Do., 26.09.2019

Arbeitsgruppe »Zukunft Kohlstädt« fordert Landrat zum Handeln auf Brandruine soll weg

Die Arbeitsgruppe »Zukunft Kohlstädt« fordert den baldigen Abriss der Brandruine: (von links) Joachim Burchart, Martin Runte, Mathias Bludau, Ulrike Burchart, Bürgermeister Ulrich Knorr, der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Zans, Manfred Richts sowie Heinz Kriete.

Die Arbeitsgruppe »Zukunft Kohlstädt« fordert den baldigen Abriss der Brandruine: (von links) Joachim Burchart, Martin Runte, Mathias Bludau, Ulrike Burchart, Bürgermeister Ulrich Knorr, der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Zans, Manfred Richts sowie Heinz Kriete.

Von Klaus Karenfeld

Kohlstädt (WB). Die Brandruine in Kohlstädt erhitzt weiter die Gemüter. Bürger und Anwohner sprechen von einem Schandfleck, der nach acht Jahren endlich beseitigt werden müsse. Jetzt soll es der Kreis Lippe richten. Ein entsprechendes Schreiben der Arbeitsgruppe »Zukunft Kohlstädt« liegt Landrat Dr. Axel Lehmann bereits vor.

»Die Gaststätte ›Zum Felsen‹ war lange Zeit ein beliebter Treffpunkt in Kohlstädt«, erinnert sich Manfred Richts. »Hier wurden über viele Jahre Schützenfeste, runde Geburtstage und Hochzeiten gefeiert.« Das Ende kam plötzlich. Ein technischer Defekt löste am 4. April 2011 einen Großbrand im Gebäude aus. Obwohl die Feuerwehr schnell vor Ort war, verursachte das Feuer schwere Schäden. Zu einem Wiederaufbau kam es nicht.

»Die Brandruine begleitet uns nun schon seit acht Jahren«, bedauert die Kohlstädterin Ulrike Burchart. Leider habe die Eigentümerin nichts unternommen, um diesen Schandfleck zu beseitigen, beklagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Zans bei einem Vororttermin.

Zurückgeblieben ist eine große Schutthalde

Mehrmals stand die Immobile an der Hornschen Straße auch zum Verkauf – jedoch ohne Erfolg. 2018 nahm sich der Kreis Lippe der Sache an. Wie berichtet, wurde in dem Jahr die Fahrbahn der Bundesstraße 1 komplett erneuert. Der Verkehr musste vorübergehend durch die Kohlstädter Ortsmitte geführt werden, vorbei an der Brandruine. Mit einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs wurde gerechnet.

Vor diesem Hintergrund sah sich die Kreisbauaufsicht zum schnellen Handeln gezwungen. Zu groß war aus ihrer Sicht die Gefahr, die dreistöckige Giebelwand könnte zusammenfallen und auf die direkt angrenzende Fahrbahn stürzen. In einer so genannten Ersatzvornahme beauftragte der Kreis Ende Mai 2018 ein Abbruchunternehmen mit dem Abriss des Hauses. Zurück blieb eine große Schutthalde.

Ortsteil soll attraktiver werden

An dieser Situation hat sich seitdem nichts geändert – zum Ärger vieler ortsansässiger Bürger und Anwohner. Inzwischen hat sich auf Initiative der SPD-Schlangen eine Arbeitsgruppe »Zukunft Kohlstädt« gebildet. Sie besteht aktuell aus elf Mitgliedern. »Unser Ziel ist es, den Schlänger Ortsteil attraktiver und fit für die Zukunft zu machen«, erläutert Heinz Kriete. Er ist neben Manfred Richts Sprecher der Arbeitsgruppe.

Vordringliches Ziel sei es, so Kriete, die Brandruine in Kohlstädt so schnell wie möglich zu beseitigen. Und das aus gutem Grund: Möglicherweise wird sich Kohlstädt 2020 erstmals wieder an der Aktion »Unser Dorf hat Zukunft« beteiligen. Diesen Wunsch hatte der Dorfcoach des Kreises Lippe, Thomas Cleve, bei einem Besuch im vergangenen April geäußert.

»Unsere Teilnahme macht aber nur Sinn, wenn zuvor die unansehnliche Brandruine beseitigt ist«, stellt Kriete klar. Da die Eigentümerin bis heute nicht tätig geworden sei, sieht die Arbeitsgruppe den Kreis Lippe in der Pflicht, etwas zu tun. Ein entsprechendes Schreiben, wurde Landrat Dr. Axel Lehmann am vergangenen Wochenende zugestellt.

Darin heißt es: Der Anblick der Ruine sei »ein ständiges Ärgernis« und stelle zudem für die Anwohner eine Beeinträchtigung ihrer Wohnqualität dar. An anderer Stelle des Schreibens verweist die Arbeitsgruppe auch auf konkrete Sicherheitsbedenken: Die Brandruine werde aktuell zwar durch einen Bauzaun gesichert; der sei aber nur lückenhaft. Kinder könnten nach wie vor ungehindert auf das Gelände gelangen, was sehr gefährlich sei. Das Schreiben endet mit einem Appell an den Landrat »sich der Sache anzunehmen und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen«.

Arbeitskreis will Unterschriften sammeln

Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, will die Arbeitsgruppe in den kommenden Wochen eine Unterschriftenaktion durchführen. Erstmals ist das am Freitag, 11. Oktober, vor dem Rewe-Markt in Schlangen der Fall (15 bis 17 Uhr). Einen Tag später, am Samstag, 12. Oktober, werden dort nochmals Unterschriften gesammelt, und zwar in der Zeit von 10 bis 12 Uhr. Weiterer Termin ist der Donnerstag, 17. Oktober. Dann ist die Arbeitsgruppe zwischen 9 und 11 Uhr auf dem Schlänger Wochenmarkt im Einsatz. Und auch am Samstag, 19. Oktober. hoffen die Organisatoren auf reichlich Unterschriften. Dann kann man sich in der Zeit von 10 bis 12 Uhr am Nahkauf Oesterholz in die vorbereiteten Listen eintragen.

Im Ortsteil Kohlstädt wollen die Unterschriftensammler von Haus zu Haus gehen. »Um unser Anliegen zu unterstreichen, wäre es schön, wenn sich möglichst viele Menschen an der Aktion beteiligen«, betont Sprecher Manfred Richts.

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