Mi., 28.11.2018

Ehepaar Erren wehrt sich gegen Erweiterungspläne von Pelipal Anlieger fühlen sich bedrängt

Dr. Jörg-Peter Erren ist sauer. Sein Garten grenzt an das Betriebsgelände der Firma Pelipal, die ihren Produktionsstandort derzeit erweitert. Die graue Schallschutzwand ist seiner Meinung nach zu kurz. An der offenen Stelle befürchtet er viel Lärm.

Dr. Jörg-Peter Erren ist sauer. Sein Garten grenzt an das Betriebsgelände der Firma Pelipal, die ihren Produktionsstandort derzeit erweitert. Die graue Schallschutzwand ist seiner Meinung nach zu kurz. An der offenen Stelle befürchtet er viel Lärm. Foto: Sonja Möller

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Die Firma Pelipal will wie berichtet ihr Betriebsgelände neu strukturieren und erweitern. Deshalb soll der Bebauungsplan S1 geändert werden. Das ist Dagmar und Jörg-Peter Erren ein Dorn im Auge. Das Ärzte-Ehepaar sieht dadurch den Wert seines Grundstücks gemindert und will die Pläne verhindern.

1990 haben Dr. Dagmar und Dr. Jörg-Peter Erren das Grundstück an der Straße zum Kurwald gekauft. Von der Küche blicken sie direkt auf den Wald. Der Garten grenzt an die Industriestraße. Auf der anderen Seite beginnt das Gewerbegebiet, auf dem die Möbelfabrik Pelipal angesiedelt ist. Das Ärztepaar hat zwei Söhne. »Die wollten hier eventuell bauen. Aber das ist jetzt unattraktiv für sie geworden«, erzählt Dr. Erren.

Den Grund sieht er in der Erweiterung des Betriebsgeländes des Möbelherstellers. Derzeit blickt der Schlänger in seinem Garten direkt auf die neu gebaute Schallschutzwand. Diese soll wie berichtet an der Einfahrt zum Betriebsgelände noch versetzt werden. Das Problem: »Die Lärmschutzwand ist zu kurz. Sie lässt die hinteren etwa 15 Meter bis zum Kurwald offen. Dabei fahren hier doch gerade die Lastwagen um die Ecke und machen Krach«, erläutert Dr. Jörg-Peter Erren seinen Ärger. Diese Lücke liegt gegenüber seines Gartens.

Abstandserlass des Landesministeriums schreibt 200 Meter Abstand vor

Der Mediziner kann nicht verstehen, wieso der Rat der Gemeinde Schlangen zulässt, dass das Firmengelände noch näher an die Wohnbebauung heranrückt. »Dies passiert, weil die Lärmschutzwand ein Stück versetzt werden soll. Es gibt aber einen Erlass des NRW-Umweltministeriums, der den Abstand zwischen Industrie- und Gewerbegebieten zu Wohngebieten regelt«, hat Jörg-Peter Erren recherchiert.

Der Abstandserlass des Landesministeriums besagt, dass Anlagen zur Herstellung von Möbeln, Kisten und Paletten aus Holz und sonstigen Holzwaren 200 Meter Abstand zur Wohnbebauung einhalten müssen. Dieser stammt aus dem Jahr 2007.

Um sich seine Lebensqualität zu erhalten, hat sich Jörg-Peter Erren von Beginn an gegen die Erweiterungspläne des Unternehmens gewehrt. »Das ist doch unverantwortlich, dass das Betriebsgelände noch weiter an die Wohnbebauung heranrückt«, ist er sauer.

Bei der Informationsveranstaltung 2017 hat Ehepaar Erren sich beschwert

Bereits auf der Informationsveranstaltung im November 2017 machten Dagmar und Jörg-Peter Erren ihrem Ärger Luft und forderten die hundertprozentige Einhaltung der Bestimmungen und Vorgaben. »Damals sagte Bürgermeister Ulrich Knorr, dass es sich um ein langes Verfahren handele und wir gelassen sein sollten. Wir bekämen die Möglichkeit, Eingaben zu machen«, berichtet der Anlieger.

Auf seine Eingabe bei der oberen Bauaufsicht der Bezirksregierung Detmold habe er die Antwort erhalten, die Behörde könne nicht eingreifen, da noch keine Baugenehmigung vorliege. Selbst als die Abrissarbeiten auf dem Betriebsgelände bereits begonnen hätten, habe der Kreis Lippe mitgeteilt, dass immer noch keine Baugenehmigung erteilt worden sei.

Am 14. Juli 2018 vereinbarte Erren zur Klärung für zwei Tage später einen Termin in Detmold. »Dort wurde mir dann eine Baugenehmigung vom selben Tag präsentiert und mitgeteilt, dass ich innerhalb von vier Wochen Rechtsmittel beim Verwaltungsgericht Minden einlegen kann«, erzählt Jörg-Peter Erren. Er reichte Klage ein, um keine Fristen zu verpassen. Diese hat er mittlerweile zurückgezogen.

»Wir fühlen uns hingehalten und bewusst getäuscht«

»Wir fühlen uns hingehalten und bewusst getäuscht. Angeblich ist die Baugenehmigung erst eingegangen, nachdem bereits fünf Tage vorher mit den Bauarbeiten begonnen worden ist«, erzählt Jörg-Peter Erren. Das hat er auch dem Kreis Lippe mitgeteilt.

Der Rat der Gemeinde Schlangen hat die 10. Änderung des Bebauungsplans S1 mittlerweile im beschleunigten Verfahren auf den Weg gebracht. Bürgermeister Ulrich Knorr teilt auf Anfrage mit: »Das Verfahren ist angelaufen, die Offenlage läuft noch bis zum 7. Dezember. Jeder kann sich einbringen und seine Anregungen und Bedenken äußern.«

Seine Eingabe hat das Ehepaar Erren bereits eingereicht. Zudem hat Jörg-Peter Erren die Kommunalpolitik mit ins Boot geholt. In einem Brief an die Fraktionen fordert er die Mitglieder auf, sich die Situation nochmal vor Ort anzuschauen.

Kommentare

Wo ist der Fehler ?

Herr Doktor kauft ein Grundstück neben dem Gewerbegebiet und beschwert sich nun über die benachbarten Unternehmen ?

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