Mi., 26.12.2018

Beim traditionellen Besuch zum Jahresabschluss wird eine positive Bilanz gezogen Rettungswache wieder bis 22 Uhr besetzt

Die Rettungswache in Schlangen ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte (von links): Achim Reineke (Teamleiter Rettungsdienst beim Kreis Lippe), Jürgen Düning-Gast (Verwaltungsvorstand beim Kreis), Dirk Obenhausen (stellvertretender Wehrführer), Bürgermeister Ulrich Knorr, Matthias Schröder (Regionalvorstand Johanniter), Stefanie Gösken (Johanniter), Ralf Heuwinkel (Wehrführer), Björn Möhwald (Johanniter), sowie Jürgen von Olberg, Jan Modrzejewski und Tino Wendenburg (Johanniter-Unfall-Hilfe). 

Die Rettungswache in Schlangen ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte (von links): Achim Reineke (Teamleiter Rettungsdienst beim Kreis Lippe), Jürgen Düning-Gast (Verwaltungsvorstand beim Kreis), Dirk Obenhausen (stellvertretender Wehrführer), Bürgermeister Ulrich Knorr, Matthias Schröder (Regionalvorstand Johanniter), Stefanie Gösken (Johanniter), Ralf Heuwinkel (Wehrführer), Björn Möhwald (Johanniter), sowie Jürgen von Olberg, Jan Modrzejewski und Tino Wendenburg (Johanniter-Unfall-Hilfe).  Foto: Klaus Karenfeld

Von Klaus Karenfeld

Schlangen (WB). Die Rettungswache der Johanniter-Unfall-Hilfe in Schlangen verzeichnet weiter hohe Einsatzzahlen. Allein 2018 mussten die Helfer etwa 850 Mal ausrücken. Das sind im Durchschnitt knapp zweieinhalb Einsatzfahrten pro Tag.

Bei seinem Jahresendbesuch lobte Bürgermeister Ulrich Knorr bei der Gelegenheit die enge Zusammenarbeit der Johanniter-Unfall-Hilfe mit der örtlichen Feuerwehr und dem Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe. Der Bürgermeister sieht sich in seiner Einschätzung durch »viele positive Rückmeldungen« aus der Bevölkerung bestätigt. Jürgen von Olberg, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe, kann das nur bestätigen: »Mit der Rettungswache und den zwei Kindertagesstätten sind wir in Schlangen bereits tief und fest verwurzelt.« Die kreisübergreifende Zusammenarbeit mit den Einsatz- und Rettungskräften des DRK in Bad Lippspringe bezeichnete von Olberg als vorbildlich kollegial. Er zeigte sich zudem überzeugt: »Kooperationen dieser Art werden in Zukunft noch wichtiger und notwendiger sein.«

2018 wurden von Schlangen aus 850 Einsätze gefahren

Wie sehr die Johanniter-Unfall-Hilfe in Schlangen gebraucht wird, lässt sich auch an zwei Vergleichszahlen ablesen. 2013, ein Jahr nach Eröffnung der Schlänger Rettungswache, mussten die Einsatzkräfte noch etwa 600 Mal ausrücken. »2018 dürfte diese Zahl bei etwa 850 liegen«, machte Meinolf Haase in einer vorläufigen Bilanz deutlich. Haase ist Fachdienstleiter für den Bevölkerungsschutz beim Kreis Lippe. Und das war nicht die einzige Neuigkeit an diesem Nachmittag. Von Olberg zufolge ist die Rettungswache seit Anfang Dezember täglich wieder bis 22 Uhr besetzt und damit eine Stunde länger als zuletzt.

Die vorgesehene zwölfminütige Hilfszeit werde inzwischen in 90 Prozent der Fälle eingehalten. Wie berichtet, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst in den Kreisen Lippe, Höxter und Paderborn seit dem 1. Juli 2018 neu geregelt. Der Leitstelle Lippe in Lemgo kommt dabei eine Art Lotsenfunktion zu, indem sie Anrufe einstuft und entscheidet, wie die medizinische Versorgung aussehen soll.

Wartezeit unter 116117 hat sich auf 35 Sekunden verkürzt

Eine erste Zwischenbilanz des Pilotprojekts fällt Haase zufolge sehr positiv aus. Anrufer der Nummer 116117 müssen seitdem im Schnitt nur 35 Sekunden warten, bis sie einen kompetenten Ansprechpartner am Telefon haben. Bisher war ausschließlich eine Leitzentrale in Duisburg für den ärztlichen Bereitschaftsdienst in ganz Nordrhein-Westfalen zuständig, was zu Wartezeiten von zuletzt im Durchschnitt zwölf Minuten führte, teilweise sogar mehr. Die Folgen seien wenig erfreulich, so Haase. Viele Anrufer würden nach einigen Minuten in der Warteschleife entnervt aufgeben, erneut zum Telefonhörer greifen und dann die 112 wählen. »Dabei handelt es sich nicht selten um Bagatell-Erkrankungen, für die nicht der Rettungsdienst zuständig ist«, stellt Haase klar.

Die neue Leitstelle in Lemgo bezeichnete er in diesem Zusammenhang als wegweisende Alternative. Denn: »Der qualifizierte Mitarbeiter kann direkt mit den Patienten im Einzelfall entscheiden, ob der ärztliche Bereitschaftsdienst die Versorgung übernimmt, ob ein Krankentransportwagen bereitgestellt werden sollte oder ob möglicherweise der Rettungsdienst verständigt werden muss.« Dafür steht den Mitarbeitern auch ein Arzt zur Seite, den sie telefonisch kontaktieren können.

Das Pilotprojekt wird von der Kassenärztlichen Vereinigung finanziert und ist auf drei Jahre angelegt. Bürgermeister Ulrich Knorr und Jörg Düning-Gast, Verwaltungsvorstand beim Kreis, dankten den Mitarbeitern der Rettungswache für ihren Einsatz und übergaben als kleines Dankeschön zwei Päckchen Kaffee sowie einen Verzehrgutschein.

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