Do., 31.01.2019

Straßen NRW will Weg auf Böschungskamm anlegen – Sperrung der Gauseköte bleibt Bohrungen sollen Aufschluss geben

Die Gauseköte bleibt bis auf weiteres gesperrt. Aber Straßen NRW hat am gestrigen Donnerstag mitgeteilt, dass neue, aufwändige Bohrungen Aufschluss über eine mögliche Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Schlangen und Detmold geben sollen.

Die Gauseköte bleibt bis auf weiteres gesperrt. Aber Straßen NRW hat am gestrigen Donnerstag mitgeteilt, dass neue, aufwändige Bohrungen Aufschluss über eine mögliche Sanierung der Verbindungsstraße zwischen Schlangen und Detmold geben sollen. Foto: Jörn Hannemann

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Es kommt Bewegung ins Thema Gauseköte: Zwar bleibt die Verbindungsstraße zwischen Schlangen und Detmold bis auf weiteres gesperrt. Aber Straßen NRW hat gestern mitgeteilt, dass neue, aufwändige Bohrungen Aufschluss über eine mögliche Sanierung geben sollen.

Für die Autofahrer ändert sich erstmal nichts: Die direkte Verbindungsstraße über die Gauseköte ist bis auf weiteres in beide Richtungen nicht befahrbar. Betroffen von der Sperrung sind nach Angaben vom Landesbetrieb Straßen NRW täglich 3500 Fahrzeuge, die jetzt auf die etwa sechs Kilometer längere Umleitung ausweichen müssen.

Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, steht nach Angaben von Straßen NRW noch nicht fest. »Es ist immer noch zu gefährlich, die Gauseköte zu befahren. Der Hang könnte durch den Wetterwechsel der vergangenen Tage – wie schon einmal geschehen – abrutschen«, heißt es in einer Pressemitteilung.

Auf Anfrage der SCHLÄNGER ZEITUNG erläutert Sven Johanning von Straßen NRW, wo das Problem liegt: »Es gab aktuell in diesem Jahr keinen neuen Erdrutsch. Wir mussten die Gauseköte trotzdem sperren, weil äußere Einflüsse einen solchen Rutsch auslösen können. Das sagen Experten. Auslösende Einflüsse können auch meteorologisch sein.«

Sven Johanning (Straßen NRW): »Uns obliegt die Verkehrssicherungspflicht«

Ein Erdrutsch sei aufgrund der Wettervorhersage am Freitag, die einen Temperatursprung von minus 5 Grad auf plus 5 Grad und Regen gemeldet hatte, möglich gewesen. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat daraufhin die Gauseköte gesperrt. »Uns obliegt die Verkehrssicherungspflicht«, betont Sven Johanning und sagt: »Wir sprechen hier von 1000 Kubikmeter Erde, die ins Rutschen kommen können. Und so ein Erdrutsch kündigt sich nicht an.«

Durch das Tauwetter und die Menge an Niederschlag habe sich folgende Situation ergeben: Das Wasser könne nicht versickern, weil der Boden in tieferen Schichten noch gefroren sei. Dieses Gewicht drücke ebenfalls auf den Hang und erhöhe dadurch die Erdrutschgefahr, so Johanning.

2015 ist der Hang neben der Fahrbahn bereits ein Stück abgerutscht

2015 ist der Hang neben der Fahrbahn bereits ein Stück abgerutscht. Die Straße konnte weiter befahren werden, da der Hang nicht erneut abzurutschen drohte, teilt Johanning mit: »Wir haben einen Gutachter hinzugezogen, der aufgrund seiner Erkenntnisse zu Gabionen riet, die den Hang abstützen« Gabionen sind Körbe, die mit schweren Steinen gefüllt sind. Sie werden unter anderem zum Aufbau von Wällen benutzt. »Wir haben den Vorschlag statisch überprüfen lassen. Dabei kam heraus, das die Gabionen die 1000 Kubikmeter Boden nicht halten«, erläutert Johanning auf Anfrage.

Weitere Untersuchungen führten zu der Idee, die Böschung neu zu bepflanzen und so mehr Halt zu erzeugen. »Davon haben uns Experten aber abgeraten, da allein dadurch, dass Löcher für die Anpflanzungen gegraben werden, der Hang ins Rutschen geraten kann«, erläutert Sven Johanning.

Deswegen will der Landesbetrieb jetzt mit Bohrungen herausfinden, was genau für Schichten sich an der Böschung befinden. Die Bohrung sollen oberhalb der Böschung ausgeführt werden. »Dafür muss ein 250 Meter langer Weg zur Böschungskante gebaut werden, was bei den aktuellen Witterungsbedingungen nicht möglich ist. Wir reden hier von Wald. Sobald es wärmer und trockener wird, wird der Weg gebaut«, sagt Sven Johanning.

Da es sich hier um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, muss die zuständige Behörde bei Eingriffen mit einbezogen werden, erläutert Johanning: »Die Landschaftsschutzbehörde weiß schon Bescheid und zeigt sich bei der Zuwegung kooperativ.« Eine von der Bürgerinitiative Schlangen 4.0 geforderte Verbreiterung der Straße müsse die Landschaftsschutzbehörde ebenfalls genehmigen, teilt Straßen NRW mit. Wenn die jetzt sechs Meter breite Straße verbreitert würde, müsse an beiden Seiten die Böschung abgetragen werden.

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