Fr., 08.03.2019

Haustenbecker Treffen soll zum Jubiläum 2019 an der Ruine stattfinden Vor 80 Jahren musste das Dorf Haustenbeck weichen

Ein Gedenkstein erinnert auf dem Truppenübungsplatz Senne an das Dorf Haustenbeck, dass vor 80 Jahren weichen musste. Bis 2015 haben sich ehemalige Bewohner hier alle zwei Jahre zu einem Gedenktag getroffen.

Ein Gedenkstein erinnert auf dem Truppenübungsplatz Senne an das Dorf Haustenbeck, dass vor 80 Jahren weichen musste. Bis 2015 haben sich ehemalige Bewohner hier alle zwei Jahre zu einem Gedenktag getroffen. Foto: Uwe Hellberg

Von Klaus Karenfeld

Oesterholz-Haustenbeck (WB). Jeweils alle zwei Jahre steht die Senne im Zeichen des Haustenbecker Treffens. Seit 1971 ist das so. Erstmalig 2017 musste die auch überregional bekannte Veranstaltung abgesagt werden. Das britische Militär hatte ernste Sicherheitsbedenken angemeldet.

In diesem Jahr nimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf. 2019 ist es genau 80 Jahre her, dass das Sennedorf Haustenbeck zwangsweise aufgegeben wurde und einem Truppenübungsplatz weichen musste. »Das ist ein für uns sehr geschichtsträchtiges Datum«, machte Dieter Kelle, Vorsitzender des Fördervereins Haustenbeck, zu Beginn der Jahreshauptversammlung deutlich.

2017 wurde erstmals ein Haustenbecker Treffen abgesagt

Groß war deshalb nicht nur im Verein die Enttäuschung, als 2017 zum ersten Mal ein Haustenbecker Treffen abgesagt werden musste. Das britische Militär hatte mit Hinweis auf vergangene Veranstaltungen erhebliche Sicherheitsbedenken angemeldet. Die Kritik bezog sich konkret auf das vorangegangene Haustenbecker Treffen, als einige Teilnehmer die vorgeschriebenen Wege verlassen und die Senne auf eigene Faust erkundet hatten.

Der Vorstand des Fördervereins Haustenbeck (von links): Dieter Kelle, Thomas Braun, Ingeborg Kelle, Ulrich Knorr, Angela Lechtreck und Wilfried Kaiser. Foto: Klaus Karenfeld

»Das soll sich nicht wiederholen«, machte Bürgermeister Ulrich Knorr an diesem Abend deutlich. Die Gemeinde habe deshalb das Heft des Handelns übernommen und im Herbst 2018 das britische Militär und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin der Senne angeschrieben. »Wir haben darin den Antrag auf ein Haustenbecker Treffen im Spätsommer 2019 gestellt«, sagte Knorr. Als Datum ist der 7. September ins Auge gefasst. Mit einer offiziellen Antwort rechnet Knorr im Laufe der kommenden ein bis zwei Monate. Neben der eigentlichen Gedenkfeier in Haustenbeck ist wieder auch eine Wanderung geplant.

Um den Sicherheitsbedenken des britischen Militärs Rechnung zu tragen, will die Gemeinde einen begleitenden Sicherheitsdienst einsetzen. So soll verhindert werden, dass die Teilnehmer die vorgeschriebenen Wege verlassen. »Die Wehrführung von Bad Lippspringe und Schlangen hat uns dabei ihre Hilfe zugesagt«, betonte Knorr.

Förderverein Haustenbeck will Gedenkfeier aktiv mit planen

Der Förderverein will sich nach den Worten Kelles ebenfalls aktiv in die Planung und Durchführung der Gedenkfeier einbringen. Die Vorbehalte des britischen Militärs kann Knorr übrigens gut nachvollziehen: »Nach Aussage des Verbindungsoffiziers müssen jedes Jahr etwa 600 Blindgänger im Gelände entschärft werden. Dass die Sicherheitsbestimmungen entsprechend streng sind, ist zu verstehen.«

Zustand der Kirchenruine bereitet Kopfzerbrechen

Einiges Kopfzerbrechen bereitet dem Verein nach wie vor der Zustand der Kirchenruine von Haustenbeck. Förderverein, Bezirksregierung und Landesdenkmalamt haben sich bereits vor zwei Jahren dafür ausgesprochen, die Mauerreste durch ein so genanntes Stelzendach zu schützen. Die BIMA wehrt sich allerdings gegen diese Planung. Die Sanierungskosten würden sich nach Schätzung eines Gutachters auf immerhin etwa 160.000 Euro belaufen. »Da keine Einigung zu erzielen war, beschäftigt sich das Verwaltungsgericht in Minden mit dieser leidigen Angelegenheit«, erläuterte Dieter Kelle. Der Richter dort habe den beiden streitenden Parteien inzwischen nahe gelegt, sich untereinander zu einigen. Dazu sei es bisher aber nicht gekommen, so der Vorsitzende des Fördervereins Haustenbeck.

Verein hat 45 Mitglieder

Schatzmeisterin Ingeborg Kelle gab in ihrem Rechenschaftsbericht einen Einblick in die Vereinsentwicklung. Demzufolge belief sich die Mitgliederzahl Ende Dezember 2018 auf insgesamt 45. Das sind 20 mehr als bei der Gründung des Fördervereins im Jahre 2015. Es gab fünf Neueintritte, ein Mitglied ist ausgetreten und ein weiteres verstorben.

Und auch mit der Finanzlage zeigte sich Ingeborg Kelle insgesamt zufrieden. Absoluter Verkaufsschlager sei der von Kartograph Jürgen Rosenberg erstellte Gemeindeplan von Alt-Haustenbeck, der seit Ende 2017 vom Verein zum Kauf angeboten wird.

Der Förderverein Haustenbeck setzt übrigens auf personelle Kontinuität: Nicht nur der Vorsitzende Dieter Kelle wurde einstimmig für zwei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt. Die Versammlung sprach ebenso dem weiteren Vorstand sein Vertrauen aus. Er besteht aus Kelles Stellvertreter Ulrich Knorr, Schatzmeisterin Ingeborg Kelle, Protokoll- und Schriftführerin Angela Lechtreck sowie den beiden Beisitzern Wilfried Kaiser und Thomas Braun.

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