Mo., 07.10.2019

WESTFALEN-BLATT startet Selbstversuch im Labyrinth von Wendelin Jelowik Verirrt zwischen 275.000 Maispflanzen

Obstbauer Wendelin Jelowik (links) hat auf seinem Feld aus 275.000 Maispflanzen ein Labyrinth entstehen lassen. Phil Hänsgen, freier Mitarbeiter des WESTFALEN-BLATTES, begab sich zu einem Selbstversuch in das Dickicht an der Oberen Straße.

Obstbauer Wendelin Jelowik (links) hat auf seinem Feld aus 275.000 Maispflanzen ein Labyrinth entstehen lassen. Phil Hänsgen, freier Mitarbeiter des WESTFALEN-BLATTES, begab sich zu einem Selbstversuch in das Dickicht an der Oberen Straße. Foto: Klaus Karenfeld

Von Phil Hänsgen

Schlangen (WB). Mit ungutem Gefühl betrat ich das 3000 Meter große Maislabyrinth von Wendelin Jelowik an der Oberen Straße. Zwischen den mehr als 275.000 Maispflanzen wurden verworrene Wege angelegt, in denen man sich leicht verirren kann. Im Vorhinein hörte ich von Leuten, wie lange sie gebraucht hatten, um alle Stationen zu finden. Doch eigentlich konnte ich mich auf meinen Orientierungssinn immer verlassen...

Nun begann ich mir meinen Weg zwischen den hohen Pflanzen zu bahnen. Ziel war es nicht nur, den Ausgang zu finden, sondern zusätzlich erwarteten mich Stationen rund um das Thema Pferd, zu denen ich vier Fragen auf einem Zettel beantworten musste. Der Anfang verlief noch recht linear: Ich folgte dem Weg, bis ich direkt zur ersten Station gelangte und mir dort aufschrieb, was das Pferd »Wendelin« verloren hatte: sein Hufeisen.

Mit den Abzweigungen nimmt die Verwirrung zu

Zuversichtlich versuchte ich einfach, weiter meinen Weg zu gehen, doch mit den zunehmenden Abzweigungen wurde auch die Verwirrung mehr. Viele der Pfade endeten nicht mal in Sackgassen, sondern führten zurück zu anderen Gängen, durch die man sich vorher schon mal bewegt hatte. Gleichzeitig musste ich mich auf die Ränder konzentrieren, um keine der Stationen zu übersehen. Nun schritt ich einige Minuten planlos durch das Labyrinth und hörte Kinder auf der anderen Seite der Maispflanzen. Doch die Frage, die sich mir stellte, war: Wie komme ich zu ihnen?

Nachdem ich mehrmals die selben strohbedeckten Pfade abgelaufen hatte, fand ich endlich einen neuen Seitenpfad, der in einen weiteren, größeren Bereich der Anlage führte: Von dort hatte ich auch die Kinderstimmen vernommen, die sich mittlerweile aber erneut außer Hörweite befanden. Viele neue Abzweigungen und Kreuzungen taten sich mir auf und ich musste mich oft zwischen mehreren Wegen entscheiden. Plötzlich kamen mir in einem der Gänge Personen entgegen. Ich fragte sie, ob dort, wo sie herkamen, eine Sackgasse war: »Nein, wir haben bisher noch keine Sackgasse gefunden, aber hier sind viele Schleifen, die einen im Kreis führen.«

Pech: eine Station ausgelassen

Super, dachte ich mir, das habe ich bisher auch herausgefunden. Also ging ich einfach weiter zu einem anderen Gang, den ich zuvor ausgelassen hatte und an den ich mich erinnern konnte. Weil ich unterwegs so fokussiert auf den Rand war, um kein Stationsschild zu verpassen, habe ich mich sogar vor einem losfliegenden Vogel erschrocken. Vor dem Gang traf ich die bekannten Leute wieder: »Du schon wieder«, begrüßten sie mich. Gemeinsam fanden wir die dritte Station, an der wir herausfinden mussten, was sich verändert hatte: »Die Farbe, weil die Maispflanzen hellgrün angemalt wurden«, rief das mitlaufende Mädchen.

Zusammen gingen wir den restlichen Weg und erreichten nach 20 Minuten im Labyrinth den Ausgang, wo auch Station vier zu finden war und ich »Möhren« als Antwort auf die Frage, was das Pferd gerne isst, auf meinem Zettel notieren konnte. Doch mit einem Blick auf diesen wurde mir klar, dass ich Station zwei ausgelassen hatte. Ich fragte das Mädchen, wo diese ungefähr im Labyrinth gewesen war und sie zeigte eine grobe Richtung an. Ich ging also noch mal hinein, folgte vielen Gängen und fand dieses Mal tatsächlich Station zwei. Allerdings war ich mir ziemlich sicher, hier schon einmal gewesen zu sein: Ich war schlicht zu fokussiert auf den Weg und am Schild vorbeigelaufen. Dort war als Lösung »die Schlange« zu notieren. Schnell fand ich nun den Weg zurück zum Eingang. Nach einer halben Stunde konnte ich das gesamte Rätsel lösen und zur Belohnung gab es eine Süßigkeit.

Zeit bis zum 31. Oktober

Insgesamt war es eine interessante Erfahrung und mein Orientierungssinn hat mich tatsächlich nicht im Stich gelassen, so dass ich mich nach anfänglichen Schwierigkeiten doch orientieren konnte. Wer selbst diese Erfahrung machen möchte, hat dazu noch bis zum 31. Oktober Zeit.

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