Senioren ablaufen. Außerdem schauten sich die Teilnehmer den Ordner genau an, den sie bei ihren Besuchen an die älteren Menschen übergeben. »Wir haben uns dabei Aspekte wie Wohn- und Pflegeberatung, Pflegegrad und Vorsorgevollmacht genauer angeschaut«, berichtet Ottemeier.

Treffen der Ehrenamtlichen am 10. Januar

Am 10. Januar gibt es ein weiteres Treffen der Ehrenamtlichen, ab Mitte des Monats geht es dann los. Derzeit leben 976 Senioren in der Gemeinde, die älter als 75 Jahre sind. 223 Männer und Frauen davon sind älter als 85 Jahre. Elf haben sogar schon das 95. Lebensjahr überschritten.

Der Senioreninformationsdienst ist weit über die Grenzen Lippes hinaus zum Erfolgsmodell geworden. Das Konzept hat national und sogar international Interesse geweckt. »Der Dienst ist eine gute Antwort auf den demografischen Wandel, denn er schafft ein Netzwerk, das unsere älteren Mitbürger auffängt und die gesellschaftliche Teilhabe verbessert. Dass dieses wichtige Projekt auch überregional Interesse weckt, beweist uns, dass wir mit dem Informationsdienst einen zukunftsweisenden und innovativen Weg eingeschlagen haben«, freut sich Landrat Dr. Axel Lehmann über die Resonanz auf das Projekt.

»Gelungenes Beispiel um Isolation zu durchbrechen«

So haben sich unter anderem Vertreter der Bundesländer Berlin, Bayern, Hessen und Sachsen-Anhalt, aber auch aus der Slowakei und der Schweiz auf dem Präventionstag in Dresden am Stand der Lipper über SinfoL informiert. Inzwischen ist die Projektverantwortliche Michaela Ottemeier von einigen eingeladen worden, das Projekt vor Ort vorzustellen.

Die Landesseniorenvertretung NRW nennt SinfoL in ihrer Veröffentlichung »Aktiv gegen Armut im Alter« ein gelungenes Beispiel, »um Isolation und Vereinsamung besonders bedürftiger Älterer zu durchbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen.«

Informationen zu SinfoL gibt es im Internet. Wer sich ehrenamtlich engagieren will, wendet sich an Michaela Ottemeier unter Telefon 05231/624400 oder per E-Mail an m.ottemeier@kreis-lippe.de.

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