Fr., 27.09.2019

Kreissprecher suchen in Schlangen Gespräch mit Bürgern Grüne stehen zu Nationalpark

Fraktionsvorsitzender Marcus Foerster (Zweiter von links) und Sylvia Ostmann, Vorsitzende des Ortsverbandes (rechts) begrüßten Dr. Inga Kretzschmar und den Kreisvorsitzenden Robin Wagener zu »Pizza und Politik« in Schlangen.

Fraktionsvorsitzender Marcus Foerster (Zweiter von links) und Sylvia Ostmann, Vorsitzende des Ortsverbandes (rechts) begrüßten Dr. Inga Kretzschmar und den Kreisvorsitzenden Robin Wagener zu »Pizza und Politik« in Schlangen. Foto: Uwe Hellberg

Von Uwe Hellberg

Schlangen (WB). Die lippischen Grünen haben ein neues Konzept entdeckt, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Nach ersten Veranstaltungen in Extertal und Augustdorf wurde es am Donnerstagabend auch in Schlangen erprobt.

Zu »Pizza und Politik« hatte Bündnis 90/Die Grünen in den Gasthof »Zur Rose« eingeladen. Zu Gast waren auch die beiden Sprecher der Partei in Lippe, Kreisvorsitzender Robin Wagener und Dr. Inga Kretzschmar. »Viele Bürger fühlen sich inzwischen von der Politik nicht mehr mitgenommen. Wir wollen mit diesem Angebot mit den Bürgern besser ins Gespräch kommen«, erläutert der Schlänger Fraktionsvorsitzende Marcus Foerster. Das gehe in ungezwungenem Rahmen, bei dem es auch noch einen kleinen Imbiss gibt, besser als in Sitzungen und Versammlungen, so die Annahme der Grünen.

Die Resonanz gab ihnen Recht. Eine lange Tischreihe im Gasthof war voll besetzt. Auch Kommunalpolitiker anderer Parteien waren erschienen, wie Marcus Püster, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes. Eines der Themen war der Ausbau der Windenergie, der in Schlangen seit langem kontrovers diskutiert wird.

»Ja, der Ausbau stockt«, sagt Dr. Inga Kretzschmar. »Das Problem ist, dass viele Windräder beantragt sind und die Kommunen zu wenig Fläche ausgewiesen haben. So gibt es viele Klagen und der Klageweg dauert lange«, erklärt die Sprecherin der lippischen Grünen. Die Verantwortung liege bei den Räten. Sie müssten Flächen ausweisen, natürlich gesetzeskonform. Die Entscheidung treffe dann der Kreis. Kretzschmar: »Ein Windrad auf Teufel komm raus wollen wir Grünen auch nicht.«

1700 Käferarten in der Sennelandschaft

Natürlich gehörte auch die Senne zu den Gesprächsthemen. Hier betont Kretzschmar: »Wir Grüne stehen immer noch für einen Nationalpark.« Marcus Foerster räumt ein, dieser sei derzeit in weite Ferne gerückt. Foerster: »Es gibt leider viele Vorurteile. Zum Beispiel, dass der Nationalpark Menschen aus der Senne aussperren würde. Das ist aber nicht der Fall.« Natürlich hieße das – wenn man Wildnis zulassen wolle – dass man dann auf einigen Straßen nicht mehr Auto fahren könne. Foerster unterstreicht die Einzigartigkeit der Sennelandschaft: »Wir zählen in der Senne alleine 1700 verschiedene Käferarten.«

Auch Henning Schwarze, Mitgründer der Initiative Schlangen 4.0, war zum Gesprächsabend gekommen. »Er hat uns auch einige Ideen mit auf den Weg gegeben«, sagt Dr. Inga Kretzschmar. Sie und Robin Wagener seien positiv überrascht von dem großen Interesse an der Runde und seien auch gerne bereit, wieder nach Schlangen zu kommen.

Marcus Foerster möchte das Gesprächsformat fortsetzen. »Es gibt noch viele Themen, die zu erörtern wären. Wie etwa der Ausbau vonn 5G. Wie kann man ihn nutzen, aber sich auch vor gesundheitlichen Risiken wie der Strahlung schützen?« Ab November wollen die Schlänger Grünen zu weiteren Abenden einladen. »Wir werden auch einzelne Referenten bei uns begrüßen können«, erklärt Foerster. Beim nächsten Mal könne das Motto vielleicht »Pickert und Politik« lauten.

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