Solidarische Landwirtschaft in Kohlstädt: Apfelernte mau, Qualität gut
350 Liter leckerer Direktsaft

Kohlstädt (WB). Das Erntejahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen. In Kohlstädt hat die örtliche Solidarische Landwirtschaft (Solawi) fleißig Äpfel gepflückt und vermostet. Das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen: 350 Liter leckerer Direktsaft für den Eigenbedarf.

Dienstag, 24.09.2019, 17:28 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 17:32 Uhr
Sind ein eingespieltes Team (von links): Rüdiger Stolte, Magdalena Kozalla, Jörg Opiola, Sandra Witt, Harald Heiermeier, Nele Opiola, Mark Herbig und Gabi Stolte. Die Apfelernte ist eher mau, die Qualität allerdings gut. Foto: Klaus Karenfeld
Sind ein eingespieltes Team (von links): Rüdiger Stolte, Magdalena Kozalla, Jörg Opiola, Sandra Witt, Harald Heiermeier, Nele Opiola, Mark Herbig und Gabi Stolte. Die Apfelernte ist eher mau, die Qualität allerdings gut. Foto: Klaus Karenfeld

Jörg Opiola ist an diesem Morgen bereits früh unterwegs. Auf dem ehemaligen Hof Geise in Kohlstädt sollen den Tag über etwa 650 Kilogramm Äpfel vermostet werden. Die Früchte stammen von den vielen Streuobstwiesen in Schlangen und Umgebung. »Besonders fleißig war unser Mitglied Sandra Witt. Sie allein hat etwa 250 Kilogramm Äpfel in den Tagen zuvor gepflückt«, freut sich Opiola, der auch Betreiber der Solawi am Strothebach ist.

Die Apfelernte 2019 ist eher mau ausgefallen. Als die Apfelblüte begann, so Opiola, habe es leider Frost gegeben. Und der trockene Sommer sorgte dafür, dass auch die Saftausbeute hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Qualität der Ernte wertet Opiola dagegen als gut.

In die Saftpresse kommt alles, was die heimatlichen Streuobstwiesen zu bieten haben – angefangen beim bekannten Boskop- Apfel über die Biesterfelder Renette bis hin zum Jakob Lebel, einer besonders alten Apfelsorte.

Faule Äpfel fallen durchs Raster

Der Weg der Vermostung beginnt mit einer eingehenden Qualitätskontrolle: Faulende oder bereits verschimmelte Äpfel fallen durchs Raster und werden rigoros aussortiert. Kleinere Fäulnisschäden schneiden Sandra Witt und Gabi Stolte mit dem Messer heraus. Hat der Apfel die Sichtung unbeanstandet überstanden, wird er gründlich mit Wasser gesäubert. Nächste Station ist die Rätzmühle, wo die Äpfel zermahlen und zerkleinert werden. Die dabei entstandene Maische wandert in die Packpresse. Der so frisch gepresste Apfelsaft läuft wenig später in eine kleine Wanne.

Zeit für einen ersten Probeschluck. »Der ist wirklich lecker«, zeigt sich Opiola zufrieden. »Der Direktsaft schmeckt aber nicht nur gut, er ist als reines Naturprodukt auch sehr gesund.« Opiola zufolge verwendet die Solawi ausschließlich ungespritzte Äpfel für ihren Direktsaft.

Die Vermostung vor Ort hat noch weitere entscheidende Vorteile, auf die Opiola ausdrücklich hinweist: »Berge von Äpfeln müssen nicht erst mit dem Lastwagen durch halb Europa gekarrt werden, bis sie als Rohprodukt oder Saft in den Supermärkten und Discountern landen.« Und nicht zu vergessen: »Jeder, der einmal dabei war und gesehen hat, wie Äpfel vermostet werden, der hat auch eine ganz andere Wertschätzung und Beziehung zu diesem großartigen Geschenk der Natur.«

Jedes Solawi-Mitglied bekommt seinen Anteil

Um den Apfelsaft für längere Zeit haltbar zu machen, muss er noch pasteurisiert werden. Dazu wird der Saft aus einem höher gelegenen Edelstahlbehälter mittels Gefälle durch den Gegenstromwärmetauscher (Durchlauferhitzer) geschickt und anschließend in wiederverwendbare Twist-Off-Glasflaschen gefüllt.

Immerhin 350 Liter sind die Ausbeute an diesem Tag. Der Umwelt zuliebe verwendet die Solawi keine Tetra-Packs oder Saft-Bags: »Das verursacht nur zusätzlich unnötigen Müll. Und auf den können wir sehr gut verzichten«, macht Jörg Opiola abschließend deutlich.

Am Ende des Tages bekommt jedes Solawi-Mitglied seinen Anteil am gewonnenen Apfelsaft. Der Umfang richtet sich danach, wie viele Äpfel jeder einzelne zur großen Vermostung beigesteuert hat.

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