So., 13.10.2019

Die PARTEI will in Schlangen zur Kommunalwahl antreten Den Platzhirschen Konkurrenz machen

Vor fünf Monaten hat Die PARTEI einen Ortsverband in Schlangen gründet, jetzt wird die Kommunalwahl vorbereitet. Das Foto zeigt (von links): Sascha Zeigner, Vorsitzender des Ortsverbandes Horn-Bad Meinberg, Maximilian Scholz, Patrik Hoberg und Andre Pestrup, die den Vorstand des Ortsverbandes Schlangen bilden, sowie Maximilian Adam, Vorstand des Kreisverbandes Lippe.

Vor fünf Monaten hat Die PARTEI einen Ortsverband in Schlangen gründet, jetzt wird die Kommunalwahl vorbereitet. Das Foto zeigt (von links): Sascha Zeigner, Vorsitzender des Ortsverbandes Horn-Bad Meinberg, Maximilian Scholz, Patrik Hoberg und Andre Pestrup, die den Vorstand des Ortsverbandes Schlangen bilden, sowie Maximilian Adam, Vorstand des Kreisverbandes Lippe. Foto: Klaus Karenfeld

Von Klaus Karenfeld

Schlangen (WB). Kein Spaß: Die Satiregruppierung Die PARTEI hat in Schlangen einen Ortsverband gegründet und will bei der Kommunalwahl 2020 antreten. »Wir möchten nicht nur mit Spaßaktionen beim Wähler punkten, sondern durchaus auch ernste Themen aufgreifen«, verspricht der Vorsitzende Maximilian Scholz.

Vorbild Sonneborn

Großes Vorbild für Die PARTEI ist der Bundesvorsitzende Martin Sonneborn. Der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazins »Titanic» ist heute Mitglied des Europäischen Parlaments. Sein selbst erklärter Anspruch ist es, politisches Handeln durch die Brille des Satirikers zu sehen.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat Die PARTEI bereits am 5. Mai dieses Jahres einen Ortsverband in Schlangen gegründet und Maximilian Scholz zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Der 20-Jährige ist gelernter Elektroniker und bei einer Detmolder Firma als technischer Sachbearbeiter tätig. Dem Ortsverbandsvorsitzenden steht sein Stellvertreter Andre Pestrup zur Seite. Laut Scholz hat Die PARTEI in Schlangen inzwischen 14 Mitglieder. Das Alter liegt zwischen 16 und knapp über 50 Jahren.

Scholz bezeichnet sich selbst als »sehr politischen Menschen«. Die Frage, einer der etablierten Parteien beizutreten, habe sich dennoch für ihn nicht gestellt. Im Gegenteil: Scholz und seine Mitstreiter wollen den politischen Platzhirschen das Leben schwer machen. »Ich kann jedem nur empfehlen, die örtlichen Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen zu besuchen«, rät er den Schlänger Bürgern nachdrücklich. Seine eigenen Eindrücke stimmen ihn nur wenig hoffnungsvoll: »Da wird viel geredet, substanziell kommt aber nicht sehr viel dabei heraus..« Damit, so Scholz, wolle er aber keineswegs Einsatz und Engagement der Lokalpolitiker in Frage stellen.

Einen kleinen Seitenhieb kann sich Scholz in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: »Wir sind keine Spaßpartei wie die FDP, sondern wollen ernsthaft Politik machen.« Und die Themen liegen aus Sicht des Oesterholzers quasi vor der Haustür. Seit fast einem Jahr ist die Gauseköte für den Durchgangsverkehr gesperrt und ein Ende nicht in Sicht. Scholz begegnet dem mit Ironie: »Es wäre vermutlich leichter gewesen, in dieser Zeit den Berg abzutragen als nach immer neuen Sicherungskonzepten zu suchen.« Und auch für die Zukunft sei Skepsis angebracht, ob eine einigermaßen zeitnahe Freigabe der Strecke gelingen kann.

Dass Die PARTEI bei der Kommunalwahl 2020 in Schlangen antritt, hat aber nach Angaben des Vorsitzenden noch einen anderen Grund: »Nach dem Europa-Wahlerfolg der AfD auch hier in Schlangen ist es wichtig, Flagge zu zeigen und möglichst viele potenzielle Protestwähler für uns zu gewinnen«, sagt Scholz.

Vor der Wahl gibt es noch viel Arbeit

Doch vor dem möglichen Wahlerfolg steht noch jede Menge harte Arbeit – auch das weiß der junge Ortsverbandsvorsitzende: »Wir planen in den kommenden Monaten Workshops zu unterschiedlichen Themen. Auch ein Wahlprogramm ist in Arbeit.« Breiten Raum soll darin das Zukunftsthema Digitalisierung einnehmen, wie Scholz verrät.

Anders als bei Wahlentscheidungen auf Bundes- und Landesebene gibt es bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen keine Fünf-Prozent-Klausel. Scholz geht davon aus, dass bereits einige wenige Prozentpunkte ausreichen werden, um den Sprung in den Schlänger Gemeinderat zu schaffen. »Aber selbstverständlich wollen wir deutlich mehr.«

Auch Spaßaktionen hat die Satirepartei geplant

Mit dem Bürger und Wähler will Die PARTEI nicht nur an Infoständen ins Gespräch kommen. Ein wesentlicher Teil der Kommunikation soll über die sozialen Medien erfolgen. Und natürlich ist auch die eine oder andere Spaßaktion geplant. Der mögliche Wahlerfolg am 13. September 2020 soll auch gefeiert werden. »Dafür werden wir unser erstes Sitzungsgeld verwenden«, verspricht Scholz abschließend.

Übrigens: Der Ortsverband von Die PARTEI trifft sich regelmäßig jeden dritten Freitag im Monat. Das nächste Mal ist das am 18. Oktober der Fall. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Gaststätte Bauerkamp. Gäste sind willkommen.

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