Di., 12.02.2019

Kreis regt Umleitung über Sennerandstraße an – Bohrungen erst im März Gauseköte wohl bis April gesperrt

Seit dem 25. Januar geht’s hier nicht weiter: Die Gauseköte ist gesperrt, weil ein unkontrollierter Erdrutsch droht. Autofahrer, die davon betroffen sind, dürfen nicht auf eine schnelle Lösung hoffen, wie Straßen NRW jetzt mitgeteilt hat.

Seit dem 25. Januar geht’s hier nicht weiter: Die Gauseköte ist gesperrt, weil ein unkontrollierter Erdrutsch droht. Autofahrer, die davon betroffen sind, dürfen nicht auf eine schnelle Lösung hoffen, wie Straßen NRW jetzt mitgeteilt hat. Foto: Jörn Hannemann

Von Sonja Möller

Schlangen (WB). Autofahrer brauchen weiter gute Nerven: Die Gauseköte bleibt gesperrt und daran wird sich wohl auf absehbare Zeit nichts ändern. Der Landesbetrieb Straßen NRW teilte am 11. Februar auf Anfrage mit, dass mit den Bohrungen frühestens im März begonnen werden kann.

Die Bohrungen sollen Aufschluss über die Beschaffenheit der Böschung geben. Täglich nutzen tausende Menschen die Gauseköte als Verbindungsstraße zwischen Schlangen und Detmold. Seit dem 25. Januar ist die Landstraße voll gesperrt. Etwa 7000 Fahrzeuge täglich müssen wie berichtet die sechs Kilometer längere Umleitung über Kohlstädt und Horn in Kauf nehmen.

»Wir müssen im Februar das Baufeld freiräumen«

Und das wird wohl auch noch so bleiben. Auf Anfrage dieser Zeitung schildert Sven Johanning von Straßen NRW den Stand der Dinge: »Wir müssen jetzt im Februar das Baufeld freilegen, damit wir die Baustraße bis zur Böschungskante anlegen können.« Hierfür müssten eventuell Büsche und einzelne Bäume weichen. Danach werde geprüft, wie der Untergrund auf den 250 Metern bis zur Kante ist, damit der richtige Schotter gewählt werden kann. »Dann erst kann die Baustraße angelegt werden, über die der Bohrer transportiert wird«, betont Johanning: »Wir wollen dann versuchen, im März die Bohrungen durchzuführen.«

Erst danach erlange der Straßenbetrieb Erkenntnisse darüber, wie die Bodenbeschaffenheit der Böschung sei. »Dann müssen Geologen sagen, ob wir die Straße vorerst wieder freigeben können oder sie gesperrt bleibt«, sagt Sven Johanning. Eine zeitnahe Lösung deutet sich nicht an. Einzige Entlastung für den Verkehr könnte wohl nur die Öffnung der Sennerandstraße bieten, die über den Truppenübungsplatz führt.

Straßen NRW äußert sich auf Nachfrage auch dazu, warum die Gauseköte erst jetzt gesperrt worden ist – mehr als drei Jahre nach dem ersten Erdrutsch. »Die Erkenntnis, dass die Böschung ohne Vorankündigung ins Rutschen kommen kann, haben wir erst seit vergangenem Sommer. Da haben wir unten an der Straße Probebohrungen vorgenommen und sind zu den Informationen gekommen«, betont Johanning. Vor diesen Bohrungen habe man mehrere andere Lösungsmöglichkeiten in Betracht gezogen, die sich aber alle als untauglich herausgestellt hätten.

Lippes Landrat setzt sich für Übergangslösung ein

Mittlerweile hat sich auch Landrat Dr. Axel Lehmann für eine Übergangslösung eingesetzt. In einem Brief wendet er sich an den britischen Verbindungsoffizier Alan Patterson und den NRW-Minister für Verkehr, Hendrik Wüst. Darin schildert Lehmann die Bedeutung der L 937: »Die Gauseköte ist neben der Bundesstraße 1 die wichtigste Verbindung zwischen dem Raum Paderborn und Lippe. Sie wird täglich von mehreren tausend Verkehrsteilnehmern genutzt.«

Der Landrat bittet Minister Wüst darum, sich für eine schnelle und nachhaltige Instandhaltung der Böschung einzusetzen. Er schildert die Situation als »nicht zufriedenstellend«. Es sei nicht länger hinzunehmen, dass seit drei Jahren keine nachhaltige Lösung für die Stabilisierung der Böschung gefunden worden sei.

Landrat bittet um Öffnung der Sennerandstraße

In seinem Schreiben an Alan Patterson erläutert der Landrat die Folge der deutlich ausgeweiteten Sperrzeiten des Truppenübungsplatzes: »Eine alternative Strecke durch die Senne kann nicht genutzt werden. Als Ausweichmöglichkeit steht allein die sechs Kilometer längere Umleitung zur Verfügung. Ich bitte Sie, für die Zeit der Sperrung der Gauseköte eine Öffnung der Sennerandstraße vom Kreuzkrug Richtung Detmold zu prüfen und nach Möglichkeit zeitnah umzusetzen.«

Ob der Landrat mit seinen Schreiben Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Da es sich bei der Gauseköte um eine Landesstraße handelt, hat der Kreis keine Zuständigkeit. Lehmann teilt Minister Wüst mit, dass der Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises aufgrund des vorliegenden Landschaftsschutzgebietes für erforderliche Abstimmungen jederzeit zur Verfügung steht: »So wurde der durch Straßen NRW gestellte Antrag vom 31. Januar auf Befreiung vom Landschaftsschutz für vier Bohrpunkte und die Anlegung entsprechender Zuwegungen unmittelbar am 1. Februar positiv beschieden«, schreibt er.

Schlangen 4.0 wartet auf Antwort vom Kommandanten

Die private Initiative Schlangen 4.0 hatte sich wie berichtet vor einigen Tagen in einem Brief an den Kommandanten der Britischen Streitkräfte in OWL, Brigadier Clements, gewendet und hofft ebenfalls auf die Öffnung der Sennerandstraße. Diese führt über den Truppenübungsplatz Senne, ist aber nach Angaben von Henning Schwarze eine deutlich kürzere Verbindung zwischen Schlangen und Detmold, als die Umleitung über Horn. Schwarze: »Bis jetzt habe ich noch keine Antwort erhalten.«

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